Flüssigkeit im Honig

  • Hallo Ihr ,
    ich habe dieses Jahr im Frühling zum 2 mal geschleudert. Hier im Forum hatte ich einen Artikel gelesen das wenn man den Honig impft diesen nicht zu rühren braucht.
    So habe ich das auch gemacht. Jetzt hat sich bei allen Gläsern so ein bischen wässriger Honig oben abgesetzt, es sieht aus als wenn oben ein wenig Wasser drauf steht. Was ist das? Was kann ich machen? Der Honig ist noch flüssig genug um Ihn wieder umzufüllen in und zu rühren, würde das helfen? Ich werde nächste Woche wieder schleudern, vielleicht unterrühren in den neuen Honig? Was kann man da am besten machen , da es nicht schön aussieht so
    Danke Euch im Vorraus für Eure Hilfe

  • ...wenn man den Honig impft diesen nicht zu rühren braucht.


    Moin Aton, das ist falsch.


    Impfen in die Flüssigphase, aber dann gut verrühren.
    Und weiterrühren bis die "Schlieren" sich zeigen.
    Der Honig muß gerade noch zum Abfüllen fließen...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ...was kann ich da machen?


    Den Honig schonend erwärmen (max. 45°C) bis er ganz flüssig ist, also keine Kristalle mehr drin sind.
    Am Besten im Wasserbad und öfter umrühren.


    Ich nehme dazu einen Einkochautomaten.


    Dann raus aus dem Kocher, etwas abkühlen lassen und dann mit Deiner gewünschten Kristallkörnung impfen und 2x täglich für 5 Minuten rühren.


    Andere rühren 1x täglich. Kommt auch auf die Art der Honigzusammensetzung an. Ist immer etwas Glücksspiel...


    Wie lange?
    Nun, bis sich Schlieren im Honig zeigen und der Honig gerade noch fließfähig ist. Dann sofort abfüllen.


    Wenn alles klappt, kristallisiert er dann wie Dein Impfhonig.


    Viel Glück!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hi Anton,


    vermutlich trennen sich bei Deinem Honig die Zucker. D.h. Fructose setzt sich oben recht flüssig ab. Ist generell nicht gut, da diese Schicht meist einen recht hohen Feuchtigkeitsanteil hat und später zum gären neigen kann. Auch kann es evtl. sein, dass Deine Gläser nicht dicht sind und der Honig Wasser zieht (bei Pappe muß der Deckel nachgezogen werden). Du schreibst, dass der Honig trotz Impfens noch gar nicht durchkristalisiert ist. Na dann ran und rühren und abchecken ob die Deckel dicht sind. Selbstverständlich sollte der Honig trocken gelagert werden.

  • Die Gläser habe ich überprüft, die Deckel sind dicht. Verstehe ich das richtig, die Gläser wieder entleeren und dann richtig rühren? Ich schleudere ja nächste Woche meinen Sommerhonig, kann ich die Gläser dazuschütten? oder lieber getrennt machen?

  • ... Verstehe ich das richtig, die Gläser wieder entleeren und dann richtig rühren? ...


     
    Ich würde die Gläser nicht wieder entleeren, sondern den Honig in den Gläsern mittels Handrührstab (-mixer) rühren.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • ...die Gläser wieder entleeren und dann richtig rühren? Ich schleudere ja nächste Woche meinen Sommerhonig, kann ich die Gläser dazuschütten? oder lieber getrennt machen?


    Hallo Aton,


    in Gläsern habe ich noch nicht gerührt. Gibt sicher auch ein Problem mit dem Sollgewicht.
    Ich hatte mal Gläser in Wasserbad "angetaut" und mit einem flexiblen Spatel in den Hobbok zurückgegeben.
    Ist aber massig Arbeit...


    Du kannst die Honige mischen oder als Sorten verarbeiten.
    Ich mische nur.


    Bringt mir immer dicke Minuspunkte beim IFT in Fulda... :cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Aton,
    ich widerspreche dem lieben Wald&Wiesen nicht gerne, aber der Rat den Honig im Glas und dann noch mit einem Handrührstab/Mixer "cremig" zu rühren halte ich für völlig falsch. Der Honig wird nicht cremig sondern eher schaumig aufgeschlagen. Mein Tip versuche es mit einem Glas und lasse es danach 24 h stehen und sehe Dir das Ergebnis an.
    Mein Rat, entleere alle Gläser wieder in ein entsprechendes Gefäß und sollten Teile davon grob kristallisiert sein, vorsichtig erwärmen bis zur vollständigen Verflüssigung. Nach der Abkühlung wieder neu impfen und rühren so wie es hier im Forum schon mehrfach beschrieben wurde.
    Gruß Eisvogel
    PS: Ich habe den Versuch "rühren im Glas" schon hinter mir.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Aton,


    das Phänomen, das Du beschreibst, nennt man Phasentrennung. Dieser Honigfehler ist ein Zeichen für zu hohen Wassergehalt. Wie freibad schon sinngemäß beschrieben hat, trennen sich im Honig die Sirup- und die Kristallphase, wobei die Sirupphase hauptsächlich Fructose enthält. Diese Phasen hat jeder Honig, und die Trennung tritt nur auf, wenn die Sirupphase zu dünn ist, um die Kristalle tragen zu können. Begünstigt wird das durch eine eher grobe Kandierung; bei grober kristallisierenden Honigen muß der Wassergehalt also eher noch niedriger sein als bei feinkandierenden. Ich befürchte daher, daß Du das auch mit Auftau- oder Rühraktionen nicht dauerhaft 'rauskriegst; der Honig wird irgendwann wieder trennen. Was Radix vorschlägt, also einen anderen Honig dazuzumischen, geht, wenn der feiner und/oder trockener ist; dann ist es aber in jedem Fall sinnvoll, den phasengetrennten Honig vorher komplett zu verflüssigen (nicht aber den "neuen", der nicht trennt!). Daß Dein Impfen mit der Phasentrennung zu tun hat, glaube ich nicht. Mischen ist ja übrigens im Grunde auch nichts anderes.


    Entscheidend wird sein, daß Du im den nächsten Jahren Deine Betriebsweise hinsichtlich des Wassergehalts optimierst.


    Radix : Sorten"unreinheit" gibt Minuspunkte in Fulda??? Ich faß' es nicht.

  • Ich würde die Gläser nicht wieder entleeren, sondern den Honig in den Gläsern mittels Handrührstab (-mixer) rühren.


     
    Moin , moin aus Hamburg ,
    je nach Leistung des Mixers und je nach Rührdauer ist die Konsistenz von Honig hervorragend dafür geeignet jeden Mixer / Zauberstab das Genick umzudrehen.
    Also wenn überhaupt,dann mit bedacht :wink:. Erst wird der Griff warm und der Geruch von gebrannten Mandeln umspielt die Nase.Wenn der Mandelgeruch sich intensiviert mischt sich kurze Zeit später der stechende Geruch von verbrannten Kabelteilen als dominate unter das Aroma. Während Du noch überlegst woher das jetzt mit einmal kommt und Du den Entschluss fasst, das auf alle Fälle nichts Gutes bedeuten kann wird Dein Zauberstab mit einem leichten "Puff" und einem nach Salzsäure riechenden blauweißen Wölkchen sein Leben aushauchen. Jegliche Reanimation ist erfolglos.!
    Was das Weib , die Holde dazu sagt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
     
    Viel Glück !
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Radix : Sorten"unreinheit" gibt Minuspunkte in Fulda??? Ich faß' es nicht.


    Hallo Johannes,


    war ein wenig ungeschickt ausgedrückt.
    Gibt natürlich keine Minuspunkte, nur weniger Punkte.


    Wie will man z.B. "Sortentypisch" bei einem Mischhonig bewerten?
    Der schmeckt ja jedes Jahr anders.


    Aber damit wird man sicherer Gewinner der "Roten Laterne"... :-D :daumen:
    Du siehst, ich trage es mit Würde... :cool:


    An Alle: Dabeisein und mitmachen ist eine Riesengaudi, vor allem mit Henry als Conferencier.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Zitat

    keine Minuspunkte, nur weniger Punkte.

    :roll:


    Zitat

    Wie will man z.B. "Sortentypisch" bei einem Mischhonig bewerten?

    Na, gar nicht!


    Zitat

    Der schmeckt ja jedes Jahr anders.

    Eben...


    Sortenreinheit oder -typizität finde ich als Qualitätskriterium für Honig so geeignet wie typische Krümmungsradien oder -längen als Qualitätskriterium für Bananen.