Thema Nicht-Behandeln

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    Wir haben keine Ahnung, wie die ferals das gemacht haben, aber es passierte in Höhlen im Wald, und solche VT-Völker sterben sehr schnell, wenn sie in normale Magazine umgesiedelt und normal beimkert werden.
    Das sollte uns doch schon was sagen....sowohl was Betriebsweise als auch Ernährung angeht. Oder?:cool:


    Möglicherweise - aber ich bin nicht überzeugt, dass es diese wilden varroa-toleranten (europäischen Honig-) Bienen überhaupt gibt, die sich über einen längeren Zeitraum halten können.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • :lol: Dann fahr hin und guck sie dir an...
    Was 5-7 Jahre fast völlig weg war, und danach recht schnell zu alter Stärke zurückkam, dürfte mit Fug und Recht als VT bezeichnet werden.
    Deren Verlustquote dürfte in den ersten Jahren bei 98% gelegen haben, daher der Rückgang (man beachte, daß die es innerhalb von zwei, drei Jahren mit Tracheenmilben UND Varroen zu tun bekamen).
    Daß es überhaupt Überlebende gab, und die sich seit fast 15 Jahren wieder normal vermehren, ist schon bemerkenswert.
    (und nein, das sind NICHT alles ausgebüxte Schwärme von lokalen Imkern, die Bienendichte in den USA ist da nicht so hoch wie hier, eher reziprok)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Vielleicht schon. Ich empfände es aber schon als Fortschritt, wenn man dauerhaft auf Behandlungen an Völkern, die Brut pflegen, verzichten könnte.


    Hallo Nigra,
    mach doch mal den neuen Faden auf:
    >wenn man dauerhaft auf Behandlungen an Völkern, DIE BRUT PFLEGEN, verzichten könnte.<
    Das ist ein wichtiger Aspekt, vielleicht kann man da eine Frühjahrsbehandlung im Februar mit Milchsäure,
    also fast brutfrei, ent- tabuisieren?
    Ich bin selber in mir im Widerstreit, was mache ich bienengerecht, was ist zuviel oder zuwenig.


    Was mich aufhorchen läßt, die Dunklen seien Stecher? Ich ziehe das aus den vorangegangenen Beiträgen.
    Wird ein altes Vorurteil bestätigt?
    Ich setze mich persönlich ein für die Erhaltung alter hier oder bei dir lebenden Tierrassen ein.
    Andere schreiben wiederum anderes.


    Liebe Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Was 5-7 Jahre fast völlig weg war, und danach recht schnell zu alter Stärke zurückkam, dürfte mit Fug und Recht als VT bezeichnet werden.
    ...
    (und nein, das sind NICHT alles ausgebüxte Schwärme von lokalen Imkern, die Bienendichte in den USA ist da nicht so hoch wie hier, eher reziprok)


    In den USA gibt es 2.5 Mio Völker auf 10 Mio km^2,
    das ist eine Bienendichte genau wie in...


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=23073&p=253517#post253517

    z.B. Brandenburg..., Bienendichte 1 Volk pro 4 Quadratkilometer....:cool:


    Was mich so skeptisch macht:
    "Varroa-Toleranz" existiert nur in Amerika (und nur solange, bis die Bienen entdeckt werden) - die Nichtbehandler setzen die VT als gegeben voraus, aber wirkliche Beweise, die gibt es nicht.


    Wünschenswert wäre es ja - wenn es VT (der europäischen Honigbiene) wirklich gäbe, dann hätten diese Bienen einen Evolutionsvorteil und kämen (hoffentlich) irgendwann auch zu mir - bis dahin wird behandelt - die Bienen gut durch den Winter zu bringen ist mir das Wichtigste. auch wenn mancher das als reaktionär ansieht.


    :wink:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ja, beehead,
    als ich den Link angeklickt hatte, nur künstliche Besamungen, das widerstrebt mir.
    Ob die Dunklen nun heimisch sind, ich weiß es nicht. Es sind nur meine Bemühungen, für meinen Kopf ein bißchen
    Ordnung in dieses Chaos "Bienenhaltung" zu bringen.
    Viele Zweifel verstärken sich neuerdings bei mir, ob wir es wirklich hinkriegen, die Bienen in ihrer Art zu erhalten.
    Ich versuche mit einer "Eifelbiene", die nur aus meiner Region stammt, etwas aufzubauen, mit nur einem großen Brutraum,
    Naturbau und flachen Honigzargen.
    Allerdings gehen meine Haare auch schon von blond in grau über. Die Zeit läuft (ab).


    Ein Ziel habe ich noch, möglichst viele ganz einfach an die Bienen zu bringen.


    Liebe Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Zitat

    In den USA gibt es 2.5 Mio Völker auf 10 Mio km^2,


    Das kannst du nicht vergleichen - die Besiedelungsdichte ist tw. sehr viel geringer und tw. sehr viel dichter, allein schon wegen der Riesenfläche, das ist ja nicht alles gleichmäßig verteilt.
    Und du vergißt die Primorskis - daher ja meine Überzeugung, daß es schon vor sehr langer Zeit Kontakt zwischen unseren Bienen und der Varroa gab.


    Was ist denn, wenn grad die Mobilbauimkerei und die alljährliche Filetierung der Völker für Ableger der Knackpunkt wäre?:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Das sollte uns doch schon was sagen....sowohl was Betriebsweise als auch Ernährung angeht. Oder?


    Das sagt uns, dass Bienenvölker vor allem dann überleben, wenn sie den Honigdieben nichts abgeben. Die Natur selektiert auf überleben und nicht auf die Unempfindlichkeit gegen Sauerbrut oder auf Sanftmut, Wabensitz, Schwarmträgheit und was es sonst noch so alles für menschliche Kriterien gibt.


    In natürlich reinrassigen Honigbienenpopulationen und ebenso in imkerlichen Beständen, die nicht ganz gezielt angepaart werden, stellt man eine sehr grosse Bandbreite von Eigenschaften fest. Das scheint der Honigbiene bereits in vormenschlicher Zeit nützlich gewesen zu sein. Schliesslich ist sie ein sehr altes Tier.


    Jetz kommt aber der Mensch und will nur noch die beste Biene der ganzen Welt halten. Ob das wohl gut herauskommt?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nigra ()

  • die Dunklen seien Stecher?


    "die Dunklen" was subsumiert man denn darunter? Es gibt ganz verschiedene Eigenschaften unter Völkern die mit DNA-Fingerprints eindeutig der Mellifera zugeordnet werden können. Noch bunter wird es, wenn man die sogenannte "Landrasse" anschaut, die von anderen halt auch der Mellifera zugerechnet wird.


    In einer Gegend mit nur dunklen Völkern kann man lange im T-Shirt imkern indem man nur die mütterliche Seite bearbeitet. Sind andere Rassen in der Gegend, reicht das nicht mehr aus, es muss auch die väterliche Seite bearbeitet werden. So ist zumindest meine Erfahrung.


    In Beeheads Link empfiehlt ja der Luxemburger flächendeckende KB. Er wird wissen warum.

  • Nigra ,
    da hast du ja nur einen Satz rausgenommen, da steht viel mehr in seinen Publikationen.
    Hast du nicht gelesen, dass den Völkern nur ein Teil des Honigs entnommen werden sollte, dass die Völker sich möglichst selbst versorgen sollten, dass man die Eingriffe auf ein Minimum beschränken kann/soll usw.
    Wenn du richtig liest wirst du selbst für dich was positives finden und mit einigen Vorurteilen ist es dann auch nicht mehr weit her.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hatte ich nicht speziell auf dich bezogen.
    Paul ist jedenfalls jemand der in allen Richtungen keine Berührungsängste hat.
    Von der Fachlichkeit her ein sehr guter Imker/ Züchter.
    Er strebt auf jeden Fall auch die VT an.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • unsere alte "heimische Rasse", gibt es schon lang nicht mehr


    Das stimmt vielleicht für Dein Vereinsgebiet. Polnische, belgische, französische Mellifera sind auf jeden Fall heimischer als alle importierten Rassen. Das heisst überhaupt nicht, dass importierte in irgend einer Form imkerlichen Ansprüchen nicht genügen müssen - eher im Gegenteil.