Königin "klein"

  • Ich habe irgendwann mal Bilder gesehen vom Unterschied der Grösse der Königin bei der Pflege ab 1., 2. oder 3. Tag der Larve mit Gelee Royale. Leider finde ich sie nicht mehr, aber es war sehr beeindruckend. Hat die wohl jemand?

  • Ich habe irgendwann mal Bilder gesehen vom Unterschied der Grösse der Königin bei der Pflege ab 1., 2. oder 3. Tag der Larve mit Gelee Royale. Leider finde ich sie nicht mehr, aber es war sehr beeindruckend. Hat die wohl jemand?

    Zumindest von einem Bild weiß ich:

    D. Gerstmeier, T. Miltenberger: Ökologische Bienenhaltung, S. 79.

    Denke mal nicht, dass man hier einen Scan einstellen darf. Wenn man der Graphik Glauben schenken darf, ist eine Kö aus einer 1tägigen Larve (z. B. durch Umlarven) nur minimal kleiner als eine Schwarmkönigin. Eine Kö aus einer 3tägigen Larve (solche Nachschaffungsköniginnen hatte ich auch schon) ist dann nur noch minimal größer als eine Arbeiterin, etwa so wie auf dem Foto oben.

  • Ein zweifelhaftes Dogma ist hilfreicher?

    Die Trachtsituation ist für die Terminierung von Arbeiten äußerst wichtig und leider sehr wechselhaft von Jahr zu Jahr und von Region zu Region.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Es gibt reichlich Studien zum Einfluss des Alters der Larve, als auch der Anzahl zu pflegender Larven auf verschiedene Morphologische Parameter der Königinnen.


    Die jüngste Studie zu diesem Thema, die ich gefunden habe ist von 2018 aus der Türkey: Ganz grob vereinfacht, sind Könignnen größer und schwerer, je jünger die umgelarve Larve ist. Die Anzahl der gleichzeitig gepflegten Larven scheint hingegen eine untergeordnete, bis keine Rolle zu spielen. (Allerdings wurde mit gut gefütterten, starken Pflegevölkern gearbeitet und maximal 60 Larven zur Pflege gegeben)


    Eine ältere Studie aus 2010 (Delany) zeigt außerdem eine signifikante Korrelation zwischen morphologisch großen Königinnen und ihrer Fruchtbarkeit. Kurz - je größer die Königin, umso besser die Königin. Natürlich darf man hier nicht Äpfel mit Birnen, soll heisse z.B. Carnica mit Ligustica vergleichen. Größenunterschiede sind nur zwischen sehr ähnlichen Herkünften relevant.


    Die Studie kommt zum sehr pragmatischen Schluss, dass man Pflegevölker hegen und pflegen und von maximal 1 Tag alten Larven umlarven soll - will man leistungsfähige Königinnen heranziehen.


    (aber eigentlich wissen wir das ja schon...)

    Gruß

    Ludger

  • Ich schrieb schon mal in einem Beitrag zur Königinnenzucht 2017 folgendes:


    "Es liegt schon auch an der Qualität des Zuchtstoffs! Also Eier von jungen Königinnen sind größer und die Nachzuchten einjähriger Königinnen sind qualitativ hochwertiger als von zweijährigen. Diese wiederum hochwertiger als von dreijährigen Königinnen. Sagte Dr. Bienefeld 2017 auf der Züchtertagung der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker in Neuenstein/Aua. Daher nimmt der Züchter den Zuchtstoff am besten von vorgeprüften Königinnen, die im zweiten Jahr dann in einer kleinen Einheit mit gebremster Legeleistung sind. Die 1/3 wo das Ei der zweijährigen kleiner in der Oberfläche ist gegenüber dem Ei der Nulljährigen wird dadurch ausgeglichen...

    :u_idea_bulb02:

    Die Nachzuchten der zweijährigen werden daher vergleichbar gut in der Leistung...

    :wink:"


    Und ergänzend schrieb ich:


    "Folgende Zahlen zu den Eigrößen hatte ich mir notiert:


    0-jährige Königin: 0,48 mm² (=100,0 %)


    1-jährige Königin: 0,38 mm² (=79,2 %)


    2-jährige Königin: 0,32 mm² (=66,7 %)


    Ergänzung:


    Interessant ist auch, dass die Sterblichkeit des Embryos innerhalb der Nachkommen einer Königin deutlich zunimmt:


    0-jährige Königin: 9,1 %


    1-jährige Königin: 12,5 %


    2-jährige Königin: 30,7 %


    An Ursachen des Alterseffekt der Mutter auf die Nachkommen nannte Herr Bienefeld:


    - geringere Eigröße und damit schlechtere Startbedingungen für Nachkommen älterer Königinnen


    - Zunahme von Punktmutationen von (nur mütterlich) vererbten Mitochondrien


    Drohnen sterben zwar jung beim Begattungsflug, aber deren abgespeichertes Sperma in der Samenblase der Königin wird immer älter. D.h. es nimmt auch die Bewegungsgeschwindigkeit ab:


    0-jährige Königin: 33,4 µm/s


    1-jährige Königin: 27,2 µm/s


    2-jährige Königin: 18,6 µm/s


    Und auch der Abfall der CS (Citrat Synthase) und Agk (Arginin Kinase) Aktivität deuten auf eine altersbedingte Schädigung der Mitochondrien der Spermien hin.


    Als Konsequenzen empfiehlt Dr. Bienefeld daher:


    Für Imker:


    - jährlich (!!!) umweiseln


    Für Züchter:


    - Selbstverständlich Nutzung von älteren Königinnen zur Zucht


    - Nur Leistungsprüfung von gleichalten Völkern (keine 2-jährigen im Standdurchschnitt)


    - Bei älteren Zucht-Königinnen Brutnest reduzieren, um größere Eier zu erzeugen


    Soweit die Aussagen von Herrn Dr. Caspar Bienefeld im März 2017 auf der Züchtertagung der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB) in Neuenstein / Aua.


    Es liegt also auch an der Qualität des Zuchtstoffs! Eier von jungen Königinnen sind größer und die Nachzuchten einjähriger Königinnen sind qualitativ hochwertiger als von zweijährigen. Diese wiederum hochwertiger als von dreijährigen Königinnen.


    Daher nimmt der Züchter den Zuchtstoff am besten von vorgeprüften Königinnen, die im zweiten Jahr dann in einer kleinen Einheit mit gebremster Legeleistung sind. Die 33% wo das Ei der zweijährigen kleiner im Volumen ist gegenüber dem Ei der 0-jährigen wird dadurch ausgeglichen...


    Die Nachzuchten der zweijährigen werden daher vergleichbar gut in der Leistung..."


    Dies nur ergänzend zum Beitrag vom Ludger!

    :u_idea_bulb02:


    In der Königinnenzucht muss ALLES OPTIMAL sein, dann hat Man(n)/Frau auch optimale Königinnen und damit auch Völker.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Oder es kommt nix viel besseres nach weil sie es aufgrund der Volksstärke nicht besser geht. Die aktuelle Königin ist ja nicht ohne Grund so geraten wie sie nunmal ist.

    Auflösen und Bienen und Brut anderen Ablegern zugeben. Ableger und Völker sollten seit Beginn des Monats Juli eine legende Weisel haben. Sonst werden bzw. bleiben das nur Krüppel.

    Das kann man so pauschal aber nun wirklich nicht sagen

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Da bekommt ihr vom Ludger un Stefan schon die absolut richtige......

    War doch verständlich oder?

    Mann Mann!


    Und wenn Ralf sagt....

    Unbegattete sind halt kleiner so lange die in diesem Zustand sind, ändert sich deren Hormonhaushalt, wächst der Arsch, und nur der.

    Pfefferle/Ruttner/Bruder Adam haben da ausgiebig in den 70ern geforscht.... kann man ja nachlesen:)

    Wichtig sit das Mittelteil, (da wo du drauf zeichnest), das ist nach Schlupf fertig ausgebildet.

    Ist das winzig "und" der Arsch dreieckig....... hast ne eierlegende Arbeiterin!

    Warum, siehe oben!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Moinsen,


    ich weisel in der Regel auch jährlich um. Nur die besten Königinnen dürfen bleiben. Hier mal ein Beispiel:


    Königin aus 2017

    Honigertrag im letzten Jahr: 100 Kilo - Schnitt 60

    Honigertrag in diesem Jahr: 80 Kilo - Schnitt 35


    Superköniginnen vom Vorjahr sind meist besser als durchschnittliche Königinnen aus diesem Jahr...


    Gruß

    Frank

  • Moin,

    meine 2Cent dazu (ich starte ja erst mit der Zucht):

    Ich hab dieses Jahr 2 Völker als Zuchtvölker benutzt:

    Eines, welches schon weisellos war (einfach das nützliche mit dem praktischen verbunden), früh im Jahr (ich glaube Schlupf im Mai), nicht ganz so stark, Kö's nicht in der Brutglocke fertig gezogen.

    Ergebnis waren nicht ganz so große Kö's, aber ausreichend, die nach der Begattung auch noch mal an Größe zugelegt haben.

    Bei einem zweites Volk habe ich die Zucht im Weiselrichtigen Volk durchgeführt, Volk stark, Endpflege in der Brutglucke bei 35°C, Schlupf Juni, Königinnen groß und hell.

    Muttervölker sind (leider) zwei verschiedene, daher kann ich keine 100%ige Aussage machen, aber was ich vorher schon mal bemerkt habe und hier wieder erlebe ist, dass die Wärmehaltung insbesondere in der Phase nach der Verdeckelung mit eine entscheidende Rolle spielt, wie groß eine Kö wird.

    Mein Fazit zur Zucht, bzw. zum Pflegevolk:
    Großes, starkes Volk mit vielen Pflegebienen und guter Futtersituation. Zusätzlich ist die Wärmeerhaltung bei den Kö's entscheidend, sprich ein großes Volk ist eher in de Lage dazu, die Brut bzw. die Kö-Zellen optimal zu pflegen (alternativ Endpflege in einer Brutglucke bei optimalen Wärmebedingungen).

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool: