Komplette Brutentnahme

  • Hallo Zusammen,
     
    ich hab mal ne Frage.
     
    im u.g. Link ist ein Verfahren "komplette Brutentnahme" zur Varroabekämpfung, Krankheitsbekämpfung und Bauerneuerung beschrieben. Meine Fragen:
     
    1. gibt es dazu praktische Erfahrungen hier im Kreis
    2. wann wurde das durchgeführt und wie lange haben die Bienen gebraucht um sich wieder zu erholen?
    3. wurde eine Varroabehandlung (Sommer) zusätzlich durchgeführt? Wenn nein, wurde ein erhöhter Varroafall im Winter festgestellt?
     
    Danke und viele Grüße aus dem regnerischen Leipzig...
     
    Piper
     
    http://www.llh-hessen.de/ausse…liothek/detail.php?id=517

  • Hallo


    in so ähnlicher Form schon länger bekannt und
    angewendet.
    Hier oft besprochen unter Totale Bauerneuerrung.


    Ich bevorzuge diese heftigere Methode deshalb


    - Nur eine Behandlung im Sommer nötig
    - Komplett neuer Wabenbau
    - Kein alter Pollen im Volk


    Sehr gute Volksentwicklung


    Gruß Uwe

  • Hallo, liebe Mitimker,


    was ist denn mit dem "Stallduft"?:Biene:
    Alles, womit sich ein normales Bienenvolk identifizieren kann, oder auch ein anderes Tier,
    wird mechanisch reduziert. Oder vernichtet.:confused::evil:
    Wir sind noch nicht so in Not, daß wir solche Maßnahmen ergreifen müssen.
    Gibt es kein Mitgefühl mehr?:oops:
    Die Varroa geht doch sehr zurück und wir haben alle Behandlungsmöglichkeiten auf der Hand.:wink:
    Ich kann nur von ganzem Herzen sagen: Stoppt euer Tun.:u_idea_bulb02::liebe002:


    Herzliche Grüße, Pia

    ich würd gern mit den Bienen fliegen...

  • Hi Pia,
     
    in dem Bericht wird das Verfahren auch deshalb vorgeschlagen, weil es mit Blick auf den Schwarmakt als natürlich angesehen wird. u.a. keine Säure notwendig, alle Krankheitskeime weg usw usw.
    Stallduft im Schwarm??
    Warum also nicht??
     
    Lg
     
    Piper

  • Hallo, liebe Mitimker,
     
    was ist denn mit dem "Stallduft"?


    Auch ein Stall muss ab und zu gemistet werden....:u_idea_bulb02:

    Zitat

    Die Varroa geht doch sehr zurück und wir haben alle Behandlungsmöglichkeiten auf der Hand.


    Wo geht die Varroa zurück?:eek: Welche Behandlungsmöglichkeiten, außer Säurebehandlung, Drohnenbrutschneiden hast du noch auf der Hand? :confused:Ich habe eher das Gefühl, je mehr mit "Medikamenten" behandelt wird, umso stärker/resistenter wird die Varroa bzw. schwächer/kränker die Biene...
     
    Viele Grüße
    Regina


    P.S. Ich mache die Totale Bauerneuerung und bin damit sehr zufrieden.Bis jetzt haben sich diese Völker immer sehr schön entwickelt. Dieses Jahr habe ich den total bauerneuerten Völkern eine Fangwabe belassen, ohne zu behandeln....bin gespannt, ob`s klappt.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Liebe Regina,:p_flower01:


    >wo geht die Varroa zurück<
    Ich hörs überall, daß der Varroadruck sehr niedrig ist.:daumen:
    Ameisensäure würde ich nicht als Medikament einordnen.
    Perizin ist ein solches.
    Was habe ich auf der Hand: Kein Drohnenschneiden! Milchsäure verwenden.
    Von den Bienen nachzüchten, die am besten durchkommen.:roll:
    Ich hab die letzten Jahre alles auf Selektion gesetzt und viel verloren.:oops:
    Dieses Jahr bin ich glücklich, denn der ganze Stress hat sich gelohnt.:wink:
    Dazu mache ich mit Mini-Plus von den besten Völkern Reserven. Aber, nein,
    ich bin nur im Anfang, nächstes Jahr kann ganz anders sein.


    Herzliche Grüße, Pia

    ich würd gern mit den Bienen fliegen...

  • ...Ich hörs überall, daß der Varroadruck sehr niedrig ist.


    Hallo Pia, das mag für dieses Jahr so sein.
    Für`s Nächste lege ich nicht die Hand in`s Feuer...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Ich hörs überall, daß der Varroadruck sehr niedrig ist.


     
    Liebe Pia:p_flower01:,
    ich kann mich Uwe´s Meinung nur anschließen.
    Auf "Hören-Sagen" würde ich schon mal gar nichts geben....:roll:...selber schauen was los ist, und da vergeht einem das "Hören-Sagen":lol:

    Zitat

    Ameisensäure würde ich nicht als Medikament einordnen.


    Als was denn dann? Säurebehandlung tut auch weh...
     

    Zitat

    Was habe ich auf der Hand: Kein Drohnenschneiden! Milchsäure verwenden.


    MS ist auch eine Säure!
     

    Zitat

    Dazu mache ich mit Mini-Plus von den besten Völkern Reserven.


    Was sind für dich beste Völker? Die in diesem Jahr wenig Varroa haben?
    Behandeln musst du diese aber auch,oder?

    Zitat

    Alles, womit sich ein normales Bienenvolk identifizieren kann, oder auch ein anderes Tier, wird mechanisch reduziert, oder vernichtet.


    Reine Neugier: Was meinst du damit? Womit identifiziert sich deiner Meinung nach ein Bienenvolk?
     
    Jetzt nochmal zurück zur Brutentnahme. Immer wieder höre ich, dass diese Methode "schlecht bzw zu heftig" für den Bien ist. Aber sind denn im Gegensatz die wiederholten Behandlungen mit MS, OS, AS, Pericin, Thymol usw. schonender?? Mit Sicherheit nicht. Ist es nicht so, dass heute schon ein geringerer Milbenbefall ausreicht um Völker zu schädigen, als noch vor 25- 30 Jahren?
     
    Könnte man die Brutentnahme Ende Juni/Anfang Juli nicht damit vergleichen, dass der Bär kommt, den Honig klaut und dabei das Brutnest zerstört ?
    Oder damit, dass man neue "Tapete" in die Wohnung hängt, weil der Bien vergessen bzw. durch Selektion verlernt hat die "Tapete" zu wechseln, indem er schwärmt? :wink:
     
    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Oder vernichtet.:confused::evil:
    ...
    Ich kann nur von ganzem Herzen sagen: Stoppt euer Tun.


    Man kann die Brut auch in einer Brutscheune sammeln, diese auf einen entfernten Stand verfrachten und da im brutfreien Zustand mit bienenschonenden Mitteln, die sich nicht im Wachs anreichern, einmal behandeln.


    Nach dem Auslaufen der Brut kann man auch hier eine Totalbauerneuerung durchführen.


    Ist halt mit mehr Arbeit verbunden und man entnimmt den Standvölkern zusätzlich noch einige Begleitbienen für die Brutscheune.

  • Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß die komplette Brutentnahme / totale Bauerneuerung (unter der Bedingung, daß man alle Bienen vor dem Flugloch abkehrt und in nur mit Mittelwänden oder ausgeschleuderten Honigwaben gefüllte Zargen einlaufen läßt) sehr zum Vorteil für den Bien ist.


    Er ist vitaler, baut schneller und schöner, die Königin legt wie ein Weltmeister, und die Bienen machen auf mich insgesamt einen gesünderen Eindruck. Im Frühjahr sind diese Völker die besten, verglichen mit nicht erneuerten Altvölkern.


    Die Nosemaanfälligkeit und Varroabelastung dieser Völker wird geringer, auch deshalb, weil evtl. Krankheitserreger mit den Brutwaben entfernt werden. Und das alles auf biologischem Wege, ohne unnötigen Einsatz von Säuren. Natürlich muß man den Milbenfall beobachten und bei Bedarf behandeln, die Restentmilbung im Winter sollte mittlerweile obilgatorisch sein.


    Ich kann jedem Imker wärmstens empfehlen, diese Methode bei sich am Stand auszuprobieren, um einen Eindruck von der positiven Wirkung auf den Bien zu bekommen.

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Hallo


    komplette Erneuerung
    bedeutet auch
    das der ganze mit Beizmittel versetzte Pollen raus kommt


    Das meiste was jetzt noch blüht hat kein gebeiztes Saatgut.


    In 2007 auf 2008 habe ich teilweise nur Brut oder Alles raus genommen.
    Die Komplett neuen Waben waren viel stärker im Frühjahr.


    Gruß Uwe


  • Ich hörs überall, daß der Varroadruck sehr niedrig ist.:daumen:


    Und wenn dem wirklich so sein sollte, dann erst recht nicht schlampern sondern behandeln! Das gibt fitte Völker fürs nächste Jahr! Sonst heisst es 2010 wieder im Mai "Hoher Varroadruck".


    Jedes Jahr ist anders. Aber die Varroa belibt uns und von daher sollten wir unsere bewährtes Behandlungskonzept durchziehen wie in den vorherigen Jahren auch. Bei Kollegen die AS verwenden sah ich viele die immer auf der "Diagnoseschiene" fuhren, nach dem Motto "fällt nicht viel, muss ich nicht viel behandeln". Für mich ist das Quatsch mit Sosse - und in diesem Jahr habe ich einem von denen wieder Ableger verkaufen dürfen .... Eine richtig durchgeführte dreimalige AS-Schwammtuchbehandlung, oder nach LieBig mit dem TV lang/kurz muss ein Volk abkönnen - schon zur eigenen Gesundheit. Auch die Warrés bitte behandeln :wink:


    Restentmilbung in der Brutfreien Zeit nicht vergessen!!


    So das war alles OT, eigentlich!


    Brutentnahme hat in diesem Jahr wieder gut funktioniert. Ich mache das allerdings mit Brutverwertung, d.h. Aufteilung in Brutling und Flugling. Der Flugling behält die alte Königin, wird mit einer Brutwabe versehen (möglichst hell) und dazu nur Mittelwände, sofort ordentlich füttern - der geht ab wie Harry. Unweiseln im Spätherbst.
    Der verstellte Brutling bekommt nach zwei Tagen eine begattete im Käfig zugesetzt. Ganz alte Waben gleich entfernen und mit Mittelwänden auffüllen, sofort ordentlich füttern und baldmöglichst behandeln.
    Nebeneffekt - einfache Völkervermehrung in einer Zeit ohne Arbeitsspitzen und die Völker sind für den WInter vorbereitet.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space