Was ist in der HBB dran?

  • Ja hallöle,
    Gestern musste ich feststellen, dass in den Bruträumen meiner 4 Wirtschaftsvölker null Futter mehr vorhanden ist.:oops: Mein grösstes Volk (auf Zander) hat das Brüten sehr eingeschränkt. :-(
    Da ich auch mal Sommerhonig wollte, schleuderte ich heute die homeopatischen Reste aus den Honigräumen (ges. 7kg) und will nun füttern.
    Bei den Magazinen ist mir die Vorgehensweise klar.
    Hab aber noch (übergangsweise) HBB in Freudenstein mit zwei Etagen.
    Nimmt man da den HR weg oder wird erst mal ohne Absperrgitter Völkeraufbau in beiden Räumen betrieben?


    Kann wer Rat geben?

  • Bei Freudenstein (und auch DNM) würde ich den Honigraum nicht wegnehmen, sondern nur das Absperrgitter entfernen und danach auffüttern. Und sie auch so doppelräumig über den Winter lassen. In Frühjahr kann man sehen, ob es möglich ist ,die Leerwaben aus dem unteren Raum zu entfernen.


    PS: Wie schafft man es bei der heutigen Volksgröße Völker in 2 Räumen Freudenstein zu halten?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Bei Freudenstein (und auch DNM) würde ich den Honigraum nicht wegnehmen, sondern nur das Absperrgitter entfernen

    Vorsicht! Die Bretter in den Beuten bzw. der Abstand der Waben sind dann zu groß. Bedenke Beespace unter dem Brett, Brett selbst, Beespace drüber, das macht fast 3 cm Luft. Deshalb wird das keine Doppelraumüberwinterung sondern eine Obenüberwinterung mit verhungerndem Unterteil, falls da was abreißt - was sicher ist. Deshalb sind da unten auch lange die Waben leer. Wenn man doppelräumig in HBB überwintern will, muß man entweder die Beute umnuten und die unteren Waben höher hängen (ist in Joseph Hölzer "Die Brutdistanzierung" schön beschrieben. S.38) oder eine alte Wabe in Streifen schneiden und wenigstens im Zentralbereich zwischen die Waben schieben. Die Streifen werden dann noch festgebaut und erleichtern nicht gerade die erste Frühjahrsdurchsicht, bei der sie wieder entfernt werden müssen. Aber sie erleichtern das winterliche Überleben auf 2 und mehr Räumen.


    PS: Wie schafft man es bei der heutigen Volksgröße Völker in 2 Räumen Freudenstein zu halten?

    Häufiges Wegsehen und schwärme ernten? :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Vorsicht! Die Bretter in den Beuten bzw. der Abstand der Waben sind dann zu groß. Bedenke Beespace unter dem Brett, Brett selbst, Beespace drüber, das macht fast 3 cm Luft.


     
    Richtig. Aber die Bienen bauen das beim Füttern zu. Ist nur unangenehm beim Öffnen im Frühjahr, weil man den Wildbau mit dem Messer rausschneiden muß.
    Ich hätte bei Freudenstein bei Einraumüberwinterung nur Angst, dass die Völker entweder keine Brut oder kein Futter für den Winter haben und damit das Frühjahr nicht erleben.
    Meine DNM-Hinterbehandlungsvölker überwinterte ich in der Regel auf 18-22 Waben in 2 Räumen. Und die Völker füllen im Herbst den Raum auch gut aus.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Danke für Eure Hinweise. Ich teste mal, ob die selbst den Zwischenraum zubauen, wenn nicht, dann mach ich das mit den Streifen.
    Ist hoffentlich auch das letzte Jahr - will neues "Zeug" anschaffen. Obwohl - HBB find ich in sofern nicht schlecht, als dass man als Anfänger öfter mal einen unverfänglichen Blick:cool: wagen kann und man in den kleineren Völkern eher ´ne ungezeichnete Königin findet und so.


    MIG André

  • Hallo André,
     
    ich hab auch HBB's - allerdings Normalmaß und umgebaute, die sind jetzt Vieretager.
    Ich würde mir das Gemansche mit Überbauungen nicht antun - schneide Dir einfach ein paar Leisten in passender Höhe, die dürfen ruhig "klappern", also ein bissel niedriger sein ! zurecht und lege sie auf die Oberschenkel der unteren Wabenreihe. Ganz exquisit kannst Du sie noch mit Abstandhaltern versehen, weil die Breite muss ja auch beachtet werden und die Bienen müssen "durchkönnen". Wie gesagt, auflegen, ankleben tun die die Summsen von ganz alleine, im Frühjahr mit dem Stockmeißel kurz anheben und schon sinn se raus, ganz ohne Gemansche und Streß für die Bienen und Dich. Ich handhabe das seit reichlich 2 Jahren so und es klappt sehr gut. Du hast nur ein paar Teile mehr ...:-D. Für das Fenster reicht als Abschluß das letzte Brettel.
    und, um Gerold zu wiederholen, schaff die Freudensteiner so schnell als möglich ab und leg Dir ein anderes, größeres Maß zu (was bei Euch in der Gegend, oder im Imkerverein oder so...gängig ist). Sind doch seeeeeeeeehr klein.
    Für Rückfragen und andere Schandtaten gern bereit, Fotos gehen aber nur per PN.
     
    freundliche Grüße
     
    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • In der Zweiraum - Freudensteinbeute bringt eine Doppelraum-Überwinterung keine Punkte. Das Maß ist zu klein. Im Frühjahr explodieren die Völker auf kleinem Rahmen- und Beutenmaß. Es kommt zum Schwarmdusel noch bevor die erste Tracht begonnen hat. Überwintert man auf einem Raum, hat man noch etwas Spielraum. Stattet man zur beginnenden Trachtzeit den Honigraum nur mit Mittelwänden aus, kommt man ganz gut über die erste Tracht. Nach der Obstblüte sollte man aber unbedingt einen „etwas stärkeren“ Königinnenableger machen. Im Restvolk nach 2 x 9 Tagen Zellen brechen, eine vorgebrütete Edelzelle einhängen. So kommt man auch in einer Zweiraumbeute ganz gut über die Runden.


    Ich habe einige Jahre mit der Freudensteinbeute geimkert. Meine Beuten waren echte Schmuckstücke – doppelwandig und mit Seitenwandfuttertrog. Die Frühjahrsentwicklung in der Beute war auf jeden Fall beeindruckend. Danach habe ich dann meine Imkerei „stückweise“ durch Dreiraumbeuten im Normalmaß ersetzt.


    Grüße ins Vogtländische


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Ich hab heut erst mal 2x10 Waben rein. So hab ich Platz, um hinten mit einem 500 g - Glas zu füttern ( die Futtertröge sind leider durchgerostet).
    Vor´m Auffüttern würde ich dann, unter Berücksichtigung der Bedenken von Dieter auf 2 x 8 einengen.
    Wäre das was?:roll:


  • Ja wieso - das ist doch die erste Milbenbekämpfung, weil die Bienen (zumindest meine) ja doch meist Drohnenbau aufführen, auch wenn die Ökofraktion das nicht hören will.


    In Kuntzschbeuten geht's besser, da werden zwei Waben mittels Klammern zu einer - weil dort die Nuht für die Waben fehlt.... Da ist dann unten auch viel Platz für eine Bodeneinlage.


    Ist Freudenstein nicht langsam wirklich zu klein für die heutigen Bienen?


    Grüße ralf_2

  • Hallo ralf 2,


    Ja wieso - das ist doch die erste Milbenbekämpfung, weil die Bienen (zumindest meine) ja doch meist Drohnenbau aufführen, auch wenn die Ökofraktion das nicht hören will.


    mag ja sein - wie spät soll er denn im Frühjahr, und dazu noch mit Freudensteinmaß, an seinen Bienen das "erste Mal" arbeiten ?? Gemansche wird es in jedem Fall ... dann doch lieber Baurahmen und die können ordentlich zu Werke gehen -auch der Imker-
    Im Herbst bringt das eh nix mehr, selbst wenn tatsächlich noch ein paar Drohnen entstehen sollten. Außerdem entsteht in der Regel Wirrbau ... alles selber schon erlebt, ich weiß, wovon ich rede. Natürlich ist das jedem seine ureigenste Sache, außerdem war es ein Vorschlag, ich mach es jedenfalls und bin bisher gut gefahren dabei.
    Übrigens, auch 2009 keine Milben in der Drohnenbrut gefunden, weder nah noch fern dem Brutnest. Ich hab nicht ausgeschnitten, sondern nur punktuell kontrolliert. Die "übriggebliebenen" Dicken durften weiterleben.


    letzteres hab ich aber schon paarmal mitgeteilt und hör jetzt auf


    freundliche Grüße aus dem total verregneten Chemnitz


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Ja wieso - das ist doch die erste Milbenbekämpfung, weil die Bienen (zumindest meine) ja doch meist Drohnenbau aufführen, auch wenn die Ökofraktion das nicht hören will.


    Hallo zusammen, hallo Ralf,
    ich habe auch sehr lange die Meinung vertreten, das der erste Baurahmen die Populationsentwicklung der Varroamilbe beeinflussen kann. Das ist aber ein Trugschluss.


    In Abhängigkeit von den Brutaktivitäten der Bienenvölker entwickelt sich die Milbenpopulation im Frühjahr relativ langsam. So ab Mitte Mai startet die Varroamilbe durch und erreicht im September ihr Maximum. Also, je später die Drohnenbrutentnahme - um so wirkungsvoller kann man die Milbenpopulation beeinflussen. Wenn man dann noch die natürliche Brutunterbrechung durch Königinnenableger, Königinnenzucht und Kunstschwarmbildung nutzt, brauch man bis zum Abräumen der Honigräume nichts mehr tun.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Hallo Dieter,
     


     
    Deiner Meinung kann ich mich anschließen.
    Wenn die Winterbehandlung durchgeführt wurde, dann ist die Milbenpopulation auf ein Minimum gefallen.
    Deshalb lasse ich die Drohnen in den beiden ersten Drohnenrahmen schlüpfen. Das ist auch für die Begattung notwendig.
    Erst dann beginne ich mit der Entnahme der Drohnenrahmen
    ( 2 Rahmen /Volk im Wechsel).
    Wenn der Drohnenrahmen im oberen Brutraum beginnt zu verhonigen, dann wird er nicht mehr eingehängt ( ca. 10.7.)
    Z.Zt. wird bei der Durchsicht auch der untere Drohnenrahmen entfernt( keine Bedarf an Drohnen, Volk i.O.)
    Mit diesem Verfahren bin ich bisher immer gut gefahren.
    Jedes Volk hat noch einen (fast) vollen Honigraum. Besonders starke Völker zusätzlich eine Zarge mit geschleuderten Waben. Futtermangel besteht dadurch nicht.
    Abgeschleudert wird wie immer erst Anfang August, um dann sofort mit Ameisensäure zu behandeln (60% -Schwammtuch)
    Für mich war bisher wieder ein sehr gutes Honigjahr.

  • Hallo Drohne,
    ich genieße es, Beiträge wie deine zu lesen. Ich schätze Kollegen, die aus der Praxis berichten. Die nicht nur die Leser eines Forums mit Stückkram anfüttern um sie dann im Regen stehen zu lassen. :roll:


    Grüße


    Dieter

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