Thema Nicht-Behandeln

  • Hallo Miteinander,
    vielleicht sollten wir das Thema "Nichtbehandeln" als Chance sehen,
    um weniger zu behandeln?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    meiner Meinung nach funktioniert weniger Behandeln genau so wenig wie weniger Rauchen. Beides hat zwar/wahrscheinlich biologisch nichts miteinander zu tun, hat aber erstaunliche Parallelen.


    Gruß
    Werner

  • N'Abend zusammen.


    Werner
    Würde mich interessieren mit was für Böden du als Nichtbehandler arbeitest?
    Gitterboden, oder sogar mit'nem hohen geschlossenen Boden bei dem das Gemüll drinbleibt wie in einer Spechtenhöhle?
    Ich könnte mir vorstellen, dass die verschiedenen (heute durch die verschiedenen benutzten Behandlungsmitteln kaum noch vorkommenden) Gemüllmitbewohner sich positiv auf auf das Bienenvolk auswirken.
    Gibt es diesbezüglich Erfahrungen?


    Viele Grüsse und besten Dank Melli...!

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]

  • Hallo Melli,


    bisher noch mit offenem Gitterboden. Ist noch ein Relikt aus der Zeit des Behandelns und der Varroakontrolle und sind jetzt eigentlich nicht mehr notwendig.
    Die Überlegung wieder Versuche mit geschlossenen Böden zu machen ist da. Wieder deshalb, weil die ersten Beuten, die ich von meinem plötzlich verunglücken Bekannten "geerbt" hatte, hatten geschlossene Böden.
    Ich schließe mich auch deiner Meinung an, dass Mitbewohner der Beute, seien es Mikroben oder andere Lebewesen, einen Einfluss auf das Volk nehmen können, der bisher nicht beachtet worden ist. Dieses Leben wird durch die Behandlung beeinflusst.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Simon,


    1 Volk die Maus, 1 Volk hat sich den Raum mit Honig vollgestopft (hab ich erst beim Abräumen bemerkt, ca. 30 kg Futter drin, woher weiß ich nicht, nicht von mir) und konnte somit zuwenig Winterbienen erbrüten, 1 Volk war eigentlich zu schwach und hätte aufgelöst gehört, ich habe einen Rettungsversuch gemacht, der hat nicht funktioniert.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Ihr Nichtbehandler,


    Zwei Fragen hätte ich dazu auch noch:
    1. Womit füttert Ihr? Bzw. konntet Ihr einen Unterschied zwischen Honig- und Zuckerfütterung feststellen?
    2. Benutzt Ihr den vielgepriesenen Wabenabstand von 32mm? Oder bleibts bei den klassischen 35mm?


    Ach, und danke an Werner fürs Wiedereinklinken!


    Markus


  • 1 Volk hat sich den Raum mit Honig vollgestopft (hab ich erst beim Abräumen bemerkt, ca. 30 kg Futter drin, woher weiß ich nicht, nicht von mir)


    Aber liegt nicht genau da das Problem?
    Wenn der Honig nicht von Dir kommt und auch keine
    Tracht war, wo kommt er dann her?
    Kommt er von deinem Stand, dann ist alles OK.
    Kommt er von einem Stand eines Kollegen, dann kann der
    nur hoffen, dass seine Bienen auch eine Varroatoleranz
    besitzen.

  • Moin, Holsa,
    nein, nach Ansicht der meisten genau andersrum: ausgeräubert werden (angeblich) nur zusammenbrechende Völker, die ihre Milbenlast dann an die Räuber loswerden - ergo würde sich Werner dann die Milben des Nachbarn nach Hause geholt haben, und NICHT seine Milben dort abgegeben haben.


    Nur muß der Grund für die Räuberei eben nicht nur in zu hohem Varroadruck gesucht werden, sondern m.M.n. auch in einer zu starken Ausprägung der Sanftmütigkeit.
    Wenn die soweit geht, daß sie sich nicht mal mehr gegen Wespen wehren (geschweige denn jemals den Imker auch nur suchend umschwirrten), dann ist der Bogen überspannt, und solche Bienen kann ich nicht gebrauchen.
    Ich hatte schon welche, die derart lieb waren, und ganz sind deren Gene immer noch nicht weg.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne ,
    Sanftmut muss nicht gleich nicht wehrhaft sein.
    Meine Anatonlierlinien sind mir gegenüber sehr sanft, aber gegeüber Räuber und Wespen sehr wohl wehrhaft. Da ist noch gar keines ausgeraubt worden(andere übrigens auch nicht).
    Hab gestern erst 2 Minis zusammengeführt und da meinten einige Suchende diesen Moment ausnützen zu können, denkste, die haben ganz flott das Flugloch abgeschottet und jeden Versuch einzudringen abgewehrt. Da gibt es auch keine Ausnahme, ob Miniplus oder Wirtschaftsvolk. Wenn es eine Wespe mal schafft reinzuommen, kommt sie nur tot wieder raus.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Für Räubereien gibt es viele Gründe.
    Tatsache ist, es entsteht ein Shuttle-Services, der von den Milben gerne genutzt wird.
    Nun gibt es aber im Stock keine Milbenhaltestelle auf der steht:„Nächster Abflug um 11.30 Uhr.“
    Sondern Milben sind Frühbucher und sitzen schon weit vor dem Abflugtermin auf ihren Platz.
    Die entschiedene Frage ist, warum die Milbe aussteigt und nicht wieder mit zurück fliegt.
    Hat ein Imker sein Volk gerade behandelt und es ist „frei“ von Milben, dann ist es das Gelobte-Land für Einwanderer.
    Werden jetzt beim Einfüttern Fehler gemacht und es kommt zu Räubereien, dann war die ganze Behandlung für die Katz.


    Ich finde die Idee des Nicht-Behandeln nicht
    schlecht, nur man muss es sich leisten können,
    finanziell und zwischenmenschlich.

  • Hallo,


    ich habe die gleiche Erfahrung gemacht, wie Sabine. Meine Bienen sind so lieb, dass ich mir nicht mal sicher bin, ob die überhaupt einen Stachel haben. :wink: Und sie wehren sich gegen nichts und niemanden.


    Ich wüßte gern, wie andere den Zusammenhang zwischen Saftmut und Wehrhaftigkeit sehen. Vielleicht in einem neuen Thread?


    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)