Bald blüht wieder die Heide...

  • Hallo Hartmut,dem kann ich nur zustimmen und blühen wirds diesjahr sehr gut nach dem feuchten Sommer.Das Wetter ist vergleichbar mit 2007 wo es hier auch eine gute Ernte gab.Die Heide blüht schon an einigen Stellen aber der Bienenbeflug ist noch nicht so toll ,Aber es wird von Tag zu Tag besser .Mich hat das Wanderfieber schon früh gepackt ,habe schon seit Montag einige Völker in der Heide zu stehen.Für mich ist die Heidewanderung der absolute höhepunkt im Jahr ,man muss es einfach mitgemacht haben !

  • Meine stehen auch schon seit einer Woche in der Heide und es geht auch hier langsam los, einige blaue Nester sind schon zu sehen, ich hoffe es regnet bald mal wieder, sonst honigt es wohl nicht viel....

  • Eine Ergänzung zum Filmangebot:


    Das IWF bietet zahlreiche Filme zur Imkerei an.


    Siehe: http://www.iwf.de/iwf/do/mkat/listing.aspx?Action=FachSuche&FachSucheSel=Umweltwissenschaft/%C3%96kologie;%20Agrar-%20und%20Forstwissenschaft;%20Landwirtschaft;%20Imkerei;&SuchartOpt=1


    Unter Z 16 gibt es zwei DVDs mit acht Filmen zur Korbimkerei (Produktion 1961, 1978 - 1979 in einer noch heute bestehenden Korbimkerei der Lüneburger Heide.) für ca. 85,00 €. Es sind hervorragende Zeugen mit Lehrcharakter. Ich sehe sie immer mal wieder an.


    Im IWF kann man Vorschauen der zahlreichen Filme sehen. Die oben zusammengefassten haben einzelnen die Nummern 1 bis 8, mit dem Hinweis auf die Korbimkerei im Titel.


    Viel Spaß!
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo liebe Kollegen,
    habe plötzlich die Erlaubnis, in einem Sperrgebiet, in welchem große Mengen Heide wächst, Beuten aufzustellen. Da ich erst seit wenigen Jahren dabei bin und mit Heide noch gar keine Erfahrung habe, möchte ich von Euch einige Tips. Da ich erst mal vorsichtig anfangen möchte, werde ich wohl nicht mehr als 3 Völker dort aufstellen. Ich hörte, dass der Heidehonig schlecht zu schleudern ist. Da gibt es so einige wilde Tips bei meinen Imkerkollegen - nur haben die eigentlich auch kaum Heideerfahrung... Auch, ob die Bienen am Ende dieser Tracht eine Zukunft haben, interessiert mich. Bitte schreibt Eure Erfahrungen.

  • Moin Du Schwärmer


    Heide ist eine absolut besondere Tracht.
    Ich rate erst einmal jeden mit nur wenig Erfahrung davon ab, denn:
    1. Heidehonig ist nicht schleuderbar. Zumindest nicht in dem traditionellem Sinne. Der Honig muss erst "gestippt" werden. Dass heisst, es wird der Honig in der Waben, in den einzelnen Wabennäpfchen einmal mechanisch bewegt. Das macht man mit Edelstahl oder Kunststoffstiften. Erst nach dieser Prozedur ist eine Schleuderung möglich. (Heidehonig hat eine Konsistenz wie fester Gelee).
    2. Ich weis nicht, wie bei Euch der Juni war, aber bei uns war er trocken. Das heisst für dieses Jahr (2010), wenig Blütenansätze in unserer Gegend. Es ist also fraglich, obe ein Heidernte dieses Jahr überhaupt lohnt. Frag mal Hartmut, wie er die Heide bei Euch einschätzt. (Ich komme darauf, da Du von einer plötzlichen Genehmigung sprichst. Das riecht mir nach einem Imker, der abgesprungen ist, weil er sich die Heide vorab angesehen hat. - Dazu später mehr)
    3. Nachdem die Bienen vom Obstblüte, über Raps, Linde und Sommertracht eingebracht haben, ist es eine große Anstrengung für die Bienen dann noch in die Heide zu gehen.
    4. ab Mitte September, wenn die Heide nicht mehr blüht, kann es schon empfindlich kalt werden. Die Zuckerannahme kann schlecht sein.
    5. Heide frisst Bienen.
    6. Nicht umsonst ist Heidehonig seeehr teuer. Es ist viel Arbeit, für teils wenig Honig.


    OK. Was habe ich gemacht um Völker für die Heide vorzubereiten:
    Ich habe von jedem Volk was in die Heide gehen soll, mindestens einen Ableger gezogen. Diesen Ableger überfüttert und überzählige Futterwaben entnommen.
    Nur Vollvölker - keine Ableger sind in die Heide gegangen.
    Völker mit hohem nat. Varroafall bleiben am Heimatstandort. - Die überleben das nicht. Also zu Hause behandeln.
    Wenn die Völker aus der Heide kommen, haben sie bei mir ab mitte Sept. das Futter schlecht angenommen. Daher haben sie mindestens 10 Kg Futter in Waben bekommen (das von den Ablegern), plus noch etwa 5 Kg welches sie so aufgenommen haben.
    Für mich habe ich über 50% der Völker aus der Heide abgeschrieben, da im Frühjahr vereinigt werden musste. Die Einheiten waren teils sehr mickrig und haben sich auch nur sehr schlecht entwickelt.
    Mir kamen die Völker immer wie "überarbeitet" vor. Einfach keine Kraft mehr in den Völkern.


    So, genug des Negativen.
    Positiv: Der Honig ist absolut spitze im Geschmack. Finde ich jedenfalls.
    Die Heidegegenden sind früh morgens beim Anwandern im Herbst absolut sehenswert.
    Ich finde das Naturerlebnis einfach genial.


    Was noch für die Anwanderung spricht ist, das Du kurzfristig einen Standplatz bekomen hast.(ein Imker anbgesprungen?) Heideplätze sind rahr. - Zumindes bei uns hier.
    Ich würde sofort einen Heidestandplatz aufsuchen, auch wenn dieses Jahr kein Honig bei rum kommt. Aber so hast Du einen Fuß in der Tür, und kannst darauf hoffen nächstes Jahr wieder einen Standplatz zu bekommen.
    Gehst Du dieses Jahr nicht - bei mir wären die Chancen auf einen Standplatz für nächstes Jahr bei 0%.


    Noch mal zum Stippen des Honigs, solche Geräte bekommt man bei Swienty in Dänemark. ein recht gutes und wabenschonendes Model:
    Würdest Du in meiner Nähe wohnen, könntest Du Dir meines ausleihen für dieses Jahr.


    Also, Entscheide Du selbst.
    Hast Du genug Ableger?
    Würden deine Bienen bis mitte September ohne Behandlung auskommen?
    Könntest Du auf die Völker, die in die Heide gehen nächstes Jahr verzichten?
    (Wenn alles schlecht läuft)


    Deine Entscheidung.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Super Antwort, ist eigentich alles gesagt, was auch nicht ganz unwichtig ist, ist die Qualität der Honigwaben, frischausgebaute Waben lassen sich äußerst schlecht oder nicht ausschleudern, da der Honig sehr zäh ist, gibt es erheblichen Wabenbruch, man braucht schon ältere Waben.