Zehrweg bei Kaltbau besser?

  • Hallo Imker!
     
    Bei den gängigen Rähmchenmaßen, die eher breit als hoch sind, müsste doch der Kaltbau einen besseren Zehrweg ermöglichen.
     
    Die Wintertraube, fluglochnah am ehemaligen Brutnest beginnend, könnte nach oben und dann nach hinten wandern.
     
    Bei Warmbau müsste dazu die Wabengasse gewechselt werden, viel schwieriger.
     
    Denk' ich falsch?
     
    Gruß
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Da die gesamte Traube sowieso in Bewegung ist, da die äusseren "Isolierbienen" sich nach einiger Zeit zum Aufwärmen in die Mitte der Traube begeben ist ein Gassen- bzw. Wabenwechsel immer nötig. Dieser erfolgt aber in der Regel nicht über den Wabenrand (zu weit weg, zu kalt), sondern durch kleine Durchsschlupflöcher in der Wabe. Ich habe in einer alten Bienenzeitung auch mal gelesen, dass Untersuchungen keinen Unterschied im Überwinterungserfolg in Abhängigkeit zwischen Warm- und Kaltbau ergaben.
     
    Gruß Tom

  • Da die gesamte Traube sowieso in Bewegung ist, da die äusseren "Isolierbienen" sich nach einiger Zeit zum Aufwärmen in die Mitte der Traube begeben ist ein Gassen- bzw. Wabenwechsel immer nötig. Dieser erfolgt aber in der Regel nicht über den Wabenrand (zu weit weg, zu kalt), sondern durch kleine Durchsschlupflöcher in der Wabe. Ich habe in einer alten Bienenzeitung auch mal gelesen, dass Untersuchungen keinen Unterschied im Überwinterungserfolg in Abhängigkeit zwischen Warm- und Kaltbau ergaben.
     
    Gruß Tom


     
    Danke, Tom. Nachvollziehbar.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Da die gesamte Traube sowieso in Bewegung ist, da die äusseren "Isolierbienen" sich nach einiger Zeit zum Aufwärmen in die Mitte der Traube begeben ist ein Gassen- bzw. Wabenwechsel immer nötig. Dieser erfolgt aber in der Regel nicht über den Wabenrand (zu weit weg, zu kalt), sondern durch kleine Durchsschlupflöcher in der Wabe. Ich habe in einer alten Bienenzeitung auch mal gelesen, dass Untersuchungen keinen Unterschied im Überwinterungserfolg in Abhängigkeit zwischen Warm- und Kaltbau ergaben.


    Nachvollziehbar.


    Aber leider falsch.


    Wie der Name schon sagt, sind die äußeren Bienen Isolierbienen. Die bleiben da außen. Was auch nachvollziehbar ist, denn kein Mensch dreht wenn er friert immer wieder die Decke rum, damit Warmes nach außen und Kaltes nach innen kommt. Eher sterben die verklammt fürs Volk als zu zirkulieren. Es gibt (traurig schaurige) Versuche zu dem Thema. Da wurde ein Wintervolk - gebildet aus unterschiedlich gefärbten Bienen unterschiedlichen Alters - mit Wasser besprüht und eingefroren bis es nur noch ein Eisklumpen war und anschließend zersägt. Die Altersklassen bilden Schichten wie Zwiebelschalen (und das Volk mußte für diese Erkenntnis erffrieren :-()


    In Kaltbauvölkern gibt es keine oder extrem wenig Schlupflöcher, die der Warmbauimker durchaus im Herbst selbst anlegt.


    Der Kaltbau hat sich durchgesetzt, weil die Überwinterung besser und ein Abreißen vom Futter seltener ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry wie funktioniert das dann mit der Oxalsäure bzw wie verteilt sich geträufelte Oxalsäure in der Traube wenn die IsoBienen nicht nach innen gehen?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Nun, Henry, diesen Wechsel der Isolierbienen nach innen habe ich auch als gesicherten Erkenntnisstand gesehen. Jetzt hast Du mich verwirrt.


    Apropos Isolierbienen: Da könnte doch das Vorlagern der Bienen an der Beutenwand an heissen Tagen den selben Zweck erfüllen?


    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Was auch nachvollziehbar ist, denn kein Mensch dreht wenn er friert immer wieder die Decke rum, damit Warmes nach außen und Kaltes nach innen kommt.


     
    Moin , Moin aus Hamburg ,
    die außen sitzenden Bienen zeigen meines Erachtens aber die die typisch weiblichen Verhaltensweisen.:roll:
     
    Da kannst Du es im inneren Deiner Wintertraube noch so kuschelig warm machen und dich gegen sämtliche äußerlichen Einflüsse schützen ......
    die neben Dir liegende/n Biene/n wird/werden sich mit Ihren eiskalten Füßen in die warmen Bereiche vorarbeiten. :wink: Keine Macht der Welt kann dieses verhindern und so eine Biene ist ja schließlich auch nur ein Mensch:wink: 
     
    Hast Du Texte zu dem Versuch ? Das von Dir beschriebene Verhalten erscheint mir nicht logisch.
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Apropos Isolierbienen: Da könnte doch das Vorlagern der Bienen an der Beutenwand an heissen Tagen den selben Zweck erfüllen? Gruss Hagen


     
    .....weniger Bienen = bessere Luftzirkulation zur Temperaturregulierung ???
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Henry,


    ich in ja dankbar um Deiner oft hilfreichen Erklärungen und Tipps die Du aus Deiner reichhaltigen Erfahrung so offen teilst, aber in diesem Punkt bin ich geneigt, zum Beispiel den hier (4. Vorbereitung und Ruhe):


    http://www2.hu-berlin.de/biene…biene_honig/biologie.html


    zu glauben. Ich erinnere mich auch an eine Schilderung, Quelle muss ich suchen, dass in der kugelrunden Traube Gassen nach aussen existieren, die den Bienen den Zugang zur Mitte ermöglichen.


    LG Tom

  • .....weniger Bienen = bessere Luftzirkulation zur Temperaturregulierung ???
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel


     
    Hmmm, kann sein. Und dann noch in Verbindung mit ner Aussenwärmedämmung, ideal.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Nun denkt Euch mal eine Dadant oder Zadant, da ist ein Gassenwechsel ohne Löcher nicht möglich. Da geht es nur nach oben und hinten, und die Dadantwaben, die ich bis jetzt gesehen hab hatten keine Löcher in der Mitte.
    Warmbau sollte hoch sein, Kaltbau lang. Die Kaltbauwabe in der THB wär mir aus Erfahrung zu klein. Weniger Probleme gibts da bei Dreiraumüberwinterung mit der Flachzarge.
    Gruß Peter

  • Bei den gängigen Rähmchenmaßen, die eher breit als hoch sind, müsste doch der Kaltbau einen besseren Zehrweg ermöglichen.
    Die Wintertraube, fluglochnah am ehemaligen Brutnest beginnend, könnte nach oben und dann nach hinten wandern.
    Bei Warmbau müsste dazu die Wabengasse gewechselt werden, viel schwieriger.
    Denk' ich falsch?


    :wink: Das kommt auf die Fluglochgröße an.
    Ich hab bekanntermaßen das Flugloch im Kaltbau sehr klein und Seitenwand-angelehnt, also hat mein Brutnest eine Viertel-Herz-Form.
    Bei einem Flugschlitz über die volle Beutenbreite gibt es keine so eindeutige Orientierung, und ebenso nicht, wenn das Flugloch auf eine mittige Öffnung verengt wird nach der Tracht.
    Im hohlen Baum im Wald ändert sich am Flugloch normal auch nix im Lauf des Jahres - weder Position noch Größe, und das ist in *meinen Augen* auch ein gewaltiger Faktor für die Vorgänge im Volk.
    Meine Schwärme/Ableger fangen seitlich fluglochnah, aber nicht unbedingt unten, an zu bauen und wachsen in ihre *Höhle* hinein.
    Jede Änderung am Flugloch bringt Streß, und denk mal nach: wenn ich bei Kaltbau das Flugloch in die Mitte setze, wie wird dann eine eindeutige Richtung der Wanderung der Wintertraube vorgegeben?
    Bei meinen *können* sie nur nach hinten/oben und dann weiter.
    Ich hab vorvorletztes Jahr zwei Völker gehabt mit mittigem Flugloch, die saßen MITTEN im Futter und im Umkreis von 10cm war alles aufgefressen und es kam kein Konsens zustande, wohin sich die Traube bewegen sollte... Tod.
    Seitdem haben ALLE Völker seitlich angelehnte Fluglöcher, und DAS kann nicht mehr passieren (dafür gibt es dann andere Probleme...:roll:).


    Außerdem hab ich schon die letzten 5 Jahre oder so (vor dem Naturbau) Löcher in meine MWs gemacht, dadurch hatte die Bautraube eine deutlich bessere Kommunikation, und viele der Löcher blieben als Abkürzungen auch noch in der ausgebauten Wabe erhalten - auch Bienen sind faul und lieben kurze Wege.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :wink: ...........Seitdem haben ALLE Völker seitlich angelehnte Fluglöcher, und DAS kann nicht mehr passieren (dafür gibt es dann andere Probleme...:roll:).
     
    ........:wink:


     
    Moin Sabi(e)ne!
     
    Die anderen Probleme.... welche sind das deiner Meinung nach?
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)