Formel für Futterberechnung

  • Hallo zusammen,


    ich habe nun viel über Fütterung gesucht und gelesen, aber eine nachvollziehbare Formel habe ich nicht gefunden. (Ähnlich Henry´s Formel und Anwendung zur AS-Behandlung).


    Aufgrund der Vergösserungen in unserem Bestand will ich die Futtermenge nicht (mehr) nach "Gefühl" machen, da mir das viel zu unsicher erscheint.


    Nun will ich versuchen es zu formulieren und hoffe auf Euere Ergänzungen:


    Vorhanden sind Gitterboden, 2 Zargen je 12 Rähmchen DNM, Folie und Stülpdeckel. Dazu kommen 24 Rähmchen und kalkulatorisch ca. 10.000 Bienen.


    Zu berechnen ist das Soll-Gesamtgewicht der Beute unter Berücksichtigung von bspw. 20 kg Futtervorrat für den Winter. Aus der Differenz zum Ist-Gesamtgewicht ergibt sich dann die Menge der Winterfütterung.


    Für mich sieht das dann so aus:


    + Gewicht Beute
    + Gewicht Rähmchen
    + Gewicht Bienen (ca. 10.000 = ca. 1 kg)
    + Wintervorrat (20 kg)
    --------------------------------
    = Soll-Gesamtgewicht


    + Gewicht Beute
    + Gewicht Rähmchen
    + Gewicht Bienen (10.000 = 1 kg)
    --------------------------------
    = Ist-Gesamtgewicht


    + Soll-Gesamtgewicht
    - Ist-Gesamtgewicht
    --------------------------------
    = Fütterungmenge in kg


    Die Vorratsmenge mit 20 kg ist exemplarisch angenommen und ist nach den örtlichen Gegebenheiten festzusetzen.


    Die Vorratsmenge soll ausreichend bemessen sein um den Bien bis zum ca. 21. März des Folgejahres nicht stören zu müssen.


    Ergänzende Vorschläge?


    Grüsse von


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Hallo zusammen,


    das zumindest eine Federwaage vorhanden zu sein hat, erschien mir selbstverständlich.


    Deshalb bin ich auch nicht näher auf das Wiegen eingegangen, denn das ist gerade mit Federwaagen schon ausführlichst beschrieben worden.


    Grüsse sendet


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Lass die Bienenmenge weg ;)


    1. sparst du dir das Schätzen, ob s nun 10000, 15000 oder 20000 Bienen sind
    2. vereinfachst du die Rechnung
    3. begibst du dich auf die "sichere Seite", da du das Bienengewicht zusätzlich mit einfütterst -> größere Völker haben mehr Vorrat als andere.



    Futter das im Frühling noch übrig ist wird verbrütet oder eben für Ableger genommen.

  • Hallo zusammen,
    hallo Rudi,


    eine preiswerte, exaktere Wiegemethode als Federwaage suche ich noch...
    vor allem möglichst ohne jede Beute komplett hochheben zu müssen...
    einseitig bis zu 25 kg anheben ist kein Problem.


    Trotzdem soll es zügig gehen, da wir uns weiter vergrössern wollen.


    Derzeit liegen wir bei einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit pro Volk von ca. 4 Stunden für dieses Jahr; das ist aber noch wesentlich optimierbar.


    Dazu zählt für uns auch der Wiege- und Fütterungsprozess, da wir nach mehreren Tests jetzt immer mit 5 kg Tranchen vor dem Winter einfüttern werden.


    Grüsse sendet


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Zu diesem Thema habe ich auch eine Frage:


    Bei den meisten meiner Völker ist mittlerweile die gesamte 2. Zarge (Zander) kommplett mit Futter voll und fast verdeckelt. Laut meinem Imkerpaten wiegt eine gefüllte Zanderwabe mit Honig ca. 2,5 kg, also müsste in diesen Völkern doch eigentlich genug Vorrat (10 Waben a 2,5 kg=25 kg Futter) drin sein, oder?


    Sorry, Federwaage habe noch keine (bis auf eine billige max.25-kg-Waage), werde mir aber eine schnellstmöglich zulegen, versprochen!

  • Dazu zählt für uns auch der Wiege- und Fütterungsprozess, da wir nach mehreren Tests jetzt immer mit 5 kg Tranchen vor dem Winter einfüttern werden.


    Hattest du schon mal extreme Probleme mit der Futtermenge, dass du es dir so kompliziert machst?
    Also Formeln hab' ich beim Imkern noch nie gebraucht, Waage für die Völker auch nicht. Die bekommen halt 15kg Zuckeräquivalent und gut ist es. Verhungert ist mir da noch nie ein Volk, auch nicht in sehr langen Wintern.
    Und glaub' mir je größer euer Bestand wird umso weniger wirst du in Zukunft eine Formel beim Einfüttern verwenden wollen und müssen. Der Bauch ist da viel genauer ...

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo zusammen,
    hallo Rainer,


    mit 3 oder 5 Völkern, die in der Nähe stehen, kannst Du fehlendes Bauchgefühl durch häufigeres nachsehen ausgleichen. Wenn die Standorte weiter entfernt sind, dann ist wiegen und rechnen sicher risikoloser.


    Es gibt sicher noch mehr Imker, denen das Bauchgefühl zu unsicher ist;
    das zeigen auch die vielen Threads, die oft auf Bauchgefühl oder Schätzung oder Erfahrung verweisen.


    Uns ist das zu ungenau und deswegen habe ich es anfangs so transparent dargestellt.


    Ausserdem ist die genauer kalkulierbare Futtermenge auch eine Grundlage für die Beschaffung, Lagerung und die daraus resultierenden Kosten.


    Uns ist es eine Hilfe und anderen vielleicht auch...


    Grüsse sendet


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Eine "genau kalkulierte Futtermenge" halte ich für schlicht nicht möglich da dazu eine exakt einkalkulierte Winterlänge bzw. Winterhärte nebst exakt bestimmten Frühjahrsdurchschnitttemperaturen etc eintreffen müsste.Wer weiss 4-6 Monate vorher wie der Winter und das Frühjahr wird ???
    Solange das Wetter nicht exakt vorhergesagt wird ist jede "genaue " Formel hinfällig.

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • ... Wer weiss 4-6 Monate vorher wie der Winter und das Frühjahr wird ???
    ...


     
    Der "Hundertjährige Kalender":wink:
     
    Meine Eltern schwörten darauf. Ich hielt und halte ihn allerdings auch für sehr ungenau, eigentlich nur zufällig zutreffend. Amüsant zu lesen, wenn es nichts anderes gibt, ähnlich den Horoskopen in den Zeitungen.
     
    Ich gebe dir Recht, einfüttern ist Erfahrungssache. Es richtet sich sehr nach Region, Bienenart, Beutenart und schlichtweg nach der persönlichen Betriebsweise.
     
    Gruß
    Werner

  • Hallo Petra,
     


     
    die Einfütterungsmenge ist auch davon abhängig, wie intensiv Du Deine Völker abschleuderst.
    Wer neben der üblichen Entnahme des Honigs aus den Honigräumen zusätzlich auch mögliche Honigwaben aus den Bruträumen entnimmt, muss natürlich mehr einfüttern.
    Ich entnehme keine Honigwaben aus den Bruträumen und muss demzufolge nur etwa 7 Kg Futter zufüttern.
    Durch Vergleiche über mehrere Jahre bekommt man ein sicheres Gefühl dafür, wieviel die Völker an Futter brauchen.
    Die beschriebene "Wiegemethode" finde ich sehr interessant und werde sie auch noch in diesem Monat anwenden.

  • Hallo zusammen,


    bei der von uns vorgestellten Berechnungsnethode spielt es keine Rolle, wieviel Vorrat die Bienen bereits eingetragen haben, da die gesamte Futtermenge errechnet wird. Was bereits an Vorrat im Volk drin ist, muss nicht zugefüttert werden.


    Natürlich hängt der von den Bienen benötigte Bedarf von örtlichen und individuellen Faktoren, wie Bienenrasse und Standort ab.


    Bezüglich der Wetterprognose ist vorausschauend natürlich immer von etwas schlechterem auszugehen. Hier zu kurzsichtig zu knapp zu planen erfordert bestenfalls einen zusätzlichen störenden Eingriff ins Volk zur Auffütterung, schlimmstenfalls stirbt das Vok den Hungertod.


    Regional erfahrene Imker, die schon lange über 20 Völker haben, haben uns gesagt, 2 zargig in Holzbeuten DNM mit insgesamt 24 Rähmchen sollten wir einen gesamt Futtervorrat von 20 kg pro Volk rechnen und das fehlende eben zufüttern.


    Dann müssten wir bis Frühlingsbeginn 21.3.2010 nicht in den Völkern kontrollieren.


    Was dann viel zu viel ist, wird verbrütet oder geht später in die April-Ableger als Futterwaben.


    Grüsse sendet


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Hallo Zusammen, hallo Petra,
    Reiner hat schon recht: Das Bauchgefühl reicht zur Bestimmung der Futtermenge und das Anlupfen der Kisten reicht, um die noch nicht vollständig versorgten zu entdecken.
    Natürlich müssen das Bauchgefühl und die Unterarmwaage erst mal trainiert werden. Da kann eine Waage vorübergehend hilfreich sein.
     
    Ich bin zum Wiegen gekommen, weil ich meine Völker regelmäßig überfüttert habe. Immer wieder und auch dann, wenn ich mir fest vorgenommen habe, genau das nicht zu tun. :)
     
    Mit meiner Waage geht das Wiegen recht flott. Wesentlich schneller als eine Durchsicht zur Futterkontrolle, die zusätzlich noch die Königin gefährden würde.
    Hier habe ich mal meine Wiegemethode beschrieben:
     
    http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=168905&postcount=9
     
    Viele Grüße,
    Rudi