Wäre das ein Ansatz?

  • Aloha,
    bitte schau dir doch mal die Vermehrungsstrategie der Varroen an und frag dich dann, wie das gehen soll?
    Das schwangere Weibchen entert eine verdeckelungsreife Zelle, bringt als erstes ein Männchen zur Welt, und danach nur noch Töchter, die sofort an Ort und Stelle (dem Familienfraßloch an der Bienenpuppe) von ihrem Bruder begattet werden. Das Männchen stirbt im allgemeinen vor Erreichung des Schlupfs einer Drohne.


    Wie willst du da die Männchen steriliseiren?
    Jede Zelle aufmachen direkt nach dem Verdeckeln, Milben rauspulen, und dann?
    Wie wieder zumachen, damit die Biene der Zelle schlüpfen kann?
    Sorry, nicht machbar.
    Höchstens über Viren für die Varroa, die Männchen steril machen ab dem ersten Lebenstag, und das wäre dann wieder ein von uns so gehaßter GenVeränderterOrganismus....


    Ich denke, die Bienen stärken ist die einzige Lösung.
    Und dazu sollten alle Nervengifte als Pestizide UND Monokulturen ohne Fruchtfolgen der Guten Fachlichen Praxis verboten werden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hat's denn überhaupt schon in Afrika funktioniert? "Sterile Male Technique" war schon in den 80er ein Hype in Biologenkreisen. Da Schlafkrankheit etc. heute noch grassieren wird der Erfolg nur mäßig gewesen sein.
    Die Männchen sind nach der Behandlung in ihrer Fitness beeinträchtigt - und damit auch im Fortpflanzungsgeschäft.
    Apropos Geschäft: so manche wissenschaftl. Arbeitsgruppe hat und wird sich mit populären Themen das eine o. andere Fördergeld sichern... (just my 2 ct)


    MfG
    Hermann

  • So wie ich die Varroamilbe verstehe funktioniert das nicht. Ausserhalb der Zellen leben nur Weibchen und die Männchen in den Zellen kann man nicht bestrahlen ohne die Drohnen mit zu bestrahlen.
    Bei Bienen könnte das Verfahren allerdings funktionieren. Das wäre aber irgendwie nicht SInn der Sache.

  • Die Frage ist natürlich schon:
    Wie kann das Vermehrungsverhalten der Milbe "normalisiert" werden, d.h. in eine Rate minimiert werden, die nicht in ein exponentielles Wachstum der Milbenzahl in einem Volk resultiert?


    fragt
    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Die Frage ist natürlich schon:
    Wie kann das Vermehrungsverhalten der Milbe "normalisiert" werden, d.h. in eine Rate minimiert werden, die nicht in ein exponentielles Wachstum der Milbenzahl in einem Volk resultiert?


    Lieber Michael,
    das kriegen wir ja nicht mal bei uns selber hin...
    Jede Art, egal ob Tier, Pflanze, oder Bakterie/Parasit vermehrt sich immer bis zum Rand ihrer Möglichkeiten.


    Ich sehe nach wie vor als einzige Möglichkeit, die kollektive Erinnerung an die Varroa zu wecken - auch unsere Bienen kannten vor sehr langer Zeit die Milben, und ich bin der festen Überzeugung, daß diese Erinnnerung aktiviert werden kann.
    Wenn die Bienen nichts lernen, und das Wissen, wie auch immer, vererben/weitergeben könnten, wären sie schon lange ausgestorben.
    Daher kommt ja mein Naturbauansatz, und immerhin sehe ich deutlcih andere Verhaltensweisen als früher.
    Wohin das führt, grad mit der Integration aller ankommenden Schwärme, weiß ich nicht, aber Varroa ist nicht das, worum ich mir ernsthaft Sorgen mache.
    Da ist die Agrarchemie, Landschaftsverarmung und der deutliche Rückgang der Bienenhaltung viel schlimmer.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • auch unsere Bienen kannten vor sehr langer Zeit die Milben


    Das ist aber nur eine Vermutung - eine Annahme - gehe ich da richtig?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • :wink: Nein, google mal, wann sich A.m. von A.c. getrennt hat, und wo - es ist sehr lange her, aber ich denke, das ist drin.:wink:
    Die Primorskis kennen sie ja auch noch, geografisch relativ nah dran.:wink:
    Klar kann ich mich irren, aber es sieht nicht danach aus.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Miteinander,
    die Tse-Tse-Fliege gilt als der beste Natürschützer Afrikas...
    Sansibar liegt weit draußen im Meer, bestimmt zwanzig Kilometer bis Tanganjika (heute nennt sich der Zusammenschluß Tanganjika mit Sansibar mit dem Kunstnamen Tansania, Sansibar war ja durch ein Abkommen zwischen GB und Deutschen Reich zu GB gekommen,
    nicht allein im Tausch mit Helgoland, sondern auch mit dortigen Grenzfestlegungen und Abkommen über keine millitärischen Eingriffe dort).
    Durch diesen Abstand zum Festland dürfte es dort keine Tse-Tse-Fliegen geben.
    Zur Primorski-Biene:
    diese hat doch auch erst rund zweihundert Jahre Kontakt zur Varroa,
    wir mit unseren Bienen erst etwas über 35 Jahre.
    Gebt ihnen noch hunderundsiebzig Jahre Zeit!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Primorski- Biene... Ist doch aus dem europäischen Teil in diese russische Ostregion eingeführt worden. Wie imkerte man damals, bzw. heute, dort mit dieser Biene?
     
    War die Entwicklung genau wie bei uns, oder sind dort noch die sog. "ursprünglichen" Haltungsweisen, Klotzbeuten etc. gang und gäbe?
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)