Bienenstand

  • Moin,


    mein Pate hat mich aus seiner Patenschaft entlassen und mir neben 2 Völkern auch eins seiner selbstgezimmerten Bienenhäuschen vermacht. Nun müssen sowohl Bienen als auch Haus umziehen und ich frage mich, in welcher Reihenfolge.
    Variante 1: Zuerst die Bienen an den neuen Standort bzw. ein paar Meter daneben transportieren, dann Haus ab- und an neuer Stelle wieder aufbauen (soll angeblich kinderleicht sein..), Bienen abends umtransportieren
    Vorteil: keine Angriffe durch die Bienen beim Ab- und Aufbau
    Nachteil: Sie müssen sich zweimal in kurzer Zeit neu einfliegen


    Variante 2: Bienen aus dem Haus nehmen und ein paar Meter weiter stellen, Haus ab- und wieder aufbauen, Bienen abends umtransportieren
    Vorteil: Keine Angriffe weil Bienen verwirrt wegen versetzter Beute
    Nachteil: Bienen sind noch im alten Terrain und sicherlich aggressiv (diese Völker sind immer aggressiv!)


    Variante 3: Bienen im Haus lassen und rundrum abbauen, Boden des Hauses wegnehmen und Bienen an dieselbe Stelle nur halt auf die Erde stellen, Haus an neuem Platz wieder aufbauen, Bienen umtransportieren.
    Vorteile: Bienenkästen stehen an fast derselben Stelle, so finden die Immen vielleicht leichter ihren Kasten und müssen sich nicht komplett neu einfliegen
    Nachteile: Ruckeln am Haus beim Abbauen macht die Bienen nicht gerade ruhiger, Bienen sind noch "zuhause" und fliegen Sturmangriffe


    Da ich meinen NAchbarn zum Helfen mitnehmen möchte und der durch Stiche sicherlich nicht gerade zum Weitermachen motiviert werden wird, werde ich vermutlich Variante 1 wählen. Oder hat jemand noch ne bessere Idee? Das Häuschen find ich insofern ganz nett, als das man einiges an Material (Leerzargen etc.) dort ganz gut lagern kann und die Bienenkästen trocken stehen. Nachteil ist das etwas beengte Arbeiten und die Dunkelheit in der Hütte. Die Beuten sind ebenfalls Eigenbau des Paten, schon ziemlich alt und innen wie außen dunkelbraun gestrichen. Ich plane, sie durch neue Liebig-Beuten in DNM zu ersetzen, aber aus Geldgründen erst im nächsten Jahr.


    Würde mich über Kritik und/oder gegenvorschläge freuen.


    Gruß
    Dirk

  • Fluglöcher ausserhalb der Flugzeit verschliessen und in den Schatten stellen, dann Haus abbauen und am neuen Platz aufstellen, Beuten einstellen und Fluglöcher öffnen...

  • Fluglöcher ausserhalb der Flugzeit verschliessen und in den Schatten stellen, dann Haus abbauen und am neuen Platz aufstellen, Beuten einstellen und Fluglöcher öffnen...


    Wandergitter anbringen !!!
    Bei den gegenwärtigen Temperaturen kann es dir passieren das die Völker sonst verbrausen.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • @ Jaegermeister


    Weil ich keine wesentlichen Vergleichsmöglichkeiten im Frühjahr hatte und mir erst im Laufe der letzten Wochen bewußt geworden ist, daß ich jedesmal, wenn ich die Kästen öffne, gleich in ner stechenden Bienenwolke stehe.



    Man kann bei den Fluglöchern ein Drahtgitter hochklappen, das ist ein Wandergitter, richtig?

  • ich ging davon aus, dass ein Gitterboden vorhanden und offen ist.


    Wenn die Kästen luftig und im Schatten stehen und das für wenige Stunden, dann ist das doch kein Problem...

  • Hallo granit500,
    Nachtschicht einlegen zum Hausbau,
    dann kannst Du die Bienen abseits, wie oben beschrieben, hinstellen und morgends, wenn das Haus fertig ist, dort einstellen.
    Dann können sie sich sofort an der richtigen Stelle einfliegen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    erstmal vielen Dank für eure bisherigen Ratschläge. So falsch lag ich wohl gar nicht mit meiner Planung.


    Die alten Beuten haben keinen Gitterboden, darum möchte ich sie auch austauschen. Wann ist denn wohl ein sinnvoller Zeitpunkt, die Bienen umzulogieren?


    Der Ab- und Aufbau kommt bei diesen Temperaturen wahrscheinlich eh nur abends nach Feierabend in Frage, außerdem muß ich ja tagsüber auch ein bißchen arbeiten.


    Gruß
    Dirk

  • Hallo Dirk,
     
    leider schreibst Du ziemlich wenig über die genaueren Umstände. Wie weit entfernt sind die Standorte? Sind die Rähmchenmaße kompatibel mit den neu geplanten Magazinen? Die alten sind ja bestimmt Hinterbehandler?
     
    Falls sonst alles paßt, wäre der Umzugstermin zum Umsiedeln in neue Beuten ideal. Die alten Beuten werden verschlossen und abends bzw frühmorgens am neuen Standort im Schatten gelagert. Dann wird die Hütte aufgestellt und die Bienen direkt in die neuen Beuten umgesiedelt. Wenn das Rähmchenmaß passt, ist das ein "Klacks".
     
    Etwas schwieriger wirds, wenn die Rähmchen z.B. DN in Zander Beuten müssen. Da ist es erforderlich, die Rähmchen mit passenden Holzleisten (210x25x43mm) auf das Zandermass zu adaptieren. Eine Anleitung habe ich auf Anfrage parat. Natürlich müssen nur die Rähmchen mit offener und verdeckelter Brut umgesiedelt werden. Die anderen werden gleich entfernt.
     
    MfG. Emil

  • Hallo Dirk,



    baue nach Deinen Vorstellungen ein Bienenhaus an dem neuen Standort. Auch teilweise Erbauung bedingt durch finanzielle Engpässe ist möglich.
    Du musst aber ein Konzept haben, wie es einmal aussehen wird.
    Dazu kannst Du die kommende Zeit bis zum Wintereinbruch nutzen.
    Bis zum Versetzen der Bienen kannst Du die alte Hütte abbauen und mit verwerten oder auch nicht. Ohne Hecktik bekommst Du das bis Weihnachten bestimmt hin.
    Im Herbst, bei Temperaturen unter 10°C, kannst Du die Fluglöcher schließen, Beuten beiseite setzen, Hütte abbauen, Völker aber wieder an die gleiche Stelle provisorisch stellen. Bei erneutem Flugbetrieb merken die das garnicht.
    Erschütterung an den Bienen solltest Du vermeiden, Lärm stört die Bienen nicht.
    Nach Weihnachten, wenn 4 Wochen kein Flugbetrieb möglich war, dann setzt Du die Bienenvölker vor erneutem Flugbetrieb mit Deinem Nachbarn ohne einen Stich an die gewünschten Standorte um.( Spätestens einen Tag vor dem Frühjahresreinigungsflug)
    Ich transportiere in jedem Winter einzargige Ableger an den neu gewählten Standort. Das bekommen die überhaupt nicht mit.
    Ich benutze dazu einen Fahrradanhänger, auf dem ein tlw. aufgepumpter LKW- Radschlauch 6.00x20 gelagert ist und auf dem das einzargige Volk geladen und verzurrt wird. Bevor das Bienenvolk etwas mibekommt, ist es bereits ca. 100 m transportiert und am neuen Standort aufgestellt .
    Alle Bienen fliegen sich beim Reinigungsflug auf dem neuen Standort ein.
    Ich hoffe, einige Anregungen gegeben zu haben.

  • Hallo !
     

    Hallo,
     
    Die alten Beuten haben keinen Gitterboden, darum möchte ich sie auch austauschen. Wann ist denn wohl ein sinnvoller Zeitpunkt, die Bienen umzulogieren?
     
    Gruß
    Dirk


     
    Hast Du Plastik Beuten das Du einen Gitterboden brauchst ... ?
    Eine Holzbeute würde ich allein wegen einem geschlossen Boden nie tauschen ...
     
    Gruß
    B.K. A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo,


    alle Beuten sind Holzmagazine in DN und sollen es auch bleiben, insofern wird das Umlogieren an sich wohl ganz gut klappen. Die Dinger vom Paten sind halt nur alt, mit Carbolineum o.ä. gestrichen und ziemlich siffig.
    Was den Gitterboden betrifft, fand ich es ganz einleuchtend in "Einfach imkern", daß die Bienen durch den Drahtboden besser die Außentemperatur mitbekommen und daß immer ausreichend frische Luft da ist.


    In Anbetracht der Tatsache, daß es bei Imkerbedarf Baden in Visselhövede gerade 20% gibt, sollte ich vielleicht statt Liebigbeute-DN doch nochmal über die Standard-DN-Beute nachdenken, die es dort zu kaufen gibt. Wäre ja das gleiche Rähmchenmaß und angeblich sollen die alten Beuten meines Ex-Paten dazu passen. Die Griffmulden da dran mag ich allerdings gar nicht, da müßte ich dann noch einen besseren Griff dranmontieren.


    Wenn nächste Woche das Wetter einigermaßen ist, der Nachbar Zeit hat und auch der neue Platz fertig ist (ca. 6 km Luftlinie vom alten Standort entfernt), werd ich das Ganze mal angehen. Ich denke, ich werde die Konstruktion von den Front- und Wandverkleidungen befreien, so daß mehr Luft und Licht reinkommt (wie bei neuen Kuhställen, die haben oft auch keine festen Wände mehr :wink:)


    Wünsche eine gute NAcht und nen schönen Sonntag!


    Dirk