Bienen-Stiche lassen Tumore schrumpfen

  • Krebs kann uns alle treffen. Allein im Jahr 2006 sind in Europa 3,2 Millionen Menschen an hundert verschiedenen Krebsarten erkrankt. Weltweit arbeiten tausende Forscher daran, neue Technologien zu entwickeln. Früherkennung und die Entdeckung von schonenden sowie wirksamen Behandlungen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Tiroler Wissenschaft hat hier schon früh einen Schwerpunkt gesetzt. Weltweit einzigartiges haben Innsbrucker Wissenschaftler zuletzt entdeckt: Ein spezielles Enzym des Bienengifts setzt das Immunsystem gegen Krebs in Gang. Die Entdeckung ist zum Patent angemeldet. Zum Generieren weiterer, innovativer Technologien zur personalisierten Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen hat im letzten Jahr das K1-Zentrum Oncotyrol - ein großes Verbundforschungsprojekt - seine Arbeit aufgenommen.
     
    Dendritische Zellen im Einsatz für die Immunabwehr
     
    Als Grundlage für die in der Tiroler Landeshauptsstadt Innsbruck angestellten Forschungen dient die Entdeckung der „Dendritischen Zellen“ durch den amerikanischen Forscher Prof. Ralph Steinman. Er entdeckte diesen Zelltyp Anfang der 70er Jahre und fand heraus, dass diese Zellen als Wächter des Immunsystems in der Lage sind, Immunreaktionen gegen bakterielle und virale Eindringlinge aber auch gegen Krebszellen auszulösen. Dafür benötigen sie allerdings Aktivierungssignale. Hier kommt nun das von Prof. Dr. Martin Thurnher (Medizinische Universität Innsbruck) entdeckte Bienengift-Enzym „sekretorische Phopholipase A2“ zum Einsatz und wirkt auf doppelte Weise: Zum einen wird ein Entzündungsprozesses hervorgerufen, welcher das Immunsystem anregt. Zum anderen ermöglicht das Enzym, dass das körpereigene Immunsystem die Kebszellen als Ziel einer Immunantwort erkennen kann. Das Forschungsprojekt, welches auf einem Fachkongress in Berlin 2004 begonnen hat, wurde im Jahr 2005 zum ersten Patent angemeldet.
     
    Renommierter Forscher aus den USA in Zusammenarbeit mit Tirol


    Prof. Ralph Steinman erhielt 2007 für seine einzigartige Entdeckung den Lasker Award, den inoffiziellen amerikanischen Medizin-Nobelpreis. Bei den „Dendritischen Zellen“ handelt es sich um so genannte Wächter des Immunsystems, welche bei Bedarf Immunreaktionen auslösen. Sein Schüler, der Tiroler Wissenschaftler Prof. Dr. Nikolaus Romani, brachte die Forschungsergebnisse mit nach Innsbruck und trug wesentlich zur Entwicklung dieses Forschungsfeldes bei.
     
    Seine Arbeiten wurden so häufig zitiert, dass Prof. Romani mittlerweile zu den weltweit meist zitierten Wissenschaftlern auf diesem Gebiet zählt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen war der Innsbrucker Wissenschaftler Prof. Dr. Martin Thurnher der erste in Österreich und einer der ersten weltweit, der das Wissen über die immunstimulierende Potenz der „Dendritischen Zellen“ in eine klinische Studie am Nierenzellkarzinom übersetzt hat. Prof. Romani wendete daraufhin dieses Therapieprinzip beim Melanom an.

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    Bernhard