Vereinigen von Völkern jetzt

  • Hallo,
     
    in der aktuellen "die biene" und auch im aktuellen "Bienenjournal" steht, dass man jetzt noch schwache Jungvölker vereinigen kann.
    Mann müsse die Zargen nur aufeinandersetzen, ohne Zeitungspapier. Die Bienen würden das jetzt allein regeln.
    Meine Fragen dazu:
     
    - Ist das zum jetzigen nicht zu viel Unruhe für die Winterbienen?
    - Die Flugbienen eines Volkes würden doch an ihren alten Standplatz zurückkehren und ggf. sich in andere Völker auf dem Stand einbetteln mit der Folge, auch dort für Unruhe zu sorgen. Oder nicht?
    - In "die biene" heißt es, dass man bis zum Zeitpunkt der Vereinigung nur die Hälfte des Wintervorrats einfüttern soll, nach der Vereinigung den Rest. Warum? Ich konnte das nicht absehen und habe beide bereits voll eingefüttert. Ist das daher nun ein Problem?
     
    Für eure Antworten bin ich wie immer dankbar.
     
    Gruß
    Daniel

  • Hallo Daniel,
    da beide Völker sich um diese Jahreszeit bereist vorwinterlich eingerichtet haben, müssen sie sich in der neuen Zusammensetzung zu einen gemeinsamen Wintersitz zusammen finden. Dies geschieht natürlich am besten durch gemeinschaftliche Arbeiten; sprich verarbeiten und einlagern des restlichen Winterfutters. Es wäre ja nicht gut wenn beide in ihrer Zarge verharren würden.
    Wenn die Bienen ihren Standort nicht gerade im Hochgebirge haben, sehe ich bei den zur Zeit herrschenden Temperaturen, ich kann natürlich nur für meine Region eine Aussage treffen, keine größeren Schwierigkeiten bei der Zusammenführung. Und eine eventuelle Unruhe legt sich sehr schnell.
    Ich setze aber trotz aller Zusagen, dass es auch ohne Zeitung geht, auf eine nur wenige Stunden dauernde Trennung durch ein Zeitungspapier.


    Wenn beide Völker die Du im Auge hast jetzt schon Winterfertig sind ist hier eine Fernentscheidung bzw. Beratung schwierig. Wieviele Waben besetzen denn die beiden Kandidaten?


    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Daniel,
    ich habe es befürchtet, keiner unterstützt mich oder wiederspricht mir.
    Deine Volksstärken Angaben sind "Grenzwertig", hier zählt jetzt das Bauchgefühl.
    Ich gehe davon aus, dass es Ableger mit diesjährigen Kg sind. Dann würde ich es riskieren sie einzeln zu überwintern, bei bereits erfolgreich durchgeführter Varroabehandlung. Haben sie bereits einen Winter durchlebt, würde ich sie eher zusammenlegen, aber auch nur dann, wenn eine erfolgreiche Varroabehandlung durchgeführt wurde.
    Ich liebe Ferndiagnosen.:wink::confused:
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Eisvogel,


    ja es sind Ableger mit diesjährigen Königinnen. Ich hatte auch vor sie einzeln einzuwintern, die Artikel haben mich aber nachdenklich gemacht.


    Aber deine Antwort hilft mir. Ich werde sie nicht vereinen. Ich probiere beide über den Winter zu bekommen.


    Gruß
    Daniel

  • Hallo Daniel,


    Ich will Eisvogel nicht unbedingt widersprechen, aber wenn du schreibst, das die Ableger nur auf etwa 5 Waben sitzen, dann sitzen sie bei niedrigen Temperaturen nur noch auf drei Waben. Ich würde beide Ableger vereinigen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo


    überwintern und trachtstark im Frühling
    sind zweierlei Sachen


    Bei der Biene ist nichts statisch
    kleine Einheiten können wachsen wie irre
    Große können stagnieren


    Überwinterungsstärken sind sehr von der Gegend abhängig
    zB wie lange können sie nicht fliegen und Nektar sammeln.


    Nachdem ich letzten Winter einzargige Mini Plus
    ohne Probleme durchbekommen habe
    trotz der gerade wegen der langen Kälte
    habe ich keine Mindestgröße mehr fix im Kopf.


    Von daher schließe ich mich Eisvogel an.


    Gruß Uwe

  • Hallo!


    Wegen der halben Futtermenge kann ich nur mutmaßen, aber wenn beide voll eingefüttert wären, wäre dass viel zu viel Futter für ein Volk. Etwas nachfüttern um die Löcher aufzufüllen wird aber notwendig sein, damit das Volk im Winter immer Kontakt zum Futter hat.


    Ich habe bei meinen Völkern die Erfahrung gemacht, dass Jungvölker im Frühjahr zu den Wirtschaftsvölkern schnell aufholen und bei der Honigenrte keine Unterschiede zwischen den Völken besteht.


    lg
    Andreas