Wie Futterwaben vom letzten Winter verfüttern?

  • Guten Abend,
    letzten Winter haben leider einige meiner Völker nicht überlebt. Die (verdeckelten) Futterwaben habe ich rausgenommen und gelagert - jetzt würde ich sie gerne zum Einfüttern meiner neuen Völker verwenden. Oder ist davon abzuraten?


    Mein Imkerpate hat mir für meine einzargigen Völker (ZA) folgenden Rat gegeben: eine Leerzarge aufsetzen, darauf eine weitere Zarge mit den zu verfütternden Futterwaben. Links und rechts von den Futterwaben noch je ein bis zwei abgeschleuderte Waben von der letzten Ernte einhängen (lockt die Bienen nach oben, gleichzeitig werden die Waben leergeschleckt).
    Nach Aussage meines Imkerpaten würden jetzt die Bienen die Futterwaben entdeckeln, das Futter einweichen (Wasser ist ausreichend in der Nähe vorhanden) und nach unten umtragen, da Bienen Futter gerne brutnah lagern.
    Nach einigen Tagen wären die Futterwaben auf diese Weise "leergeräumt" und ich könnte mit der AS-Behandlung beginnen (vorher natürlich die zusätzlichen Zargen runter!).


    Jetzt ist eine gute Woche vorbei und ich habe das Gefühl, das klappt nicht so recht mit den Futterwaben: die Bienen arbeiten zwar kräftig dran, die Waben sind aber noch zu 90% verdeckelt - von Umtragen keine Spur. Zwei Völker haben sogar begonnen, von der unteren Zarge auf die Oberträger Wachswände nach oben "durch die Leerzarge hindurch" zu bauen (ca. 10 cm schon geschafft). Die Bienen wirken mir nicht unruhig oder hungrig.


    Was ist eure Meinung: Soll ich einfach noch warten, mache ich einen Fehler oder geht das sowieso nicht so?


    Danke für eure Antworten, viele Grüße
    Werner

  • Hallo Kollege,


    warum machst Du dir und den Bienen denn doppelte Arbeit? Sie sollen das Futter mühsam aus den Waben holen und 30cm weiter wieder einbauen?
    Häng sie doch einfach rechts und links als Futterwabe rein und fertig.
    Falls das Wabenmass nicht stimmt oder die Waben alt sind, schleudere sie einfach aus und verfüttere den Inhalt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  •  
    Nun, ob es auf die Art geht, weiss ich nicht. Was bei mir ging, war folgendes: Ich hatte paar Waben aus einem frühen Schwarm entnommen, den ich anfänglich fütterte. Blöderweise hatte ich den Schwarm auf oberer Zarge mit Mittelwänden und unterer Zarge mit Anfangsstreifen eingeschlagen. Unten haben sie dann Drohnenbau gemacht. Jedenfalls habe ich den Fehler korrigiert, die Drohenwaben mit Futter entnommen. Vor dem Einfüttern habe ich sie zurückgegeben, einfach eine Leerzarge auf die etwas zurückgeschlagene Folie gestellt und die Waben schräg dort reingelegt.
     
    Mein Gedanke war, durch die Zwischenfolie und die schräg reingelegten Waben (ich hätt sie ja auch ordentlich reinhängen können) den Bienen nicht das Gefühl zu geben, "oh, das gehört jetzt zu unserem Wabenbau", und sie dadurch zu verwirren. Jedenfalls, das hat funktioniert, die Waben waren paar Tage später leer. Ach so, ich habe sie vorher aufgeritzt.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Hagen,


    genauso machte ich es auch.
    Hat auch funktioniert.
    Die Waben werden zwar ein bißchen festgebaut, aber das ist kein Problem.
    Sie kommen ja schnell wieder raus.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Wenn die Waben was taugen werden sie einfach - wie Micheal schon schreibt - in den Bien eingeordndet. Taugen sie nichts, hänge man sie entdeckelt auf Lücke über eine Futterzarge, der das Gitter entfernt wurde. So lassen sich Reste und klebrige Schleuderwaben trockentragen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder