Frage zur Deklaration von Honig

  • Hallo,


    ich bin auf dieses Forum heute abend gestoßen, da ich im Internet auf der Suche war, wie Honig zu deklarieren ist.


    ich bin selbst leider keine Imkerin. Habe aber schon viele Jahre Interesse daran und irgendwann wird wohl auch einmal dieser meiner Träume in Erfüllung gehen.


    Nun aber zu meiner Frage:


    Wir sind ein landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb, ich selbst führe einen kleinen Hofladen gewerblich. Ich habe nun die Möglichkeit Honig von einem Bekannten über den Hofladen zu verkaufen. Dieser Bekannte ist allerdings in keinem Imkerverein/verband und hat dementsprechend auch keine Banderolen auf seinen Gläsern. Es handelt sich um reinen Akazienhonig. Gerne würde ich den Honig über meinen Hofladen verkaufen - aber ich muß ihn dazu etikettieren. Reicht es aus, dass ich auf selbstgestalteten Etiketten, den Hersteller mit Ortsangabe, die Aufschrift Akazienhonig und das Erntejahr notiere. Oder was muß ich sonst beachten? Darf ich diesen Honig überhaupt verkaufen? Muß Honig irgendwie vor Verkauf untersucht und analysiert werden?


    Für die Hilfe von den Forumteilnehmern hier bedanke ich mich bereits jetzt schon. Es würde mich sehr freuen.


    Desweiteren hätte ich gerne gewußt, ob hier Imker dabei sind, die die schwarze Honigbiene züchten - die, die vom Aussterben bedroht ist. Ich frage aus dem Grund, weil wir ein Nutztierarchehof sind und grundsätzlich Haus-und Nutztiere, die vom Aussterben bedroht sind züchten. Gerne würde ich mich mit solch einem Imker oder auch Imkern die über diese Biene Bescheid wissen austauschen.


    Herzliche Grüße


    Megami

  • Hallo,


    danke erstmals für den Link - habe ihn jetzt mal "überflogen" - war wirklich schon hilfreicher.


    Trotzdem noch weitere Fragen von mir... - aber erstmal zu "meinem" Imker. Wie ich schon schrieb handelt es um einen Bekannten von mir, der rein aus Hobby ein paar Bienenvölker hält. Die kleine Menge an Honig, die er erntet verkauft er an Freunde, Bekannte und Verwandte. Er ist keinem Verband oder Verein angeschlossen und hat auch keinerlei eigene Etiketten. Ich würde halt gerne einen Teil dieses Honigs, weil er einfach sooooo super lecker ist, über meinen Hofladen verkaufen. Ich bot meinem Bekannten an die Etiketten über PC selbst zu gestalten. Ich ahne - hier in diesem Forum sind wahrscheinlich wirklich alle mehr oder weniger professionelle Imker - möchte auch keinem hier irgendwie "ins Handwerk pfuschen" - möchte nur diesen leckeren Honig verkaufen. Es sind auch keine großen Mengen - höchstens 60 Gläser im Jahr (wenn es extrem hoch kommt).


    Also, auf das Etikett muß das Ursprungsland, der Hersteller, die Honigart (Akazie in diesem Fall), das MHD und auch die Chargennummer deklariert werden. Sehe ich das richtig??? Weitere Frage.... wie lange ist das MHD grundsätzlich nach der Ernte???


    In der Verordnung wird darauf hingewiesen, dass die Inhaltsstoffe stimmen müssen - heißt das etwa, dass jede Ernte untersucht werden muß??? Macht ein Imker das tatsächlich nach jeder Ernte??? Wenn ja, wo wird dies gemacht und wie teuer ist diese Untersuchung?


    Ich weiß, viele viele viele Fragen - aber ich würde mich wirklich freuen, wenn man mir diese beantworten kann. Auch schon mal für mich im Vorfeld, wenn ich selbst mit Bienenvölkern anfange.


    Herzlichen lieben Dank für Eure Mühe


    Megami

  • Moin Megami,


    die Honigart muß nicht auf's Etikett, "Honig" reicht. Bzgl. des MHD sind ein bis zwei Jahre nach Abfülldatum ein guter Daumenwert. Bei meinem Honiglehrgang meinte der Dozent, dass man auch gut fünf Jahre angeben könne. Derzeit verlängern wohl Großabfüller ihre MHD-Angaben, um lange Lagerzeiten der Lebensmittelkonzerne "auszugleichen".
    Allerdigs muß der Imker die Einhaltung der Mindeststandards (siehe Dt. Honigverordnung bzw. D.I.B.) bis zum Ablauf des MHDs garantieren.


    "Tip" des Dozenten: rückt das MHD in Sichtweite: Etiketten entfernen und neue mit "erweitertem" MHD aufkleben. Kein Kommentar.
    Tip an Deinen etikettensparenden Lieferanten: er sollte sich mal mit den Vorschriften beschäftigen - ruckzuck könnte er sonst in ernste Probleme laufen.
    Du kannst natürlich seine Blankogläser selbst mit den erforderlichen Angaben versehen - haftest dann allerdings für die Ware. Beim "in den Verkehr bringen" ist es übrigens egal, ob Du Gläser verkaufst oder verschenkst - sobald Dritte ins Spiel kommen müssen die Regelungen (Honigverordnung, Fertigverpackungsverordnung, Eichgesetz, u.v.a.m.) eingehalten werden. Immerhin geht es um Lebensmittel...
    Wobei ich bei einigen Zeitgenossen froh bin, dass sie nicht mit Mett oder Eiern handeln, sondern mit "übersättigten Zuckerlösungen", die Gott sei Dank wesentlich unkritischer in der Handhabung sind.


    Empfehlenswert ist für diese Fragen die "Honigfibel" der Landwirtschaftskammer Münster - falls man nicht gleich 24,95€ für "das große Honigbuch" (Kosmos-Verl.) ausgeben mag.


    So manchem I. würde ich dann noch die Hygienefibel aus gleichem Hause ans Herz legen - aber das ist bereits O.T.


    MfG
    Hermann

  • Hallo Megami,


    kauf Dir ein Glas Honig bei einem Imker - oder aus einem Lebensmittelgeschäft - und schau, was auf dem Etikett steht.
    In aller Regel sind die richtig etikettiert.
    Da Du die Arbeitsweise (Hygiene?) Deines Lieferanten evtl. nicht kennst, laß ihn etikettieren. Wenn er in keinem Verein ist, hat er seine Völker denn überhaupt beim Veterinär gemeldet?
    Irgendwie muß er ja z.B. im Faulbrutfalle erreichbar sein.


    Du haftest auch für Waren, von denen Du nichts weißt...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hej Megami,


    Hallo,


    ich bin selbst leider keine Imkerin. Habe aber schon viele Jahre Interesse daran und irgendwann wird wohl auch einmal dieser meiner Träume in Erfüllung gehen.


    Das braucht doch nicht irgendwann sein, desto früher du anfängst, desto länger kannst du das erleben (und vor allem die Kinder). Mit einem befreundeten Imker wäre doch nächstes Frühjahr ein realistische Ziel.



    Wir sind ein landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb, ich selbst führe einen kleinen Hofladen gewerblich.


    Falls du hier keine Werbung machen willst, schreib mir doch bitte per PN wo das ist, und was ihr verkauft. Ich bin oft im Hunsrück und kaufe mit Vorliebe undeklarierte Lebensmittel von vertrauenerweckenden Leuten.


    Ich habe nun die Möglichkeit Honig von einem Bekannten über den Hofladen zu verkaufen. Dieser Bekannte ist allerdings in keinem Imkerverein/verband und hat dementsprechend auch keine Banderolen auf seinen Gläsern.


    Man muss weil man Bienen hält auch nicht unbedingt in irgendeinem Verein sein. Mir hat einer aus dem Verein (ich sag nicht wo ich wohne :-D ) selbst gesagt, ich soll doch erst mal so anfangen, das mit der Mitgliedschaft hätte ja noch Zeit. Entgegen anders lautender Gerüchte kann man seine Bienen auch beim Veterinär anmelden, ohne Verein. :roll:


    Es handelt sich um reinen Akazienhonig. Gerne würde ich den Honig über meinen Hofladen verkaufen - aber ich muß ihn dazu etikettieren. Reicht es aus, dass ich auf selbstgestalteten Etiketten, den Hersteller mit Ortsangabe, die Aufschrift Akazienhonig und das Erntejahr notiere. Oder was muß ich sonst beachten? Darf ich diesen Honig überhaupt verkaufen? Muß Honig irgendwie vor Verkauf untersucht und analysiert werden?


    Wenn es sich um reinen (Schein-)Akazienhonig [hmmm, deklarieren die eigentlich alle falsch, die Akazienhonig drauf schreiben?] handelt, ist doch gut. Dann kann man das doch drauf schreiben. Du kannst ja die Etiketten im Auftrag deines Bekannten schreiben, wenn der selber zu faul ist. Lass dir einen Euro dafür bezahlen, dann sind es seine Etiketten und seine Angaben. Ansonsten, ist das gar nicht so wild. Wenn jede Honigcharge vor dem Verkauf analysiert würde, das wäre toll, da hätte Ökotest ja gar nichts mehr zu tun. Und schreib lieber nicht drauf, was auf den gekauften Gläsern aus dem Supermarkt steht, da steht nämlich immer: 'Mischung aus EG-Honigen und Nicht-EG-Honigen' obwohl man sieht, dass die alle Buchstaben da haben, um 'China' zu schreiben.
    Was schreibst du denn an deine Äpfel und Kartoffeln oder was du so verkaufst? MHD? Dein Bekannter kann ja als MHD 3009 drauf schreiben, das ist realistisch, solange er keine Plastikdeckel verwendet.
    Also im Ernst: schreib doch als MHD zwei Jahre später drauf, als Inhalt Honig und die Sorte, und lass dir vom Imker erklären wie er das so genau wissen kann, dann kannst du auch den Kunden was erzählen wenn sie nachfragen (aber die fragen das eh nicht), und lernst nebenbei schon was über das Imkern. Und als Herkunftsangabe: von Bienen aus Klosterkumbd, oder wo immer die zu Hause sind. Also genau das, was du schreiben wolltest + die Menge (Gewicht).
    Da der ja keine Zentner erntet, brauchst du auch keine Chargen-Nr. da der Jahrgang die Charge ist. Der Rest ist der Fantasie überlassen, aber mach lieber nicht so viele kitschige Bildchen auf das Etikett.


    Desweiteren hätte ich gerne gewußt, ob hier Imker dabei sind, die die schwarze Honigbiene züchten - die, die vom Aussterben bedroht ist. Ich frage aus dem Grund, weil wir ein Nutztierarchehof sind und grundsätzlich Haus-und Nutztiere, die vom Aussterben bedroht sind züchten.


    Das mit den schwarzen Bienen ist hier ein gern diskutiertes Thema, da hilft die Suchfunktion sich einen Überblick zu verschaffen.
    Nutztierarche(?); seid ihr bei Vieh-EV eingetragen?



    Ich ahne - hier in diesem Forum sind wahrscheinlich wirklich alle mehr oder weniger professionelle Imker


    Glaube ich gar nicht mal, würde mich aber auch interessieren, wie das so aussieht. Ich habe das Gefühl, jede Menge 'Hobbyimker' hier.



    Beim "in den Verkehr bringen" ist es übrigens egal, ob Du Gläser verkaufst oder verschenkst - sobald Dritte ins Spiel kommen müssen die Regelungen (Honigverordnung, Fertigverpackungsverordnung, Eichgesetz, u.v.a.m.) eingehalten werden.


    Im Link zur LWG heisst es: Bestimmte Erzeugnisse, wenn
    sie (!)gewerbsmäßig(!) in den
    Verkehr gebracht werden,
    unterliegen, dieser VO


    Das heisst: verkauft werden.
    Wäre ja auch noch schöner wenn sich meine Bekannten beschweren wollten, ich hätte ihnen nicht richtig ausgewogenen Honig geschenkt. Schlimm genug, dass ich denen als Garten-mit-pächter von meinem Honig schenken muss.


    LG
    Ralf

    Wir redeten ein bißchen was, dann ging sie wieder. C. Bukowski: Ein Profi

  • Die meisten Fragen sind ja inzwischen beantwortet. Untersuchen lassen mußt Du den Honig nicht. Die anderen Vorschriften sind auch verhältnismäßig einfach einzuhalten, klingen nur kompliziert. Schließlich sind 99% der Imker Hobby-Imker und schaffen das auch.


    Der Knackpunkt ist wirklich die rechtliche Verantwortung für das Produkt. Und das sollte man bei Lebensmitteln nicht auf die leichte Schulter nehmen. - Ich jedenfalls würde diesen Honig nur verkaufen, wenn Dein Imker die Gläser entsprechend der rechtlichen Vorschriften abfüllt und etikettiert...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • ...Also genau das, was du schreiben wolltest + die Menge (Gewicht)....


     
    Plus die richtige Schriftgröße für das Gewicht!


    Zitat

    Im Link zur LWG heisst es: Bestimmte Erzeugnisse, wenn sie (!)gewerbsmäßig(!) in den Verkehr gebracht werden, unterliegen, dieser VO


     
    Hallo Ralf,
    das wird genauso häufig wie falsch dargestellt und war hier schon oft Thema.
    Habe jetzt keine Lust das wieder rauszusuchen.
    Also nix "nur gewerblich".


    Alles was Du weggibst ist "in Verkehr bringen", egal ob verschenkt oder verkauft! Und es ist wurscht ob Wurst oder Honig...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich finde Ihr habt da die ideale Konstellation für einen Hobby-Imker:daumen:
     
    Die Gläser für den Honig muss der Imker irgendwo im Fachhandel besorgen, da gibt's auch fertige Etiketten, bei denen nur noch das MHD und die Erzeugeranschrift, bei kleinen Mengen geht das durchaus handschriftlich, eingetragen werden muss. Alles wichtige steht da drauf.
     
    Wenn Du, was ich vermute, in deinem Laden eine geeichte Waage hast, dann ist sogar problemlos die Fertigverpackungsverordnung einzuhalten.
     
    Mitglied in einem Verband muss der Imker ebensowenig sein, wie jede Honigcharge analysiert oder sonstwie untersucht werden muss. Der Imker ist verpflichtet, seine Bienen dem zuständigen Veterinäramt zu melden und bei der Honiggewinnung und Abfüllung gewisse Hygienestandards einzuhalten. Wenn er dann noch sicherstellt, dass der Wassergehalt im Normbereich der Honigverordnung liegt, kann nichts mehr schiefgehen.


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    Wieder einmal die Falschinformation, die hier aber zum Glück keine Rolle spielt.
    Verkauf im Hofladen ist gewerbliches in Verkehr bringen, somit sind die Vorschriften einzuhalten.
     
    Ansonsten ist es einfach nur Unsinn zu behaupten, dass Verschenken ein in Verkehr bringen ist, bei dem irgendwelche Vorschriften bezüglich Deklaration, Honigverordnung, Fertigpackungsverordnung o.ä. einzuhalten sind.
     
    Beim Hobbyimker-Haustür- oder Freundeskreis-Verkauf gilt die Honigverordnung nur eingeschränkt. Alles andere aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Gewerblich im Rechtssinn ist dieser Verkauf nämlich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wulle () aus folgendem Grund: Korrektur


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    Ansonsten ist es einfach nur Unsinn zu behaupten, dass Verschenken ein in Verkehr bringen ist, bei dem irgendwelche Vorschriften bezüglich Deklaration, Honigverordnung, Fertigpackungsverordnung o.ä. einzuhalten sind.


    Durch ständige Wiederholung wird es nicht richtiger: auch das Verschenken von Produkten ist ein Inverkehrbringen im Sinne der Vorschriften. Lediglich sich stehlen lassen gilt nicht... :wink:

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Durch ständige Wiederholung wird es nicht richtiger....:wink:


     
    Soweit hast Du recht, genau deshalb stimmt der Rest nicht!
     
    Wenn Du als Hobbyimker Honig verschenkst, musst Du diesen weder irgendwie deklarieren noch in einer bestimmten Form verpacken oder ähnliches.
     
    Natürlich bringst Du etwas in Verkehr, aber das war's dann schon.

  • ...aber Du hast z.B. das Thema Verpackungsverordnung an der Backe und mußt entweder Pfand nehmen oder an den Grünen Punkt oder andere löhnen...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!