Wo gibt es besten Honig?

  • Liebe Bienenfreunde,


    Frankreich ist beispielsweise für tolle Weine bekannt. Wo gibt es besonders guten Honig? Gibt es Hersteller, die über Landesgrenzen hinaus für außergewöhnliche Honige bekannt sind? Welches Land ist für besonders gute bzw. qualitativ hochwertige Honige anerkannt, weil z.B. besondere Trachtverhältnisse zu verzeichnen sind? Ich möchte mich gerne durchkosten, um zu wissen, was besonders gut ist bzw. was besonders schmeckt.


    Danke!


    Summ!

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  • Moin,
    Tasmanien, Leatherwood-Honig - ich hab ihn aber noch nicht in die Finger gekriegt, aber er hat einen weltweit sehr guten Ruf wegen seines Geschmacks.
    Manuka-Honig aus Neuseeland ist ebenfalls ziemlich berühmt, aber als Medizin, und so schmeckt er auch *schüttel*.
    Aus Frankreich Lavendelblütenhonig, der ein eher zartes Aroma hat, und Thymianhonig, der ans "kräftige" Ende der Geschmacksskala gehört; Italien mit zartem Orangenblütenhonig; schottischer und deutscher Heidehonig; Schweizer Alpenrose; Weißtanne aus dem Schwarzwald; und so weiter.


    Es lohnt sich aber schon, allein mal die vorhandene Vielfalt der eigenen Region zu erforschen, jedes einzelne Volk macht anderen Honig als sein Nachbarvolk...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Frankreich ist beispielsweise für tolle Weine bekannt. Wo gibt es besonders guten Honig? Gibt es Hersteller, die über Landesgrenzen hinaus für außergewöhnliche Honige bekannt sind? Welches Land ist für besonders gute bzw. qualitativ hochwertige Honige anerkannt, weil z.B. besondere Trachtverhältnisse zu verzeichnen sind? Ich möchte mich gerne durchkosten, um zu wissen, was besonders gut ist bzw. was besonders schmeckt.


    Hallo Hannes,


    ich bin der Meinung, daß, wenn man von überragendem Honig redet, die Sortenorientierung eher störend als hilfreich ist. Die größten Honigerlebnisse, die ich hatte, waren zum größeren Teil keine sortenreinen Ernten. Aber es waren oft Produkte von im kleinen Maßstab arbeitenden Qualitätsfanatikern.


    Es ist beim Wein ja ähnlich. Reinhard Löwenstein (einer der großartigsten Winzer Deutschlands) macht in Winningen Rieslinge, die einem den Atem verschlagen können - weil sie eben nicht das Stereotyp des klassischen Moselrieslings bedienen. Man schmeckt das Terroir, die Lage, die Landschaft - es ist wundervoll. Der Uhlen schmeckt nach Uhlen. Und trotzdem bleibt der Wein ein Riesling. Nur, was für einer!


    Oder beim Honig: Jespers und Najas (vermutlich :)) Vangså Hede schmeckt eben nicht einfach nach einem guten Heidehonig, sondern nach... mehr. http://neuerhonig.wordpress.co…-blind-date-in-der-heide/


    Nur, die Erzeuger sind oft kaum bekannt, weil sie klein sind. Es gibt auch beim Honig "große Namen". Nur kennt sie kaum jemand.

  • Bei mir... :cool:


    Hier sehr schön zu erkennen : Es liegt immer in den Augen des Betrachters.
    (wenn man dabei noch eine Sonnenbrille auf hat, ist das bestimmt extgrem subjektiv) :wink::p_flower01::liebe002:


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Die größten Honigerlebnisse, die ich hatte, waren zum größeren Teil keine sortenreinen Ernten. Aber es waren oft Produkte von im kleinen Maßstab arbeitenden Qualitätsfanatikern.





    Beim Wein gibt es ja viele Möglichkeiten. Wie aber kann man als Imker die Honigqualität ENTSCHEIDEND beeinflussen?

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  • Summ indem man z.B. auf die Kristallgröße Einfluss nimmt z.B. durch Rühren.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Das hängt sicher von deinem Geschmack und dem deiner Kunden ab.
    Ich finde groben Honig wie auch cremigen ziemlich lecker - alles auf seine Art.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Beim Wein gibt es ja viele Möglichkeiten. Wie aber kann man als Imker die Honigqualität ENTSCHEIDEND beeinflussen?


    Meine Meinung dazu (Reihenfolge nach subjektiver Wichtigkeit):


    1. Selbstkritik.
    Bereit sein, den eigenen Honig nicht von vornherein toll zu finden. Sich selbst gegenüber zum Korinthenkacker werden. Tolle Honige anderer Imker probieren. Auch nicht so tolle. Eine Vorstellung davon entwickeln, was man will und was nicht.


    2. Lage, Lage, Lage.
    Mit dem Stand im eigenen Garten kann man ein Riesenglück haben. Das ist aber nicht immer so. Sich vielleicht mit dem Gedanken an einen zweiten Stand weiter draußen anfreunden. Ein Pilotvolk in eine vielversprechende Lage stellen, wo z. B. die Linde etwas weniger knallt und dafür Tau oder Kastanie ein bißchen mehr tönen dürfen. Oder weniger. Oder...


    3. Konzept für den eigenen Honig.
    Hat man einige Jahre Erfahrung mit der eigenen Gegend, bekommt man ein Gefühl dafür, was die Gegend zu leisten imstande ist und was nicht. Ich habe eine phänomenale, völlig lindentaufreie Winterlindenblüte in perfekter Entfernung von meinem besten Stand. Das ist meine Stärke. Ich habe alle paar Jahre auch mal eine Tautracht; wenn man den Schleuderzeitpunkt richtig wählt, kommt da ein Waldhonig 'raus. Aber der ist im Vergleich zu anderen Waldlagen weiter im Süden unseres Landes unterdurchschnittlich, manchmal sogar miserabel.
    Also laß' ich es halt sein. Um im obigen Bild zu bleiben: Reinhard Löwenstein weiß genau, warum er im Uhlen Riesling und nicht Blaufränkisch anbaut. Seine Lage hat perfektes Rieslingpotential. Also macht er nur das, und dafür richtig.


    4. Nicht lockerlassen beim Wassergehalt.
    Welchen Charakter hat mein Honig? Welcher Wassergehalt paßt dazu? (ein paar Ideen dazu stehen hier.) Und dann auf diesen Wunschwassergehalt hinimkern. Das braucht oft ein paar Jahre, bis man den Bogen 'raus hat, und der Weg dahin kann schon von Stand zu Stand verschieden sein.


    5. Honigfehler vermeiden.
    Rauch und bebrütete Waben sind neben einem unpassenden (oft zu hohen) Wassergehalt die beim kritischen Verkosten am häufigsten auffallenden Honigfehler. Also: beides konsequent aus dem Honigraum 'raushalten.


    6. Den richtigen Erntezeitpunkt wählen.
    Soll die Robinienblüte noch mit in die Frühtracht oder schon mit in die Sommertracht? Sollte ich das erste Springkraut besser aus dem Sommerhonig 'raushalten? Haut das mit der Honigreife hin? Etc.


    7. An der Textur arbeiten.
    Vor dem Rühren überlegen, was man will. Cremigkeit? Stichfestigkeit? Oder hat man eher die heimliche Liebe zu ungerührtem Honig? In der Sommertracht die Impfung nicht von vornherein verteufeln. Impfen ist nicht Verschneiden. Diesbezüglich die Idee des optimalen Honigs auch mal über die eigene Dogmatik stellen. Es reichen manchmal weniger als 3% desselben Standes und Jahrgangs aus der Frühtracht.


    8. Gehezu 1.
    Wie ist der Honig geworden? Was hat geklappt, was nicht? Was muß besser werden? Die Arbeit am nächsten Jahrgang beginnt mit der Sommerernte des Vorjahres. Ggf. mit dem Feinschliff anfangen: dynamischer Honigraum (bei nassauer abgucken), Naturbau über'm Gitter (dito), Ertragsreduzierung (weniger aufsetzen, als sie füllen können), frühe Frühtracht besser nutzen durch stärkere Völker - da fängt die Spielerei an, die mit etwas Glück und viel Geduld zu außergewöhnlichen qualitativen Spitzen führen kann.