Welche Strategie soll ich anwenden

  • Hallo,
    am 1.9.09 hatte ich die Vergiftung meiner Bienenvölker festgestellt. Die Polizei nahm keine Anzeige entgegen, weil keine Absicht der Schädigung zu Grunde läge. Nach 5 Tagen wurden erneut mehrere 100 Krabbler festgestellt. Die Untersuchung in Braunschweig ergab, dass die Bienen durch ein Kontaktgift verstorben sind und dass es nicht zwangsläufig ein Pflanzenschutzmittel sein müsste. Eine genaue Untersuchung lehnen sie ab.
    Das darf doch nicht wahr sein. Mir wurden schon wiederholt Bienen vergiftet, vom Ministerium Hilfe versprochen und jetzt stehe ich da mit schwachen Völkern.
    Ich will mir das nicht gefallen lassen. Für kompetente Ratschläge meiner Vorgehensweise wäre ich dankbar.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich höre das in letzter Zeit immer wieder, dass eine weitere chemische Untersuchung nicht vorgenommen wird. :confused:


    Was für einen Grund haben die denn angegeben, weswegen sie keine weitere und genaue Untersuchung vornehmen wollen? Wenn sie keinen Grund angegeben haben, dann frage sie nach einer schriftlichen Begründung, weswegen sie die weitere Verfolgung nicht aufnehmen wollen.


    Ich hätte mir von der Polizei schriftlich geben lassen, dass sie die Anzeige nicht aufnehmen, nur weil kein Vorsatz vorliegt. Was ist das denn für eine Begründung? Wenn einer ein Auto aus Versehen schrammt und ganz unabsichtlich weiterfährt - ist eine Anzeige doch wohl trotzdem möglich, oder? Weil ein Schaden vorliegt.


    Hast Du eine Probe für Dich zurückgehalten? Dann würde ich Dich mit den anderen vermitteln, die da keine chemische Untersuchung erhalten. Ihr solltet dann die Proben von einem unabhängigen Labor untersuchen lassen.


    Mal sehen, was für Kontaktgifte die dann finden...


    Bernhard

  • Hallo Remstalimker,
    hallo Bernhard,
     
    was ich da gerade lese ist ja fast nicht zu glauben. Wenn die keine weiteren Untersuchungen machen wollen und die Polizei keine Anzeige aufnimmt, könnte man glatt an Vertuschung bereits bekannter Ursachen durch staatliche Stellen glauben.
    Getreu nach dem Motto:" Was nicht sein darf, kann nicht sein".
    Bin mal gespannt ob wir das in Zukunft öfter erleben. Ich glaube leider ja.
     
    Viel Glück und sonnige Grüsse vom Schwarzwaldrand,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Zitat

    Habe gerade das Untersuchungsergebnis meines Vergiftungsverdachtes vom JKI bekommen: "Aufgrund der Ergebnisse der o.g. Untersuchungen gehe ich davon aus, dass die eingesandten Bienen durch den Kontakt mit bienengefährlichen Stoffen getötet wurden. (...) Eine chemische Untersuchung ist derzeit nicht vorgesehen."


    siehe: http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=204468&postcount=17



    Deswegen immer Proben zurückhalten!


    Bernhard

  • Ich weiss nicht, ob Du direkt Vertuschung vorwerfen solltest, jedoch ist mir völlig unersichtlich, weswegen die Behörde, namentlich das JKI, bei so eindeutigen Hinweisen, die chemische Untersuchung NICHT vornimmt? :confused:


    Vor allem frage ich mich, inwieweit solche nicht weiter verfolgten Fälle überhaupt in die offiziellen Statistiken einfließen.


    Bernhard

  • Habt ihr Euch denn schon an das zuständige Veterinäramt gewandt? Was sagen die dazu?
     
    Die Frage ist, ist jemand zu Euren Beuten gegangen und hat da etwas hinein gespritzt oder kamen die Bienen irgendwo mit einem Giftstoff in Kontakt, den sie dann aufgenommen haben? Welche Hinweise gibt es auf eine vorsätzliche Straftat?
     
    Ist es nicht möglich, die Bienen auf eigene Faust einzuschicken und auf den genauen Stoff untersuchen zu lassen? Sollten sich dann die Hinweise auf eine Straftat verdichten habt ihr bei den Behörden doch gleich viel mehr in der Hand!

  • ......Ich hätte mir von der Polizei schriftlich geben lassen, dass sie die Anzeige nicht aufnehmen, nur weil kein Vorsatz vorliegt. Was ist das denn für eine Begründung? Wenn einer ein Auto aus Versehen schrammt und ganz unabsichtlich weiterfährt - ist eine Anzeige doch wohl trotzdem möglich, oder? Weil ein Schaden vorliegt.
     
    ......
     


     
    Was soll sowas bringen? Die Polizisten haben (leider) recht. Eine Anzeige macht nur Sinn, wenn die Bienenvölker mit einiger Wahrscheinlichkeit vorsätzlich geschädigt wurden, weil sonst nichts strafrechtlich relevantes vorliegt. Der Vergleich mit dem Straßenverkehr passt nicht, weil die Polizei in solchen Fällen wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ermittelt, nicht wegen des Sachschadens.
     
    Eine genauere Untersuchung kann meines Erachtens nur erreicht werden, wenn es gelingt, die Umweltbehörde (Landratsamt) davon zu überzeugen, dass da unerlaubt PSM versprüht wurden. Vielleicht kannst Du, Herbert da ja als BSV was ausrichten.

  • Was soll sowas bringen? ...
     
    wenn es gelingt, die Umweltbehörde (Landratsamt) davon zu überzeugen, dass da unerlaubt PSM versprüht wurden. ...


     
    Vetternwirtschaft!!!!
     
    Sorry, aber so ist es!!!!:evil::evil::evil:
     
    Eigene Erfahrung vom Drohn!!!
     
    Der
    Drohn
    der sagt dass das nix bringt, sondern Aufklärung der Honigkunden wird weiter führen!!!
     
    Sag dochmal, dass in Deinem Honig PSM sein könnte!!!


  • Meine Nachfrage haben sie übrigens bislang ignoriert. Da überlege ich mir doch mal, wie ich darauf reagieren werde...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • :-(

    Hallo,
    am 1.9.09 hatte ich die Vergiftung meiner Bienenvölker festgestellt. Die Polizei nahm keine Anzeige entgegen, weil keine Absicht der Schädigung zu Grunde läge. Nach 5 Tagen wurden erneut mehrere 100 Krabbler festgestellt. Die Untersuchung in Braunschweig ergab, dass die Bienen durch ein Kontaktgift verstorben sind und dass es nicht zwangsläufig ein Pflanzenschutzmittel sein müsste. Eine genaue Untersuchung lehnen sie ab.
    Das darf doch nicht wahr sein. Mir wurden schon wiederholt Bienen vergiftet, vom Ministerium Hilfe versprochen und jetzt stehe ich da mit schwachen Völkern.
    Ich will mir das nicht gefallen lassen. Für kompetente Ratschläge meiner Vorgehensweise wäre ich dankbar.
    Gruß
    Remstalimker


    1. Die Polizei ist verpflichtet, eine Anzeige aufzunehmen, wenn der Verdacht einer Straftat vorliegt. Der Verdacht wird hier allein dadurch begründet, daß Du viele tote Bienen hast und sie sich entsprechend verhalten. Der ablehnende Beamte macht sich ggfls. selbst strafbar wenn er die Anzeigenaufnahme ablehnt.
    2. Das hilft Dir jedoch nicht wirklich weiter. Selbst wenn Du als Beweismittel die toten Bienen "überreichst", so werden sie dennoch nicht untersucht werden, da das der Sachverhalt nicht hergibt (ist ja quasi nur ne Kleinigkeit). Ergo bleibt nur die Einstellung des Verfahrens mit der Bemerkung, solltest Du neue Hinweise haben, diese bitte der Staatsanwaltschaft mitzuteilen. Womit Du wieder am Zuge wärst. Sprich: Selbst eine Untersuchung zu veranlassen. Das Ergebnis würde Dir zumindest wahrscheinlich die Ursache verraten. Ob Du dann aber weiter bist als vorher, ist fraglich.


    Gruß
    Günter

  • ich denke wir sollten uns nichts vormachen. Das JKI und auch die andern Behörden wollen doch am liebsten, dass man ihnen nicht unnötig arbeit verschafft.


    Herbert ich rate dir daher folgendes.


    Nimm einen zweiten Imker (BSV ist sehr ratsam) und geh nochmal Bienen einsammeln. Alles dokumentieren, so wie es sonst die Kripo macht mit Foto etc. Und reserve Probe in die Gefriertruhe. Auch die Probe ans Veterenäramt muß in tiefgekühltem Zustand (unter Zeugen) dort abgegeben werden. Dann Anzeige gegen unbekannt bzw. den möglichen Verursacher machen. Das hilft, dass die Polizei einen Aktenvermerk macht. Mit dem dann beim Vet. vorstellig werden und immer sagen, dass du die Zweitprobe unter Zeugen sichergestellt hast!


    Das half schon des öftern!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • :-(
    1. Die Polizei ist verpflichtet, eine Anzeige aufzunehmen, wenn der Verdacht einer Straftat vorliegt. Der Verdacht wird hier allein dadurch begründet, daß Du viele tote Bienen hast und sie sich entsprechend verhalten. Der ablehnende Beamte macht sich ggfls. selbst strafbar wenn er die Anzeigenaufnahme ablehnt.
    .......
     


     
    Welcher Verdacht wird durch die toten Bienen begründet?
    Welche Straftat könnte hier vorliegen?
     
    Genau das ist doch das Problem! Es liegt eben kein Verdacht einer Straftat vor, zumindest keiner der entsprechend der StPO als hinreichend angesehen werden könnte.
     
    Oder fällt dir ein Straftatbestand ein, der allein durch einige tote Bienen naheliegen könnte?


  •  
    Mit der Vermutung, dass es am Ende nichts bringt, liegst Du wohl leider vermutlich richtig.
    Vetternwirtschaft würde ich da aber nicht gleich unterstellen. Die Ursache ist eher die Massenträgheit betreffend des Gesäßes des durchschnittlichen Sachbearbeiters.