Deutschlandfunk über den 41. Weltkongress der Imker im französischen Montpellier

  • Lucas Martinez, Präsident des argentinischen Imkerverbandes Sada:


    „Im letzten Jahr verlor das Land dreissig Prozent seiner Honigbienenvölker.


    Das grosse Problem bei uns ist der massive Anbau von Soja, Gen-Soja. Der verdrängt die Imker immer mehr, vor allem aus der Pampa, wo sie bislang arbeiteten. Der massive Herbizid-Einsatz killt die Bienen."


    Denn die Herbizide killen vor allem alle anderen Pflanzen, die Honigbienen als Nahrung dienen. Nach der Sojaernte bleibt nichts zurück als staubige, leblose Felder.“

    Jean-Marc Bonmatin, Forscher am Zentrum für molekulare Biophysik in Orleans:


    "Natürlich hat das massive Sterben der Honigbienen nicht überall in der Welt dieselben Gründe. Dennoch findet man Hauptzüge, die identisch sind. Ganz global lässt sich so zum einen beobachten: Überall dort, wo Pestizide eingesetzt werden, sind die Bienen anfälliger als andernorts. Und zum anderen: je mehr Pestizide eingesetzt werden, desto schwächer ist die Gesundheit der Bienen."


    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1035720/


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon
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    Vertrauen ist gut, Varroakontrolle ist besser

  • als in der Großen Expertenrunde 2008 zum Bienensterben durch Chlothianidin Dr. Bonmatin seine Ergebnisse vorstellte, gab es heftigen Wiederspruch vor allem von den BAYER Vertretern.


    Es war eh ein glücklicher Umstand, daß er dort sein konnte.


    Man hatte sehr den Eindruck, daß er nicht erwünscht war!


    Deutsche Wissenschaftler werfen ihm vor, daß seine Daten mit Ihren Versuchen nicht "Reproduzierbar" seinen.


    Bonmatin sagte dazu, daß Ihre Versuche nicht richtig gemacht wurden.


    Also was lernen wir daraus?


    Was nicht sein kann, das nicht sein darf!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Aus meiner Sicht haben Herbizide, vor allem das seit rund 35 Jahren weltweit eingesetzte RoundUp mindestens zwei Wirkungen:
    - sie schränken die Vielfalt der Blütenpflanzen (Beikräuter) erheblich ein (je industrieller und großflächiger die Landwirtschaft, desto mehr)
    - die Rückstände, Metaboliten (bei RoundUp sind sowohl das Glyphosat als auch die Metaboliten sehr schwer zu analysieren), reichern sich an, sind auch wasserlöslich und beweglich im Saftstrom der Pflanzen und führen damit zu einer schleichenden Beeinträchtigung der Insekten und Bienen, die an diesen Pflanzen sammeln.


    Hier kann man wirklich eine Korrelation feststellen - die Anwendung von RoundUp weltweit (zunehmend seit 1974) und der Rückgang der Artenvielfalt bei den Blütenpflanzen und den Insekten und der Niedergang der Gesundheit der Honigbienen weltweit.


    Und dann noch die Insektizide der neuen Generationen.


    Der Bienenfreund
    sorgt sich sehr um diese Sache

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21