Kann man zuviel füttern?

  • Hallo Imkers,


    ich bin noch blutiger Anfänger und habe wahrscheinlich wieder mal einen Fehler gemacht.
    Heute habe ich mal meine Bienenstöcke gewogen.


    Vollvolk auf zwei Zargen: 40 kg (=ca. 25 kg netto, also ohne Beutengewicht)
    Ableger auf einer Zarge: 25 kg (=ca. 15 kg netto)


    Bei 9 Zanderrähmchen / Zarge


    Mit scheint das ein bisschen viel. Ich habe hier was von 15-20 kg pro Volk gelesen.
    Ist das nun schlimm oder soll ich einfach mal abwarten?
    Wir haben hier oft lange Winter und da kann ein bisschen Reserve doch nicht schaden, oder?
    Auf der anderen Seite müssen die Bienen ja auch die Temperatur halten können und das wird so vielleicht schwieriger.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • Die 15-20 Kilo sind Futtergewicht und nicht das Gewicht der ganzen Beute. Bei dir ist bestimmt nicht zu viel drin.


    Zuviel geht im Grunde sowieso nicht, besser im Frühjahr ein paar überschüssige Futterwaben (für die Ableger) rausnehmen als verhungerte Völker vorfinden!


    Ein Zuviel an Futter kann es bei den Einzargigen geben. Wenn die jetzt schon bis oben voll mit Futter sind, hat das Volk keinen Platz für die Aufzucht der Winterbienen. Einzarger deshalb lieber erst im September ganz auffüttern.

  • Hallo Staddler!
     
    25 kg Futter bei einem Zweizargenvolk würde ich als Idealfall ansehen. Da kann man im späten Frühljahr ev. einige Futterwaben entfernen.
     
    Bei Einzargenvölker ist etwas Vorsicht geboten. Es sollte nicht zu viel Futter und auch nicht zu wenig Futter sein. Am besten einfach mal reinschauen. Ist jede Zelle mit Futter zugeknallt und die Königin hat keinen Platz zum Legen, war es zu viel. Sollte aber noch ausreichend Platz vorhanden sein, ev sogar die Randwaben futterleer, dann muss gefüttert werden.
     
    Es ergibt auch einen großen Unterschied, ob es sich um einen heurigen Ableger oder um ein Altvolk handelt. Ableger verbrüten im Herbst viel mehr Futter und da kann man sich leicht verschätzen.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo, staddler,
    auch im Siegerland ist noch lange kein Winter, wir haben grad mal die 3. Augustwoche.
    Sprich, aus deinem jetzigen Beutengewicht kannst du noch lange nicht auf die Vorräte für den Winter schließen.
    Ja, man kann zu früh zuviel füttern, und damit zwangsweise das Brutnest schließen, aber man kann auch zu früh meinen, schon für den Winter einzufüttern, wenn noch eine Brutspitze bevorsteht.
    Ich zitier mal hier einen sehr alten Beitrag von Harry, den ich mir gespeichert habe, weil er so sehr das wesentliche deutlich macht, und NICHT nur für Buckis, sondern auch für Carnis gilt:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :wink: Bitteschön! Ich finde das extrem einleuchtend, und arbeite auch fast so.
    Aktuell füttere ich noch gemahlenen echten Pollen in (sehr wenig) Sirup bei, es ist erschreckend, in was für einem Tempo sie den abnehmen, es wird fast nichts eingelagert, sondern tatsächlich alles verbrütet, obwohl von draußen auch noch etliches reinkommt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • N`Abend Sabi(e)ne!
    Den Artikel habe ich auch irgendwann mal ausgegraben und seit ich nach in etwa diesem Beispiel arbeite, habe ich kräftige, vitale und schön große Völker.
    Tolle Sache!!!
     
    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • :lol: Ja, ich hab das in keinem Buch bisher so klar dargestellt gelesen.
    Und es ist wirklich so, gerade das mit der Legeleistungseinschränkung der Königin durch zu früh zuviel Futter wird sehr oft der Grund für späte Umweiselungen sein.
    Es gibt noch mehr solcher "eye-opener" im Archiv, aber man muß schon suchen.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :lol: Ja, ich hab das in keinem Buch bisher so klar dargestellt gelesen.
    Und es ist wirklich so, gerade das mit der Legeleistungseinschränkung der Königin durch zu früh zuviel Futter wird sehr oft der Grund für späte Umweiselungen sein.
    Es gibt noch mehr solcher "eye-opener" im Archiv, aber man muß schon suchen.:wink:


     
     
    Kann es sein, dass manche Völker die Futterabnahme selbst regulieren?
     
    Könnte aus meinen Beobachtungen diesen Schluss ziehen. Ein Volk, ein Schwarm aus Ende Mai, wurde durch das Zufüttern im Anfang Juli und das Ende Juli beginnende Schönwetter zu ziemlich viel Brut angeregt. Die Vorräte waren nahe Null, deshalb zugefüttert. Die ersten zwei 5- Liter Gaben Futter wurden zügig abgenommen. 2-3 Tage. Im letzten Eimer tut sich seit Freitag nichts. Volk ist stark, alle wabengassen besetzt, unten durchhängend. Warten die, dass Zellen frei werden? Brutnest war nach oben gewandert vor dem Einfüttern. Hoffentlich machen die unten nicht alles dicht, bisschen brüten sollten sie schon noch.
     
    Ein anderes Volk, Ableger vom Mai, ist immer schon nach zwei Tagen mit dem Futter fertig. Bei weitem nicht so stark. Brutnest vor dem Auffüttern noch in unterer Zarge, oben noch nicht fertig ausgebaut, Leerwaben eingehängt, unausgebaute MW entnommen. Die haben einfach den Platz, oben alles vollzuballern.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Also ich erweitere die starken Jungvölker recht zeitig schon Anfang Juli. Dabei gebe ich eine oder 2 bebrütete Leerwaben in die 2. Zarge. die wird direkt angenommen und bestiftet und die 2 Nachbar-MW nebendran meist auch.


    Ich hab jetzt vor der 1. Einfütterung vor einer Woche alle Brutwaben nach unten gehängt und die nichtbebrüteten Randwaben nach oben(Pollenbretter lasse ich unten.). Einige hatten auf allen unteren 10 Waben Brut. Die mit den geringsten Brutflächen hab ich mittig in die 2. Zarge gegeben.
    Dann gleich 10l Sirup "reingeklatscht", welche rasch abgenommen und in die frisch ausgebauten MW eingelagert wurden. So schnell wie bei den Altvölkern.
    Unten ist jetzt recht wenig Futter und noch genug Platz zum Stiften für die Königin.
    Ist zwar ein krasser Eingriff, der den Bienenflüsterern hier im Forum sicher aufstößt, aber die Bienen verkraften das und ich hab letztes Jahr so die Völker mit im Schnitt 21.000 Bienen im Oktober eingewintert.

  • Ich mache grundsätzlich vor dem Einfüttern noch eine Durchsicht. Neben der Frage ob eine Königin da ist und wie das Brutnest aussieht spielt auch die Frage eine Rolle, was an Reserven da ist.
    Und das entscheidet dann über das Einfüttern. Ich füttere eigentlich erst ab Anfang August auf und das in zwei bis drei Portionen so daß ich auf 14 kg Einfütterung komme. Damit sind die Bienen bisher über jeden Winter gekommen; selbst den extremen 2009/2010er. Die Fütterung ist dann Ende August beendet und nach einer weiteren Varroabehandlung war es denn dann sofern nicht noch im Oktober behandelt werden muß.


    Melanie