Wirrbau bei Naturbau verhindern

  • Hallo zusammen,


    in diesem Jahr hatte ich zum 1. mal Naturbau bei verringerten Abständen a la Sabine ausprobiert.
    DN und DN-Halbe ("Halbe" auch im Brutraum).
    Rähmchen gegeben, mal mit, mal ohne Anfangsstreifen.
    Beuten mit der Wasserwaage ausgerichtet.


    Der Erfolg: Teilweise Wirrbau (wellig ausgebaut und auch zusammengebaut).
    Teilweise sauber ausgebaut, unabhängig ob Anfangswachs oder nicht.


    Den Wirrbau habe ich (manchmal mit Messers Hilfe) weggenommen und die "sauberen" so sortiert, daß abwechselnd gut ausgebaute und neue Leerrähmchen in den Zargen hingen.


    Meine Hoffnung: Die bauen die Leerrähmchen jetzt sauber, weil ja links und rechts "Begrenzungen" durch "Gute Waben" vorgegeben waren.


    Das funktionierte aber nur teilweise.
    Die meisten Rähmchen hatten nach Ausbau zwar Idealwaben, aber einige wurden nur stellenweise ideal ausgebaut, dafür aber die nebenanhängenden "Idealen" teilweise zu Dickwaben erweitert, wuchsen also in die Nachbarrähmchen rein.


    Im Frühjahr schmeiß ich die Krummen raus.


    Was kann die Ursache sein, daß Nicht überall ideal ausgebaut wird?


    Zu sagen ist noch, daß bei neuen Leerrähmchen in der Zarge anfangs ca. 2cm Platz ist, die Rähmchen also nach Augenmaß "gleichmäßig" verteilt werden.


    Ob die Bienen wegen dieser feinen Abstandsunterschiede verschieden bauen???


    Einen Rechen möchte ich nicht einhängen, zumal dann der Beespace nicht mehr stimmt.


    Wenn das so ist (???), dann ist die Lösung vielleicht, einen Rechen nur zum Einhängen zu verwenden, um die Abstände zu egalisieren.


    Hat da irgendwer Erfahrungen gesammelt...?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • wenn ich das richtig verstanden habe, hast du die Waben aufgeteilt, also ist von mitte zu mitte der Rähmchen mehr als 35 mm. Das kann Grund genug sein für deinen Wirrbau, zumal es sich ja um Brutwaben handelt.
    Das schöne gerade Bauen, wie es sich der Imker wünscht ist auch Veranlagung. Es gibt Völker, bei denen es einwandfrei klappt und andere die nur unregelmäßig bauen.

  • Vielleicht ist das noch interessant in dem Zusammenhang http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=202612&postcount=59
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo


    Meine Erfahrung bei Dadant ist das ich die Anfangstreifen breiter mache und die gut befestige.


    Ich habe aber Stäbe senkrecht.


    Aber manche können das manche nicht. Auf Wasserwaage habe ich nicht so doll geachtet.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Hallo Hardy,


    habe gleiche Erfahrungen mit Kunstschwärmen gemacht. Der Wabenabstand ist auch 32 mm und die Anfangsstreifen sind recht schmal (1 bis 2 Zentimeter). Was mir aufgefallen ist, das es wirklich große Unterschiede auf den einzelnen Ständen gibt. Bei einem Stand mit 16 Völkern gibt es kein Volk das keinen Wirrbau hat.:roll: Ein Stand mit 12 Völkern ist nahezu frei von Wirrbau.:daumen:
    Der Wirrbaustand ist, was die Pollenversorgung angeht, sicherlich mein bester Standplatz aber es gibt dort keinen Schatten, d.h. die Kisten stehen in voller Sonne. Der Stand ohne Wirrbau steht im Halbschatten (lichter Wald). Jetzt stellt sich mir die Frage kann die stärke des Wirrbaus vom Standort abhängen?


    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Hallo, Hardy,
    nie Leerrähmchen zwischen ausgebaute Waben, das klappt sowenig wie mit MWs. Die Damen ziehen lieber die vorhandenen weiter aus, als neue zu basteln, leider.:-(
    Und den 2cm Abstand ruhig stehenlassen, aber am anderen Ende des Brutnests, wo sie als letztes hinkommen - bis dahin haben sie die anderen schon weiter auseinanderpropolisiert.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ...nie Leerrähmchen zwischen ausgebaute Waben, ...ziehen lieber die vorhandenen weiter aus


    Hallo Sabine, ja, das habe ich gemerkt...
    Aber einige machen es doch richtig. Warum nur???
    Irgend einen Auslöser dafür muß es doch geben. Oder sind die nur cleverer?


    Zitat

    Und den 2cm Abstand ruhig stehenlassen, aber am anderen Ende des Brutnests...


    Danke, mach ich nächstes Jahr.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,
     
    nix cleverer. Es gibt halt nur Abstammungen die besser in das Wunschschema des Imkers passen. Was haben Bienen für ein Interesse gerade ausgerichtete Waben zu bauen. Die verlaufen sich auch nicht bei gebogenen Waben.
    Bei mir ist das mit dem Standort genau umgekehrt. Die Schattenvölker bauen unregelmäßiger als die Sonnenvölker; daran wird es wohl nicht liegen. (Es sind allerdings auch zwei verschiedene Abstammungen)
    Ich habe festgestellt, dass etwas "sauberer" gebaut wird, wenn schnell gebaut wird. Ist der Bautrupp bummeliger und auf "Pause" oder langsamen Ausbau eingestellt, wird mehr gepfuscht. Nur so eine Feststellung.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • ... Was haben Bienen für ein Interesse gerade ausgerichtete Waben zu bauen.


    Hallo Berggeist, da hast Du sicher Recht.
    Aber ich möchte, daß sie gerade bauen.
    Und einige tun`s ja...


    Noch was: Im selben Volk wird mal gerade und mal krumm gebaut.
    Na, ich behalte das mal nächstes Jahr im Auge.


    @ All: Danke für eure Beiträge. :liebe002:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ...
    Aber einige machen es doch richtig. Warum nur???
    Irgend einen Auslöser dafür muß es doch geben. Oder sind die nur cleverer?
     


     
    Könnte an den Trachbedingungen in der Zeit des Ausbaus liegen.
     
    Viel: es ist einfacher, bestehende Zellen zu verlängern
     
    wenig: dem Bautrupp bleibt Zeit für ein neues Lagergebäude...
     
    oder so.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Hardy,


    ich hatte Anfangs die gleichen Probleme mit Wirrbau.
    Seitdem setze ich eine ausgebaute Wabe oder eine Mittelwand in die Mitte.
    Links und rechts davon kommen Rähmchen mit kleinen Anfangsstreifen.
    Ich hatte danach keinen Wirrbau mehr und bin sehr zufrieden mit dem Naturbau.
    Entgegen anderer Meinungen ließen sich die Waben auch ohne Probleme (Wabenbruch) schleudern.
    Meine Rähmchen sind natürlich nicht gedrahtet!


    viele Grüße
    Rainer


    Flachzargen 2/3 Zander

  • Hallo Rainer,


    danke für den Hinweis. Werde ich auch probieren.


    Gegen Wabenbruch bei Ungedrahteten habe ich ein Edelstahl-Absperrgitter in die Schleuder gehängt.
    Die Wabe liegt da vollflächig auf. Ebenfalls kein Wabenbruch. :p

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.