Wann vereinigen? Frühjahr oder Herbst?

  • Hallo,


    ich möchte nächstes Jahr mit weniger aber dafür umso stärkeren Völkern imkern. Dazu sollen dann einfach immer zwei Völker zu einem vereinigt werden.


    Soll man dies jetzt schon tun oder erst im Frühjahr?


    Gruß,
    Michael


  • Ob vorher oder nachher: Warum willst Du das über Vereinigen erreichen, wenn Du damit auch die Milben vereinigst und näher Richtung Schadschwelle wanderst?? Lieber die richtigen Königinnen einweiseln..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Wie stark sind denn die Völker die Du einwinterst? Wenn die stark genug sind würde ich das jetzt lassen und erst mal abwarten was den Winter übersteht und wie die Völker im Frühjahr in Schuß kommen. Wenn dann Schwächlinge übrig bleiben kannst Du immer noch vereinigen! Vereinigst Du jetzt und das neue Volk übersteht den Winter nicht, dann hast Du zwei verloren.

  • Jetzt zusammenschmeissen, dann überstehen die den Winter höchstwahrscheinlich (mind. 20kg Zucker)
    und du hast nichts umsonst investiert!


    Kauf dir das Buch "Einfach imkern" von Dr. G. Liebig, falls du es nicht schon hast,
    dort steht genau drin wie man seine Völker erfolgreich durchs Jahr und auch durch den Winter führt.

  • Hallo,


     
    Ich mache es so:
    meine schwächelnden Trachtvölker habe ich bereits mit den erstgebildeten Ablegern Ende Juni vereinigt ( Zeichnen der Königin ist ein Muss ).
    Die gebildeten Ableger in der "2.Genaration" müssen jetzt mit Futterteig bis Ende August beweisen, ob sie in einer Zarge sich so entwickeln, dass sie den kommenden Winter überstehen. Ableger, die das Ziel nicht erreichen, werden vor der endgültigen Auffütterung aufgelöst.
    Ich bin mit 7 Völkern durch Aufsetzen der Honigräume gestartet. Habe Ende Juni 4 Völker mit Erfolg umgeweiselt (durch sebstgebildete Ableger).
    Zur Zeit kämpfen noch 7 Ableger, um ihr Klassenziel zu erreichen.
    2-3 Ableger werde ich bestimmt auflösen und damit die besten noch zu verstärken.
    Mein Rat lautet deshalb: Keine Experimente !
    Eine minimale Anzahl von Völkern muss natürlich vorhanden sein, um so eine konsquente Auswahl zu treffen.
    Überwintere nur solche Völker, von denen Du überzeugt bist, dass sie den kommenden Winter überstehen.
    Fehlschläge wird es trotzdem geben.

  • Hallo,


     
    Ich mache es so:
    meine schwächelnden Trachtvölker habe ich bereits mit den erstgebildeten Ablegern Ende Juni vereinigt ( Zeichnen der Königin ist ein Muss ).
    Die gebildeten Ableger in der "2.Genaration" müssen jetzt mit Futterteig bis Ende August beweisen, ob sie in einer Zarge sich so entwickeln, dass sie den kommenden Winter überstehen. Ableger, die das Ziel nicht erreichen, werden vor der endgültigen Auffütterung aufgelöst.
    Ich bin mit 7 Völkern durch Aufsetzen der Honigräume gestartet. Habe Ende Juni 4 Völker mit Erfolg umgeweiselt (durch sebstgebildete Ableger).
    Zur Zeit kämpfen noch 7 Ableger, um ihr Klassenziel zu erreichen.
    2-3 Ableger werde ich bestimmt auflösen und damit die besten noch zu verstärken.
    Mein Rat lautet deshalb: Keine Experimente mit Schwächlingen !
    Eine minimale Anzahl von Völkern muss natürlich vorhanden sein, um so eine konsquente Auswahl zu treffen.
    Überwintere nur solche Völker, von denen Du überzeugt bist, dass sie den kommenden Winter überstehen.
    Fehlschläge wird es trotzdem geben.

  • Mein Senf: ich würde alle so gut wie nur irgend möglich päppeln und erst im Frühjahr entscheiden, wen ich mit wem vereinige (auch wenn ich davon wg Milben gar nix halte).
    Man kann nicht vorhersagen, welches Volk super über den Winter kommt, die reine Herbststärke ist da kein absoluter Anzeiger - und mich haben oft schon überwinterte Mickerlinge mit einer Wahnsinnsvorstellung im Frühjahr überrascht, (aus was für Gründen auch immer), genauso oft wie umgekehrt, daß supertolle Herbstvölker im Frühjahr nicht mehr in die Gänge kamen.
    Von daher würde ich in jedem Fall mit einer größeren Anzahl Völker überwintern (ich bin ja kein Schwabe :cool:) und erst im Frühjahr entscheiden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    ich kann mich Sabi(e)nes Einschätzung nur anschließen. Man weiss nie welche Völker in welchem Zustand aus dem Winter kommen.
    Das Vereinigen zum jetzigen Zeitpunkt oder gar im Herbst bringt in Bezug auf die Volksstärke nicht viel. Viele Völker gehen mit einer ganz bestimmten Menge an Bienen in den Winter.
    Ein künstliches Verstärken nutzen die Bienen meist nur zu einer Verbesserung der Altersstruktur der Bienen und es gehen im Gegenzug mehr ältere Bienen ab. Wenn dann noch eine gewisse Raumnot mit der Vereinigung einhergeht verstärkt sich der Effekt noch.
    Gib jedem Volk eine Überwinterungschance - du wirst ne Menge Überraschungen erleben.
    Gruß
    M.

  • Hallo Miteinander,
    zwei Königinnen legen mehr als eine.
    Erst recht, wenn diese übereinander im Frühjahr gehalten werden.
    Daher würde ich erst im Frühjahr vereinigen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
     
    aus meiner minimalen Erfahrung heraus muss ich diese Aussage anzweifeln.
    Zwei Königinnen in mangelhaftem Umfeld (zu kleine Völker) legen nicht soviel wie eine in guter Volksstärke. Für brauchbare Ergebnisse sollte schon eine gewisse Größe vorhanden sein. Die größeren Völker kommen halt schneller und besser in Schwung (wenn genug Futter vorhanden ist).
    Natürlich ist es auch nicht zu verachten noch kleinere Völker über den Winter zu bringen um Reserveköniginnen im Frühjahr zu haben. Wie wäre es mit einer Kombination von Herbst und Frühjahr? Einige jetzt und einige im Frühjahr vereinigen? Beides hat Vorteile.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • :-D Hallo, Berggeist,

    Zitat

    Zwei Königinnen in mangelhaftem Umfeld (zu kleine Völker) legen nicht soviel wie eine in guter Volksstärke.


    Es geht nicht ums Legen, es geht um die Brutpflege - legen tun die Damen genug, nur wird alles, was nicht gehändelt werden kann, wieder ausgefressen.
    Und bei doppelter Bienenmenge in zwei zusammengelegten Völkern sind nicht doppelt so viele Bienen mit Brutpflege beschäftigt, sondern deutlich weniger.
    Damit sind mehr Bienen für alle anderen Tätigkeiten frei, und außerdem braucht es in den kühlen Frühjahrsnächten weniger Bienen zum heizen.


    Schau mal nach "Doppelvolksbetriebsweise" oder Zwei-Königinnen-Völker" im Netz - was natürlich keine echte Vereinigung ist, sondern wg ASG wirklich 2 Völker in einer Kiste.
    Trotzdem bringt auch eine Vereinigung zweier Schlappis im Frühjahr deutlich mehr als im Herbst - weißt du vorher, welche Königin das Duell überlebt und im Frühjahr noch da ist?
    Das kann durchaus die schlappere im Legen gewesen sein, wenn sie halt im Duell schneller war - wir werden es nie wissen, welche welche Qualitäten hatte...
    Von daher ist bei mir "den Winter überleben" schon mal ein Bonus für jedes Volk - und ich halte wegen der Verdopplung der Milbenlast nix vom Vereinigen.
    Lieber sie selbst und die Natur machen lassen - ich hab schon öfters sehr schlappe Völker 4 Wochen nach Trachtbeginn (und wärmeren Nächten) förmlich explodieren sehen - und ebenso oft waren dann keine Bienen mehr da, weil die kritische Schwelle an reiner Bienenmasse unterschritten wurde, die nötig ist, um Brut aufzuziehen UND zu wärmen UND Nektar/Pollen reinzuholen.
    Von daher ist vereinigen im Frühjahr statt im Herbst meist erfolgreicher.
    Wenn man allerdings Schwabe/Schotte ist, und um jedes Gramm Futter kämpft, was man zum Winter investieren muß, ist man wahrscheinlich froh um reduzierte Völkerzahlen zur Einwinterung (zumal ja auch am 1.12. Tierseuchenkassenmeldung fällig ist...:cool: da hat man doch lieber weniger als mehr Völker...:cool::p)


    Und wie gesagt, es ist nicht so selten, daß mehr als eine legende Königin im Volk ist, sowas ist eigentlich nur von Vorteil. :wink:
    Nur *meine* Meinung.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich habe meine "Schwächlinge" letzte Woche aufgelöst und jeweils einem starken Ableger aufgesetzt. Bei meinen "Schwächlingen" war seit Wochen trotz stetiger Fütterung keine Entwicklung zu erkennen - es ging eher rückwärts mit der Bienenanzahl :-(


    Ich vermute, dass dieses Phänomen noch mit dem "Ludwigsburger Problem" zusammenhängt.


    Vereinigt habe ich mit der Zeitungspapiermethode, die Königinnen aus den "Schwächlingen" vorher abgefangen. Ging alles ganz problemlos und ohne Stecherei.


    Die Bilanz heißt nun aus 11 mach 8. Wenn sie gut durch den Winter kommen, soll's mir recht sein.


    Gruß Wolfgang