Stecher, Vollschutz, Genetik

  • Warum hängt Ihr Euch die Ziele immer gleich so hoch?
    Warum muß man, wenn man denn eine besondere Bienen halten will, auch gleich eine sichere Begattungsmethode erfinden wollen, anstatt eben besamen zu lassen?
    Warum sind 80 Euronen für eine reinrassige Königin dann aber schon zu viel?


    Ich kann diese Bienensammelei und vor allem den zur Entschuldigung aufgesetzten Anspruch nicht nachvollziehen. Ich erlebte nur immer Niederlagen, wenn ich sowas beobachtete. Die Neuseelandbienen kamen und waren der Hype und die Lingustica und auch ganz verschiedene Buckfast. Erfahrene Imker haben sich mitreißen lassen und ganze Stände umgestellt. Jetzt bestellen sie wieder Königinnen aus Kirchhain oder fanden zur Standbegattung zurück.


    Ob man mit einer Biene arbeiten kann, ob das wirtschaftlich geht und vom Gefühl her, kann man nicht innerhalb von einem Sommer, ja nicht mal innerhalb des Lebens einer Königin entscheiden. Man braucht die unterschiedlichen Sommer-, Winter- und Trachtbedingen, wie sie eben nicht immer aufeinander folgen. Es nützt eben nichts, wenn man nach toller Überwinterung in einem kurzen harten Winter alle Neuseelandbienen noch hat und deshalb daraus schließt, die wär nun angepaßt. Zwei Jahre später büßt man die dann ein, weils Wetter anders und der Winter lang und matschig war.


    Wer heute freiwillig in Vollmontur an die Bienen geht, sollte sich wirklich fragen, ob er nicht als Kameradenschwein wenigstens eine Drohnenfalle an die Fluglöcher schraubt. Und das hat überhaupt nichts - reneweg garnuschd - mit der Rasse zu tun.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wer heute freiwillig in Vollmontur an die Bienen geht, sollte sich wirklich fragen, ob er nicht als Kameradenschwein wenigstens eine Drohnenfalle an die Fluglöcher schraubt.


    Hoppla, ich bin für Arbeitsschutz! Auch in Vollmontur.
    Auch wenn ich nicht Allergiker wäre.


    Oder läufst Du auf dem Bau ohne Sicherheitsschuhe und Helm herum, oder fährst Auto ohne Sicherheitsgurt...


    Ich finde diese Ratschläge falsch!
    Auch wer ängstlich ist, kann doch Bienen halten. Dann eben mit Schutz.
    Na und...?
    Sehe ich nicht als "Kameradenschwein"! :evil:


    Oder möchte da jemand demonstrieren, wie "mutig" er ist?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich finde diese Ratschläge falsch!
    Auch wer ängstlich ist, kann doch Bienen halten. Dann eben mit Schutz.
    Na und...?
    Sehe ich nicht als "Kameradenschwein"! :evil:


    Du hast doch sicher das ganze Thema gelesen :confused:
    Hier wird beschrieben, daß da jemand ein Volk von dem er weiß, daß es stichig ist, nicht umweiselt, sondern eben mit Vollschutz ran geht. Folglich entläßt der für seine Nachbarn spürbar Stecherdrohnen.


    Wegen mir kannste Dir auch vom Michael paar sanfte Turnhosen-Bienen schicken lassen und an denen dennoch vollvermummt arbeiten. Kannste - mußte aber nich. Wenn Dir Arbeitsschutz da wichtig erscheint, wegen mir. Wenn Du aber bloß im Schutz an die Bienen kannst und die freiwillig behälst, dann gehörst Du zu der von mir benannten Gruppe.


    Ich fange wagemutig Drohnen übrigens mit der bloßen Hand. Ganz ohen Schutz. Nur daß das mal klar ist. :daumen:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    gibt es eigentlich eine 100% ige Sicherheit, daß ein aggresives Volk auch sogenannte "Stecherdrohnen" produziert? Ich kenn mich mit Bienen-Genetik nicht wirklich aus, aber mein Empfinden sagt mir, daß immer unterschiedliche Eigenschaften weitergegeben werden. Vielleicht mit gewissen Wahrscheinlichkeiten und Tendenzen, aber nie als Eigenschaften-Klon. Auch wenn alle Drohnen aus unbefruchteten Eiern ein und der selben Königin entstanden sind, gehe ich davon aus, daß sie sich unterscheiden.


    In diesem Sinne müßte doch jeder sanfte Bienenstock auch eine Drohnenfalle bekommen, weil es doch zumindest sein könnte, daß Drohnen entstehen die aggressives Verhalten weitergeben?


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass aber aus einem sanften Volk Stecherdrohnen ausfliegen ist geringer als bei einem Stechervolk.
    Es sei denn! Es besteht eine garantie das Mutti keine Stecherherkunft hat, da die Drohnen ja quasi Genklone der Königin sind.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Hallo


    wie schon geschrieben
    ein Stechervolk das aus einem sanften hervorging
    macht kaum Probleme mit der Vererbung


    Die nächste Generation gibt dann aber volle Pulle die Stecherei weiter.


    Also Stecher umweiseln
    packt das Übel bei den Wurzeln


    Gruß Uwe

  • Wie Genetik funktioniert kann man an diesem Forum wunderschön sehen.


    copy&paste


    Die gewohnten Verhaltensweiseln, ähm Verhaltensweisen, werden festgeschrieben (in Büchern und Fachzeitschriften) und dann immer wieder kopiert und kopiert und kopiert. Bis dann Selektion und Mutation zuschlagen und eine ordentliche Radierung stattfindet. Das Wichtige ist:


    Einer schreibt ein Buch, 20 machen es nach. Einer davon brüllt es am Stammtisch, weitere 20 machen es nach.


    Etwa 5 Prozent der Gene sind festgeschrieben, der Rest ist variabel. Klar können die 5 Prozent der Gene aggressives VERHALTEN festgeschrieben weitergeben, potentientell zumindest.


    Doch die Gene, die das tägliche Leben (nicht das Wachstum und Form) bestimmen, müssen nicht zwingend auf die festgeschriebenen Gene hören. Daher ist Verhalten eher auf die ungeschriebenen Gene zurückzuführen, was diese steuert, konnte mir noch nicht erklärt werden. Bad vibrations, vermute ich :p



    Zitat:


    aus: http://www.aerztezeitung.de/me…herzkreislauf/?sid=542800



    Man muss also nur mit den Acetyl- oder Methylgruppen spielen, um die Gene online im laufenden Betrieb zu aktivieren oder zu deaktivieren.


    Acetyl....da war doch noch was....


    Ob da Acetylcholin auch ne Rolle spielt? Coumaphos (Perizin & Co.) und Neonicotinoide wirken auf den Acetylcholinrezeptor, indem sie diesen dauerhaft besetzen oder den Aufbau/Abbau von Acetylcholin verhindern und so dass System dauerüberfluten....:roll: Interessanter Ansatz zum Weiterdenken! Biochemiker an Board?


    Beeinflusst der Acetylcholinspiegel die Bildung von Acetyl?


    http://de.wikipedia.org/wiki/Acetylcholin


    http://de.wikipedia.org/wiki/Acetyl


    Uih uih...Hui hui...


    *grübel*


    Bernhard

  • ...packt das Übel bei den Wurzeln


    Zu empfehlen:
    Suche nach der Wurzel der Wurzel der Wurzel...


    Begründung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t


    Vor allem weil:


    Zitat

    Andere wenden dagegen ein, dass zumindest unsere gewöhnliche Urteilspraxis bezüglich der Kausalität nicht transitiv ist, da wir bei der Suche nach der Ursache eines Ereignisses stets nach dem unmittelbar verursachenden Ereignis forschen.


    :Biene:


    Da wir es bei Organismen und dessen Umfeld aber mit komplexen Systemen zu tun haben, reicht diese Art der Ursachenforschung nicht aus. Deswegen weiter und tiefer bohren, einen Knotenpunkt nach dem anderen verfolgen. Erst so schaffen wir es, die Biosysteme etwas zu in unserem Sinne zu lenken (sprich kultivieren). Die BruteForce-Methode ist nur kurzfristiger Natur!



    Bernhard

  • Du hast doch sicher das ganze Thema gelesen :confused:


    Von Stechern war nicht die Rede - oder habe ich was übersehen?


    Zitat

    Hier wird beschrieben, daß da jemand ein Volk von dem er weiß, daß es stichig ist, nicht umweiselt, sondern eben mit Vollschutz ran geht.


    Nochmal, die Stelle finde ich nicht. Habe aber heute meine Brille noch nicht geputzt...


    Zitat

    Wegen mir kannste Dir auch vom Michael paar sanfte Turnhosen-Bienen schicken lassen und an denen dennoch vollvermummt arbeiten. Kannste - mußte aber nich.


    Sehe ich auch so.


    Zitat

    Wenn Dir Arbeitsschutz da wichtig erscheint, wegen mir. Wenn Du aber bloß im Schutz an die Bienen kannst und die freiwillig behälst, dann gehörst Du zu der von mir benannten Gruppe.


    Mich störte Deine pauschale Ablehnung des Arbeistsschutzes. Es kommt nicht so rüber, wie Du es gemeint hast.
    Klar gehören Stecher umgeweiselt.
    Na Gottseidank, da sind wir uns ja einig.


    Zitat

    Ich fange wagemutig Drohnen übrigens mit der bloßen Hand. Ganz ohen Schutz. Nur daß das mal klar ist. :daumen:


    :daumen: Whouw - und noch keine Bißwunden...? :cool:


    OK, dann ist die Welt wieder in Ordnung. :liebe002:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Nada mache ma de Oochen off, mei Semmelsechser :wink:


    Bei mir war dieses Jahr (mein erstes Honigjahr) das Volk dessen Bienen einen glänzend schwarzen Körper und graue Filzbinden haben das beste, von ihm hatte ich 3 x geerntet. Leider ist es auch mein aggressivstes Volk, an ihm kann ich nicht ohne Vollschutz imkern. Umweiseln will ich das Volk aber hinsichtlich des enormen Fleißes nicht.
     
    Nun kann ich nicht mit Sicherheit sagen ob bei der Königin dieses Volkes nun wirklich dunkles Blut mit drin ist, aber der Verdacht liegt doch nahe, was dann ja hiesse das dunkle doch Honig bringen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Wer heute freiwillig in Vollmontur an die Bienen geht, sollte sich wirklich fragen, ob er nicht als Kameradenschwein wenigstens eine Drohnenfalle an die Fluglöcher schraubt. Und das hat überhaupt nichts - reneweg garnuschd - mit der Rasse zu tun.


    Hallo Henry,
    hier hast du aber ein großes „Ding“ im Sommerloch gucken lassen.
    Mein lieber Freund, das Merkmal „Stecherei“ wird nicht durch Drohnen weitergegeben. Das solltest du eigentlich wissen. „Stecherei“ wird weitergegeben, wenn du aus dem betreffenden Volk Königinnen nachziehst. Da spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob die Königinnen aus dem betreffenden Volk von reinerbigen Drohnen begattet werden, es bleiben ewig Stecher. Das Merkmal „Stecherei“ ist tief in den Genen verwurzelt, das bekommt man nur schwer wieder raus. Stecherei hat auch nichts mit Inzucht zu tun. Meistens liegt es an der Linie selbst, die sich mit der Zeit aufspaltet. Hier hilft nur neues Material, sprich - Umweiseln.


    Wie hat schon unser Altmeister der Zucht „Friedrich Ruttner“ gesagt:


    Drohnen sind eigentlich arme Teufel, sie müssen in der Zucht für alles den Kopf hinhalten. In Wirklichkeit sind sie aber nur der „Deckel zum Kochtopf“.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Hallo Henry,
    der Wunsch, in der Imkerei rationell zu arbeiten kommt von ganz alleine. Lass ihn erst einmal bewusst werden, dass imkern auch Spass machen kann und Honig zur Plage werden kann. Er schreibt doch, dass es sein erstes Honigjahr ist.
    Für einen Anfänger sind manchmal der erste Honig wichtiger als schweißfrei an den Bienen zu arbeiten.
    Gruß Peter

  • Nada mache ma de Oochen off, mei Semmelsechser :wink:


    Zitat

    Leider ist es auch mein aggressivstes Volk, an ihm kann ich nicht ohne Vollschutz imkern.


    Oh oh... :oops:
    Die Brille war`s! :roll:


    Ich sag nix mehr.:-(


    Gruß - der Semmelsechser :cool:


    (PS: Hat `n Weilchen gedauert, bis ich auf `n Trichter kam, wat "Oochen" sind.
    Forum bildet!) :-D

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.