Sind Imker Tierquäler?

  • Ich habe vor einigen Tagen diese provokante Frage mit einem entsprechenden Schreiben in meinen eMail-Verteiler gegeben und auch einen entsprechenden Brief an die Tierschutzverbände geschrieben. Die Resonanz war interessant, sie reichte von "Nestbeschmutzer" bis Zustimmung.


    Die Problematik habe habe ich hier zusammengefaßt:


    http://honighaeuschen.de/filea…okumente/Bienenqualen.pdf


    Ich stelle es mit meiner masochistischen Grundhaltung :-) mal zur Diskussion.


    Gruß, Klaus

  • Klaus ,
    angesichts der von dir dargestellten Situation, plädiere ich für eine REINE staatliche Bienenhaltung und Versorgung der Bienenpopulation um die Bestäubung sich zu stellen.
    Alternativ, könnten eventuell durch geeignete (Über)Prüfungen ein kleiner Pool an kompetenten Imker einen Bienenführerschein erwerben (gegen angemessene Gebühren), es gibt ja auch geprüfte Angelscheine, Jagtscheine, Bootsführerscheine, Flugscheine, Motorsägenbenutzerscheine. Da würde sich dann die Spreu vom Weizen trennen, natürlich nur wenn alle Vorschriften und Maßnahmen regelmäßig überprüft und kontrolliert werden. Ich denke auch das die Varroa das einzig wirkliche Problem für die Bienen ist. Ordentlich behandelte Völker sind durchaus in der Lage, die sonstigen Umweltbedingungen ohne Schaden zu überstehen.
     
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Klaus,


    das einige Imker mangelndes Hindergrundwissen haben und sich mit dem ganzen nicht beschädigen ist wohl bekannt.


    Bienenhaltung und Imkern lernt man oder man lernt es nicht.
    Wer sich damit beschädigt hat auch Erfolg, wer nicht mal weiß was Faulbrut ist und wie diese entsteht, fehlt die Grundlage für die Bienenhaltung.


    Ich kenne das selbst oder man sieht was mache für eine Einstellung zur Imkerei haben, kümmern sich wenig und ungenügend um die Bienen und das Ergebnis sind Verluste etc…


    Ein Imkerführerschein würde die Spreu vom Weizen trennen.
    Jeder der neu anfängt sollte Schulungen ablegen.

  • Hallo Klaus,
    Ich stimme dir in vielen Punkten zu!
    Aber dennoch muss eines klar sein, wenn Leute wie du erreichen das nur noch zugelassene Mittel verwendet werden dürfen z.B. Ameisensäure 60% mit Schwammtuch von oben. Dann sage ich dir eines, dann gehet es mit unseren Bienenvölkern erst recht den Bach runter. :mad:


    Es gib so viele nicht zugelassene Mittel und so viele Imker die diese erfolgreich anwenden. (z.B. Varrox Oxsalsäure Verdunster oder AS 85% in der Apidea Verdunster Platte von unten)


    Schon allein diese zwei Methoden sind meiner Meinung nach sogar schonender sind als die zugelassenen. (Ich verwände sie mit besten Erfolgen!!!) :daumen:


    Ich stimme dir allerdings zu das gegen die Leute die eindeutig nicht behandeln etwas getan werden muss, denn diese schaden jedem Imker der nach besten wissen und Gewissen die Varroa bekämpft. :evil:


    Mein persönlicher Wunsch wäre nicht das Verbot und die stränge Ausmusterung aller nicht zugelassenen Verfahren, sondern viel mehr dass die nachweislich funktionierenden Methoden zugelassen werden.
    Denn meine Meinung ist, je mehr wir gegen die Varroa an Wirkungsvollen Methoden in der Hand haben des zu besser für die Bienen. (Richtige Anwendung vorausgesetzt!)

    Wobei natürlich eins ganz klar ist, langfristig hilft nur eine Immunisierung der Bienenvölker gegen die Varroa.

  • Dein Hang zum Masochismus läßt sich nicht verkennen... :liebe002:


    Bienenführerschein klingt in der Theorie gut, aber


    - wird nicht kommen, solange nur 20% des Honigverbrauchs in D produziert werden


    - ein Autoführerschein garantiert auch nicht durchweg kompetente, unfallfreie und sich an die Vorschriften haltende Fahrer (siehe Flensburg)

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • langfristig hilft nur eine Immunisierung der Bienenvölker gegen die Varroa.


    Gegen Milben kann man nicht immunisieren...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • wäre eigentlich etwas, was mit Koordination des lokalen BSV unbürokratisch und effizient zu koordinieren sein müßte. - - - Wenn es sich nicht um Imker handelte... :Biene::Biene::Biene:

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Moin , Moin aus Hamburg,


    einheitliche, amtlich kontrollierte ,überwachte
    zwingend,vorgeschriebenen,Sachkundenachweis :roll:


    und so etwas gleich nach dem Aufstehen.:-(


    Dann kannst Du ja gleich die Bienenhaltung verbieten. Keine Bienen, Keine Varroa, keine Fehlbehandlung keine toten Bienen.


    Deine Forderungen sind das Ende der Bienenhaltung in Deutschland. Es wird bestimmt 50 % weniger Bienen geben.Das lässt sich dann auch besser kontrollieren. Dafür wir dann irgendwann die Geburtenrate steigen. Den Kinder sind dann irgendwann noch das Einzige, was man ohne Sachkundeausweis "halten" darf.


    Muß den alles mit der Brechstange durchgesetzt werden ? Warum nicht an die Vernunft des Einzelnen appellieren ? Informieren und ausbilden. Schwarze Schafe gibt es überall.
    Bei Deinen Wünschen sind wir dann auch bald nicht mehr weit davon entfernt, einen einheitlichen, amtlich kontrollierten ,überwachten
    zwingend vorgeschriebenen Sachkundenachweis für freie Meinungsäußerung einzuführen.


    Mit nachdenklichen Grüßen


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • In den Grundsätzlichen Punkten bin ich geneigt, dir zuzustimmen. Es wird viel zu viel herumexpermentiert und zu lasten der Bienen ausprobiert. Was ich aber nur eingeschränkt teilen kann, ist Deine Pauschalkritik an nicht zugelassenen Behandlungsmethoden.
     
    Eine Verätzung der Bienen mit 85% AS ist bei sachgerechter Anwendung ganz einfach nicht gegeben. Unsachgemäß angewendet, kann man andererseits auch mit 60% AS ein Volk problemlos zugrunderichten.
     
    Die Zulassung oder Nichtzulassung bestimmter AS-Konzentratonen oder Anwendungsformen anderer grundsätzlich zugelassener Mittel (auch das Schwammtuch mit 60%, Oxalsäureverdampfer u.v.a. sind nicht zugelassen) ist doch in erster Linie eine Folge der unsinnigen von Industrie- und anderen Interssensverbänden maßgeblich beeinflussten Zulassungsverfahren und Bürokratisierungen.
     
    Einen Imker, der es ablehnt jeden Gessler-Hut zu grüßen, der statt Oxuvar für 18 EUR pro Packung auszugeben lieber für 50 Cent Oxalsäurekristalle und Zucker kauft um dieselbe Mixtur selbst herzustellen oder technische AS 85% aus der Medizinflasche verdampft anstatt seinen zugelassenen Nassenheider mit 60% Ad. us. vet. für 20 EUR aus der Apotheke zu befüllen, als Tierquäler zu verunglimpfen, geht an der Sache ganz einfach vorbei und hat mit den "Geheimmittelchen" anwendenden Oberschlaumeiern und den Milbenbeschwörern die bei günstiger Mondphase Heilkräuter ostlich von der Beute verbrennen nichts zu tun!

  • Gegen Milben kann man nicht immunisieren...


    Was macht dich denn da so sicher?
    Die asiatischen Bienen (Apis cerana) haben es ja auch geschafft.
    Die deutsche Biene hatte nur noch nicht die Zeit und auch nicht die Möglichkeit dazu, sie wurde sozusagen überrumpelt.

  • Sachkundenachweis.... Ich kenne Deine Intentionen nicht wirklich. Fakt ist, dass z. B. ich nicht mit der Bienenhaltung begonnen hätte, wenn dafür noch ein "Lehrgang/ Sachkundenachweis" erforderlich gewesen wäre. (Für den Honigverkauf ist bei uns jetzt einer vorgeschrieben, Altimker haben Bestandsschutz).


    Wie sieht die Verlustsituation bei Berufsimkern aus? Wie sah sie früher in "freier Natur" aus? Könnte mir vorstellen, dass die prognostizierten 20% gar kein schlechter Wert sind.


    Eines habe ich in den Gesprächen mit Imkern bisher gelernt: Es gibt nicht wenige, die einem Neuling auf Umwegen eher abraten von diesem Hobby. Das fängt damit an, dass über die ach so niedrigen Großhandelspreise geklagt wird usw. Jeder potentielle Neuimker wird wohl, vielleicht unbewusst, als Konkurrent gesehen (ist er ja auch).
    Ich hoffe, dass dieses nicht Deine Intention ist. Sicher ist es für einen Berufsimker frustrierend, bei der Standortsuche immer auf diese kleinen Krutscher zu stoßen und Rücksichten nehmen zu müssen. Aber ehe Du auf die staatliche Lösung dieses Problems setzt, wird wohl die Demographie dieses Problem minimieren.


    Die Tierhaltung wird doch schon heute in allen Bereichen interessierten Leuten schwergemacht. Melderegister für Schafe, Ziegen, Rinder: beidseitig Ohrmarken, dass die Kälber/ Lämmer aussehen wie Segelflieger. Anmeldungen von Hühnern beim Veterinäramt. Irgendwo ein toter Schwan... Keulung. Folge des Ganzen: Immer mehr Abhängigkeit von der industriellen Nahrungsmittelerzeugung.


    Ich denke, mit dem Aufruf an diese Verbände geht das Ganze in eine falsche Richtung. Ich persönlich (und wahrscheinlich jeder andere auch), habe keinen Badarf an weiteren "Regularien". Es ist hier in D. eigentlich bereits unmöglich, sich in allen Lagen gesetzeskonform zu verhalten, zuviele Regeln hat unser Advokatenstaat schon hervorgebracht, deren Inhalt man nicht kennt, und wenn man ihn kennt, nicht die Auslegungen in Betracht zieht.


    Bitte, bitte nicht.


    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Klaus,
     
    Du forderst eine zeitgleiche Behandlung in einem Gebiet. Was ist für Dich ein Gebiet? Ein Ort? Eine Stadt? Ein Kreisgebiet? Ein Bundesland?
     
    Was ist mit den jeweils unmittelbaren Nachbarn?
     
    Nur als Beispiel: Ich wohne und halte meine Bienen im äußersten Zipfel eines Kreises. In kurzem Abstand (ca. 300m östlich und 700m südlich) ist die Grenze zu zwei weiteren Kreisen. Auch dort stehen Bienen. Also müßte in diesem Fall die Behandlung schon in 3 Kreisen zeitgleich durchgeführt werden. Doch natürlich haben diese 3 Kreise auch weitere Grenzen. Wie unendlich weit sollte also ein Gebiet sein?
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Den Kinder sind dann irgendwann noch das Einzige, was man ohne Sachkundeausweis "halten" darf.


    Ein "Kinderführerschein" wäre wesentlich wichtiger als ein "Bienenführerschein"... :u_idea_bulb02:



    Ich wäre schon glücklich und zufrieden, wenn die Imker eines Gebietes zeitgleich mit als wirklich wirksam bekannten Mitteln die Bienen behandeln würden und das entsprechende Fachwissen besäßen.


    Gruß, Klaus


    85% AS in Verbindung mit dem Varoakonzept Baden-Württemberg ist ein solches von dir gefordertes Mittel/Verfahren, und momentan hier sogar zulässig.
    Verätzungen der Bienen durch 85%ige AS, sofern sie überhaupt stattfindet ist mit Sicherheit weniger problematisch als die Behandlung mit schwach konzentrierter AS die die Wirksamkeit der Varroabehandlung in Frage stellen...


    Auch ich habe durch Reinvasion wieder massig Milben in den Völkern, obwohl die Behandlungen an meinem Stand zeitgleich liefen und auch ihre volle Wirksamkeit hatten...
    Das kann nur daran liegen, dass ein Wilder Schwarm die Varroaschleuder spielt oder einer der Nachbarimker seine Varroabehandlung "vergessen" hat.


    Forderungen nach staatlicher Kontrolle sind abzulehnen. Der Staat wird daran auch nichts ändern, also suche nach anderen Lösungen des Problems!