öffentlich bestellter Sachverständiger für Bienen

  • Deine Bestellung 17

    1. ist quatsch und kannste Dir schenken (7) 41%
    2. hätte ich schonmal in Anspruch genommen (2) 12%
    3. wär gut in einen mir bekannten Streit gewesen (8) 47%
    4. werde ich bald schon in Anspruch nehmen müssen (0) 0%

    Moin,


    weil ich auch sonst kaum was zu tun habe, trage ich mich mit dem Gedanken mich auf die öffentliche Bestellung zu Sachverständigen für Bienen in Sachsen vorzubereiten. Es gibt hier nämlich keinen aber Bedarf. Der ganze Spaß ist nicht eben billig und es handelt sich nicht um eine Einmalausgabe wie Führerschein sondern um 5 jährliche Erneuerung der Bestellung, also eher wie Pilotenschein mit Pflichtstunden.


    Derzeit führt der Mangel an Sachverstand zu Bienen gerade auf Amtsgerichtsebene immer wieder zu krassen Fehleinschätzungen und -urteilen. Imker der Nachbarschaft werden als voreingenommen oft nicht mal als Zeugen gehört und wenn doch werden sie wegen ihrer Eigenschaft als Imker sofort angegriffen und ihre Unvoreingenommenheit und Objektivität wird angezweifelt.


    Der öffentlich bestellte Sachverständige erstellt Gutachten zum Wert von Bienen und Bienenprodukten zum Beispiel im Falle von Ertragsverlusten nach Vergiftungen. Er beschreibt Gefahren und Belästigungen die von Bienen ausgehen aber auch auf sie Einfluß nehmen. Er begutachtet auch den Gesundheitszustand in Überschneidung mit einem tä Gutachter. Abstandsregelungen, Zumutbarkeit, Ortsüblichkeit, mögliche Maßnahmen zur Gefahren- oder Belästigungsabwehr und deren Zumutbarkeit brauchen seinen Kommentar. So'n Gutachter soll alles wissen und trotzdem sachlich und verständlich bleiben und seine Grenzen nicht überschreiten. Also genauso sein wie ich. :daumen: :p


    Was haltet Ihr von meiner Idee und vor allem seht Ihr tatsächlichen Bedarf? (Nur weil mein Land sich freut, daß ich mich meldete, heißt noch lange nicht, dassas auch was zu tun gibt die ca. 2.000 Euro auch wieder rauszuverdienen)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    für was wollen die 2000 €?
    Die suchen doch Fachleute, d.h. Menschen die sich auf eigene Kosten Fachwissen und Praxis angeeignet haben.
    Oder ist die Bestellung an einen staatl. anerkannten Abschluss z.B. Imkermeister, der noch ggf. zu machen wäre, gebunden?
    Und welche Kosten fallen alle 5 Jahre neu an?
    Du siehst Fragen über Fragen - vor einer Abstimmung.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Henry, :p_flower01:
    was glaubst du, wie viele davon es gibt, die überhaupt bereit sind, sich gerade mit Vergiftungen ernsthaft auseinanderzusetzen und wirklich fachkundig zu werden?
    Bitte-bitte, mach es!:daumen:
    (ich kann mir keinen vorstellen, der besser geeignet wäre :p_flower01:, du bist so eloquent UND hast Ahnung vom Thema - das ist SO selten.)
    Bitte - für die Bienis! :p_flower01:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • für was wollen die 2000 €?


    400 Flocken kostet die Bestellung also der reine Verwaltungsakt und die Personenüberprüfung mit Gespäch auf dem Amte. Diese Überprüfung - dann etwas billiger - kommt alle 5 Jahre.
    Beizubringende Unterlagen kosten ebenfalls.
    Vorraussetzung sind mindesten zwei Sachverständigenkurse und drei erstellte Gutachten.
    Die Kurse kosten und die Reisen dazu ebenfalls.
    Die Zeit dafür hab ich geflissentlich vergessen bzw. unter Spaß verbucht.:wink:
    Abgerechnet wird nachher nach dem Entschädigungsgesetz für Zeugen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ist das nicht irgendwie langweilig? Für mich klingt das nach lauter langweilgem Bobelmosch und Gesetzen und Vorschriften und all so nem Zeug was man eigentlich am liebsten nicht bräuchte.
    Bezahlen die das wenigstens wenn sie dein Verstehen der Sache "Imkerei" in Anspruch nehmen?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ja, ohne Geld läuft nix - nur Honig.
    Entschädigt wird nach Gesetz.
    Sachverständige für Betäubungsmittel oder Unfallrekonstruktion machen den ganzen Tag nix anderes und leben davon.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,


    sinnvoll ist so eine Bestellung sicher, wenn Du über Justiz-Aufträge Geld verdienen willst. Die Bestellung ist übrigens nicht auf ein Bundesland begrenzt gültig.


    Langweilig ist es sicher nicht, wenn auch viel Papierkrieg und Formalien, die abzuarbeiten sind.


    Ich kann aus anderen Bereichen nur empfehlen, wenn Du Dich bestellen lassen willst, Dir vorher Deine Strategie genau zu überlegen.


    Als ö.b. (öffentlich bestellter) Sachverständiger bist Du gesetzlich verpflichtet jedem Richter zu Diensten zu sein, zu seinen Bedingungen und je nach Kostenbeamten wartest Du auch mal ca. 12 Monate auf Dein Rest-Honorar, streitest Dich vorher noch um die Angemessenheit der Reisekosten etc. ...


    In anderen Bereichen werden Professoren oder Profis, die eben als Experten schon bekannt sind, von Gerichten oder Institutionen angefragt, wenn es um Gutachten geht. Eine Bestellung als Sachverständiger ist dazu nicht nötig. Wenn Dich jemand für einen Experten hält, dann kann er Dich auch bei Gericht "berufen" lassen und ebenso wird auch immer mal wieder ein ö.b. Sachverständiger vor Gericht "zerpflückt":


    Die Bezeichnung "Sachverständiger" oder "Gutachter" sind nicht geschützt.


    Als ö.b. Sachverständiger oder Gutachter musst Du auch nicht zwangsläufig nach ZSEG (Zeugen- und Sachverständigen-Entschädigungsgesetz) abrechnen. Das ist auch nicht empfehlenswert, da dann der Richter oder Vorsitzende in seinem Ermessen den Stundensatz festsetzt.


    Bei freien nicht gerichtlich beauftragten Gutachten setzt Du Deinen Stundensatz als Sachverständiger sowie Erstattung von Auslagen selbst fest.


    Henry
    Lies Dir mal das ZSEG durch, dann siehst Du, wie die Honorare und Abrechnungsmodi aussehen können...
    Als Sachverständiger bist Du auch oft Schlichter, wenn Du Dich dazu berufen fühlst...
    Nicht nur umfassende, immer aktuelle Sachkunde und Erfahrung zählen, sondern eben auch das menschliche.


    @all
    Ich bin keine Sachverständige. Vorstehendes weiss ich von einem technischen Sachverständigen, der u. a. diese Berufung seit 20 Jahren ausübt.


    Grüsse sendet


    Petra

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  • Hallo !
     
    Henry
     
    Da ich bisher noch keinen Sachverständigen in Sachen „Bienen & Imkerei“ in juristischen Dingen benötigt habe und hoffentlich auch nicht benötigen werde, fehlt mir ein entsprechender Auswahlpunkt in Deiner Umfrage:
    „Deinen Gedanken finde ich gut - hoffe aber trotzdem Dich diesbezüglich nie in Anspruch nehmen zu müssen.“ oder mit wentorfer´s Worten „extrem sinnvoll“.
    Ich habe jetzt mal: „wär gut in einem mit bekannten Streitfall gewesen“ angekreuzt, da es solche Fälle auch in unserem Umfeld gibt, ich aber nicht wirklich in die Sachverhalte involviert bin.
     
    So das zur Umfrage - hier jetzt meine Meinung:
     
    Ich glaube das Du die fachliche Erfahrung und den Willen hast das konsequent umzusetzen zu können, auch schätze ich Deine rhetorischen Fähigkeiten als gut ein so das Du Deine Gedanken auch klar rüberbringen kannst. Du kannst das also bestimmt !
     
    Wenn Du neben dem Willen auch die Zeit hast, diese Gutachtertätigkeit durchzuführen (Qualifizierung und gutachterliche Termine), dann mach es ! Die Frage die sich mir stellt: Wie sieht die hierfür notwendige fachliche Qualifikation aus ? Ist es nicht, insb. vor Gericht auch wichtig, einen entsprechenden Titel zu besitzen (Tierwirt, Tierwirtschaftsmeister). Titel machen in Deutschland viel aus, mehr als alles Fachwissen und soziale Kompetenzen zusammen - das erlebe ich Tag täglich in einem größeren Deutschen Unternehmen. Dies nur um von der Gegenseite nicht gleich als ahnungsloser Hobbyimker abgestempelt zu werden ?
     
    Mich persönlich würde der mit diesem Amt notwenige Papierkram schon nerven, davon habe ich Arbeitstäglich genug, so das ich mir das bei meinem Hobby Imkerei nicht noch (mehr als notwendig) antun muß.
     
    Gruß
    Bienen.Knecht
     
    PS: Wenigstens wüßte man dann an wen man sich wenden kann - im Fall der Fälle.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo zusammen,


    Bienenknecht :
    das mit dem Ruf und Titel habe ich vorsichtig formuliert auch indirekt zum Ausdruck bringen wollen.


    @all:
    Wäre ich heute auf der Suche nach einem Experten, dann würde ich bei den Instituten als erstes nachfragen und wenn ich einen "NoName"-Gerichts-Sachverständigen vom Richter ins Verfahren gezogen bekäme und seine Meinung nicht teilen würde, dann würde ich mir eine renommierte Kapazität eben aus einem der Institute suchen und das Gerichts-Gutachten prüfen und ggf. zerpflücken lassen.


    Henry :
    Nur weil Du öffentlich bestellt bist, heisst das noch lange nicht, dass Du per Stempel von jedem akzeptiert wirst.


    In anderen Bereichen heisst es, dass gerade die ö.b. Sachverständigen sich nur deshalb bestellen liessen, damit sie einen vollen Kühlschrank haben, da sie ohne Gerichts-Aufträge nie überleben könnten und in der freien Wirtschaft sonst keine Arbeit finden würden.


    Nich vergessen solltest Du auch, dass Du gute Kontakte zu den Instituten und zur chemischen und phamazeutischen Industrie brauchst, denn die können Dich am langen Arm verhungern lassen, wenn Du ergänzende wissenschaftlich fundierte Informationen brauchst, oder sie als Sub-Gutachter einsetzen willst.


    Grüsse sendet


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Hallo,


    Sabine hat meine Meinung bereits auf den Punkt gebracht.


    ....., mach es!:daumen:
    (ich kann mir keinen vorstellen, der besser geeignet wäre, du bist so eloquent UND hast Ahnung vom Thema - das ist SO selten.)
    Bitte - für die Bienis!


    Ein Titel ist sicher nicht gefordert und "gute Kontakte zur chemischen und phamazeutischen Industrie" halte ich nicht für erforderlich, sogar für kontraproduktiv.


    Bienenknecht schrieb: "Ich glaube das Du die fachliche Erfahrung und den Willen hast das konsequent umzusetzen zu können, auch schätze ich Deine rhetorischen Fähigkeiten als gut ein so das Du Deine Gedanken auch klar rüberbringen kannst. Du kannst das also bestimmt !"


    So sehe ich das auch. Also Geld in die Anmeldung / Schulungen investieren u. mittel- bis langfristig das Geld durch die Entschädigungen/Honorare wieder zurück erhalten, bzw. was verdienen.


    Viele Grüße
    Stefan

  • ... und wenn ich einen "NoName"-Gerichts-Sachverständigen vom Richter ins Verfahren gezogen bekäme und seine Meinung nicht teilen würde, dann würde ich mir eine renommierte Kapazität eben aus einem der Institute suchen und das Gerichts-Gutachten prüfen und ggf. zerpflücken lassen.

    Moin,
    die Idee ist wahnsinnig gut, scheitert aber eben daran, daß das Gericht den Gutachter festlegt. Parteigutachten kannst Du gerne anbieten. Massenhaft und zu ganz privaten Kosten. Wenn das Gericht den Henry beauftragt, das Gutachten akzeptiert und anschließend die Beweisaufnahme schließt, dann kannst Du mit Deinem Gutachten für teuer Geld Feuer anzünden oder Du hast Dir gleich die Erstellung gespart, weil es sowieso nicht akzeptiert wird.


    Da die öffentliche Bestellung die Überprüfung des Hintergrundes des Sachverständigen obsolet macht, müßte das Gericht irgendeinen Grund sehen, weshalb es ein Gegengutachten zulassen sollte. Wenn das Gericht einen Gutachter will, dann wird es gerade keinen von den Parteien vorgeschlagenen akzeptieren. Genau das ist ja der Grund und meine Intention. Der Imker soll nicht einen andern Vereins-Imker dem Gericht erklären lassen, warum Imkerei das Beste von der Welt ist und folglich überall zu dulden. So blond ist kein Gericht. Das Gericht soll auf unabhängige Sachverständige zurückgreifen, deren Unabhängigkeit schon an anderer Stelle geprüft wurde. Und vor allem soll das Gericht, wie immer und üblich in die Liste der öb. Gutachter im Internet sehen und dort einen zum Thema Bienen finden. Das Gericht weiß nämlich nichtmal, daß es Bieneninstitute gibt, geschweige denn, wie man Mitarbeiter von Herrn Tautz auf ein Forums ... äh in einen Gerichtsaal bringt.:wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Guten Abend Henry,
    Mach es.
    Du kannst es.
    Du bist jung
    Du bist stark
    Du bist unabhängig
    Du bist nicht doof
    Du hast ein dickes Fell
    Du kannst schwätzen
    Du hast Ahnung
    Du bist unbestechlich
    Du bist mutig
    Du hast ne schöne Frau
    Du hast UNS !!!
    Die Pappnasen von Richtern werden in Kürze alle in Rente gehen.
    Dann kommen die jungen Richter und Richterinnen.
    Meine/unsere Brut.
    Niemand mit Gehirn wird noch auf die heimischen Institute hören
    Henry, mach es....denn einst wird kommen der Tag
    Viel Glück, denn das wirst du brauchen.
    Hut ab
    Gruß
    Helmut

  • Unsere Gesellschaft ist "scheinheilig" und jeder will sein Recht, besonders, wenn "die rote Socke do driem" nur die Nachbarn auf seiner Strassenseite gefragt hat "miech net".
    Mit diesen und mehr Worten erkundigte sich ein Fastnachbar von mir, ob er unser beider Nachbarn, der seit diesem Jahr Bienen hat, irgendwie anzeigen kann, weil ja "fast alle Anwohner eine Bienenallergie haben".


    Für´n Ernstfall wär ich sehr froh, wenn jemand wie Du eine "Bescheinigung" hätte und schlichten könnte.


    MiG André