Eine gute Erfindung?

  • Ich interessiere mich sehr für Bienenbeuten und eine Vereinfachung der Betriebsweise und lese sehr viel darüber. Ich selbst imkere mit Rähmchen + Mittelwänden, behandle mit AS und OS gegen die Varroa und Schneide Drohnenbrut. Inspiriert von der Einraumbeute von Mellifera, der Trogbeute, der Lagerbeute nach Bremer und meinen eigenen Magazinen kam mir eine Idee weil:
     
    - ich möchte einen ungeteilten großen Brutraum
    - keine schweren Kästen mehr heben
    - eine einfache Betriebsweise mit möglichst wenig Rähmchen
    - weiterhin mit Mittelwänden (eigener Wachskreislauf) und den o.g. Varroabehandlungsmethoden arbeiten.
    - eine Beute die nicht umständlich und einfach zu handhaben ist (quasi eine Verbesserung der Magazinbeuten)
     
    Meine Idee:
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    Eine Einraumbeute im Warmbau. Als Maß Zander 1,5 (ginge aber auch DN 1,5, Zadant oder Dadant). Das Flugloch vorne. Ein ungeteilter großer Brutraum vorne indem die Bienen das Brutnest frei und groß genug anlegen können, dahinter ein Absperrgitter und dahinter der Honigraum. Das ganze kann anfänglich mit einem Schied erweitert oder noch eingeengt werden. Ca. 12 Rähmchen (müsste getesten werden welche Anzahl ideal ist), 6-7 im Brutraum mit ausreichend Platz für Brut und Honigkränzen, 5-6 Rähmchen im Honigraum dahinter. Arbeitet man mit Zander 1,5 dann wäre es umständlich die großen Honigrähmchen schleudern zu müssen. Daher evtl. im Honigraum zwei Zander 3/4 Rähmchen übereinander, verbunden mit einem Klipp die zum Schleudern getrennt werden können und daher nicht so leicht brechen.
    ------
    Vorteile:
    - Ein ungeteilter großer Brutraum
    - Beute besteht nur aus einem Kasten
    - Personen mit Rückenleiden könnten so leichter imkern. Die Beute wäre aber nicht so groß wie die Bremerbeute
    - Ähnlich wie in einer Trogbeute tragen die Bienen den Honig nach hinten, können aber gleichzeitig im großen Brutraum genügend Honigkränze anlegen.
    - Verwendung herkömmlicher Rähmchenmaße
    - Anwendung einer Bienenflucht wäre genauso möglich. Man müsste sie nur senkrecht zwischen Honigraum und Brutraum statt dem Absperrgiter einsetzen
    - Einfach zu bauen und einfach zu imkern
     
    Ich hoffe ihr habt ein wenig Phantasie und könnt Euch vorstellen was ich meine. Was haltet ihr davon? Wäre es einen Versuch Wert eine solche Beute zu bauen und zu testen? Sollte es genau das gleiche schon geben, sage ich gleich mal Entschuldigung. Ich will natürlich niemandem Ideen klauen, darum schreibe ich das hier auch öffentlich ins Forum.
     
    Danke für Eure Beiträge
     
    Gruß ChrisM

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  • Hallo Chris,


    also deine Erfindung ist ja Erstens - wie du schon einräumst - eigentlich keine, da es die Einraumbeute schon gibt und genauso die Golzbeute.


    Und Zweitens hast du schon vieles was du möchtest in Form deiner 1.5er Zander. Arbeite mal eine Zeit damit und du wirst sehen, dass sie alles erfüllt, was du dir wünscht. Aus einem/zwei aufgesetzten Honigraum kann man auch die Waben einzeln entnehmen. Großwaben schleudern kannst du allerding im wörtlichen Sinne knicken.


    Drittens, nicht NOCH EINE NEUE KISTE!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Lieber ChrisM,
    ich habe in meinen ERBs auf der Stirnseite ein Flugloch reingeschnitten und im Warmbau geimkert. Bei Mellifera e.V. hat man das Flugloch mittlerweile auf der langen Seite an den Rand verlegt (also nicht auch mehr mittig). Das ist doch ungefähr das, was Du willst!?
    Das Wabenmaß in der ERB ist übrigens am Dadantmaß (aber hochkant) orientiert, weil man dafür noch Schleudern, bzw. Wabenkörbe bekommt. Bei noch größeren Maßen wird das schwierig.
    Absperrgitter sind in der ERB überflüssig, aber theoretisch möglich. Ich kenne Imker, die sich so was gebastelt haben.


    Nun die Frage: Warum was ähnliches neu konstruieren, was es schon gibt und bewährt und erprobt ist?


    Erhard

  • @ Rainer:
    Klar, alles das was ich da beschreibe wurde schon erfunden! Aber in der geschilderten Kombination so noch nicht verwendet.
     
    @ Erhard:
    Die ERB ist eine echt tolle Erfindung! Aber grundsätzlich ist sie auf Naturbau ausgelegt und hat ein eigenes Rähmchenmaß. Ist sie auch in anderen Betriebsweise z.B. in der beschriebenen Art erprobt? Wäre das nicht eine mögliche Weiterentwicklung für eine alternative Betriebsweise der ERB?
    Ps: Mit dem Flugloch hab ich mich ein wenig blöd augedrückt. Meinte die kleine Seite vorne, Warmbau. Hab das "seitlich" rausgenommen.
     
     
    Mein Vorschlag war nur eine kreative mögliche Idee der Vereinfachung, also bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte niemanden von irgendetwas überzeugen. Ich tüftle nur gerne :lol: Aber bislang hat sich noch niemand dazu geäußert ob das nicht auch wirklich so funktionieren könnte?

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  • Hallo Chris,
    Du tüftelst gerne, dann bist Du bei den Imkern genau richtig, jeder kann machen was er will, kann probieren und sehen, was draus wird. 1oo Beutenmaße, 2oo Betriebsweisen und 3oo alte vergilbte Lehrbücher, Welthunger, Genfutter und lila Gläser. Hier gibt es alles. Also versuchs und teile uns in drei Jahren dein Ergebnis mit. Die meisten Ideen sterben daran, dass sie nicht ausprobiert werden, dass man sie zerredet oder von anderen zerreden lässt. Probier es aus, wenn es nicht klappt, dann verbuche es als Erfahrung. Die meisten Imker haben viel davon. Und wenn es klappt, dann schreib ein Buch darüber. Man ist erst dann ein richtiger Imker, wenn man sein eigenes Beutenmaß erfunden hat. :-)
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • [QUOTE=ChrisM;206164 Aber bislang hat sich noch niemand dazu geäußert ob das nicht auch wirklich so funktionieren könnte?[/QUOTE]


    Chris


    Erhard hat schon einiges Wesentliche dazu geschrieben, dass was du vorhast wird so nicht funktionieren weil du dir einige Grundlagen klarmachen solltest.


    Grundsaetzlich - du moechtest eine Lagerbeute haben, davon gibt es bereits verschiedene Bauarten alle mit aehnlichen oder gleichen Betriebsweisen, nur um ein paar zu nennen ERB, TBH, Layens, Bauernstock, etc., im Sued- und osteuropaeischen Raum auch haeufig in Dadant-Blatt. Versuch erst mal hier mehr Informationen zu sammeln - wenn du die Betriebsweise verstanden hast werden sich einige deiner Fragen von alleine loesen. Das und warum diese Magazinbeuten ueberlegen sind, kannst du schon bei Dzierzon nachlesen. Aber - gewisse Beduerfnisse der Bienen muessen dabei eingehalten werden.


    Wenn Quer-/Warmbau dann besser Hochwaben mit weniger als 30 cm Wabenbreite. Bei Breitwaben sind die 37 cm NM m.E. das absolute Maximum in der Breite - nix mit 1,5 ZA.


    Du brauchst genuegend Volumen, auch bei Ableger/ Schwarmvorwegnahme ca. 90 L.


    Bei Laengs-/ Kaltbau braucht man Breitwaben mit mindestens 40 cm Wabenbreite bei einem Breite:Hoeheverhaeltnis von ca: 1,6:1. Dabei sollte das Flugloch seitlich angeordnet sein.


    Heinrich

  • Hmm, verstehe ich das richtig - Hinterbehandlung? Also immer, wenn man ans Brutnest will, räumt man von hinten die ganze Herrlichkeit aus?
    Brrrrr, das habe ich mir seit den ersten Erfahrungen mit der T4-Beute abgewöhnt...


    Ansonsten haben mich ähnliche Gedanken geleitet weshalb ich ja bei der 1,5er DN gelandet bin; auch im Warmbau.


    Melanie

  • Hmm, verstehe ich das richtig - Hinterbehandlung? Also immer, wenn man ans Brutnest will, räumt man von hinten die ganze Herrlichkeit aus?
    Brrrrr, das habe ich mir seit den ersten Erfahrungen mit der T4-Beute abgewöhnt...
     
    Ansonsten haben mich ähnliche Gedanken geleitet weshalb ich ja bei der 1,5er DN gelandet bin; auch im Warmbau.
     
    Melanie


     
    Nein, keine Hinterbehandlung! Ein Kasten und ein Deckel, Rähmchen zum herausziehen nach oben genau wie im Magazin! Bienen tragen den Honig Fluglochfern ein, somit hier nach hinten. Man könnte das ganze im Dadant-Maß oder für DN 1,5 bauen, diese Waben könnte man auch noch schleudern. Das Maß wäre ein herkömmliches, keine Neuerfindung. Ziel ist eine einfachere Betriebsweise ohne Kästenheben, also sogar für Personen mit Rückenleiden. Die Beute wäre nur länger, dafür nicht so breit wie z.B. eine Bremerbeute, der Honig würde eben nach hinten getragen nicht seitlich wie bei Bremer. Aber ein größeres Rähmchenmaß, nicht so viele Rähmchen wie in einer Trobeute. Zudem ein großer ungeteilter Brutraum. Senkrechter Einbau von Absperrgitter und Bienenflucht möglich, einsetzbar wie ein Rähmchen. Die Einraumbeute von Mellifera ist etwas ähnliches. Ich dachte aber eher ohne Naturbau sondern mit Mittelwänden in einem gängigen und nicht neuem Maß.


    Kurz gesagt: Eine einräumige Lagerbeute im Warmbau mit herkömmlichen (aber einem der großen) Rähmchenmaße, in der der Honig nach hinten gelagert wird.

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  • Hallo,
    denke auch, dass du dir 2 bis 3 dieser Beuten bauen solltest und erst einmal Erfahrungen damit sammelst. In der Praxis wird sich dann zeigen, wie gut oder schlecht deine Idee gewesen ist.
    Ich habe im letzten Jahr auch überlegt, ob ich meine vorhandenen Hinterbehandlungsbeuten (Normbeute 52) mit einem Umbau an die moderne Magazinbetriebsweise anpassen kann. Hab mir 3 dieser Beuten so umgebaut, dass ich die beiden ursprünglichen Räume nun als Brutraum nutze und den Deckel der Normbeute habe ich so umgearbeitet, dass ich nun "Segeberger Zargen" als HR aufsetzen kann. Somit habe ich einige Nachteile (kleiner Brutraum/ alle Waben nach hinten ausräumen) der HB abstelle können, mir aber gleichzeitig die Vorzüge (Sicht durch die Fenster auf die Baurahmen usw.)erhalten können. Nachdem ich nun 1 Saison damit geimkert habe, hab ich mich entschlossen, nach und nach komplett auf diese Betriebsweise umzustellen.


    Gruß Niels


    PS Hat noch jemand Interesse am Umbau der Normbeute????:roll:


  •  
    Hallo Niels,
     
    hattest Du in den zwei Bruträumen alle Waben drin? Siehst Du irgendwelche Probleme?
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Niels,
     
    hattest Du in den zwei Bruträumen alle Waben drin? Siehst Du irgendwelche Probleme?
     
    Gruss
    Hagen


    Hallo Hagen,


    habe in beiden Räumen je 12 BW und dann das Baurähmchen. Eingewintert habe ich sie auf jeweils 11 Waben pro Raum, wie in der Segeberger. Hatte bisher keinerlei Probleme.:daumen:


    Gruß Niels

  • Hallo Chris,
     
    was spricht bei deinen Überlegungen eigentlich gegen die Verwendung der (bereits erfundenen) Trogbeuten?
     
    Ich imkere mit Magazinen und Trogbeuten und kann - so glaub ich - die jeweiligen Vor/Nachteile gut erkennen. Bei Deinen aufgelisteten Zielen kann ich aber im Moment nichts finden, was nicht auch mit einer Trogbeute erreicht werden könnte.
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.