Der Bien wird "schwanger"

  • Hallo Miteinander,
    liest sich komisch, die Überschrift, soll aber neugierig machen.
    Der Schwarm ist das Kind vom Bien, schrieb mal Sabine.
    Stimmt, also beginnt jetzt dessen Schwangerschaft.
    Die Spätsommerpflege als Grundlage für die Volksstärke zur Frühtracht bzw. Schwarmstärke, so abwegig ist das nicht.
    Jetzt im Juli sollten die Vorraussetzungen für ein starkes Wintervolk gelegt sein, damit wir zur Frühtrachtnutzung nicht vorher noch viele Eingriffe im Volk machen müssen.
    Eingriffe, wie Zargentauschen, Futterwabenaufritzen usw., die man bei starken Völkern nicht braucht.
    Da braucht nur die Frage geklärt werden, reicht das Futter bis zum Beginn der Frühtracht?
    Vorraussetzungen jetzt im Juli sind: Weiselrichtigkeit, genügend Platz zum legen, Futtervorrat, Volksstärke, evtl. eine "Schnellbehandlung gegen Varroa", damit viele Bienen "varroaarm" schlüpfen können.
    Dieses "Allgemeinwissen" schreibe ich auch vor dem Hintergrund, da ich hier noch oft lese, wie jetzt noch schnell Ableger machen, diese verstärken durch Entnahme von Bienen und Brut von anderen Völkern.
    Jetzt werden die Frühtrachtvölker aufgebaut!
    Ableger sollten "Selbstläufer" sein.
    Lieber diese in so großer Zahl bilden, das man untereinander diese verstärken oder vereinigen kann.
    Nun erwarte ich Eure Meinungen und Erfahrungen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Hucho,
    der Vergleich ist zumindest amüsant:
    Die Paarung der Königin entspricht ja der Paarung beim Säugetier.
    Die Eilage könnte man mit der Zellteilung vergleichen.
    Die Winterruhe entspricht der Eiruhe einiger Säugetiere, z.B. beim Reh.
    Am Ende der "Eiruhe" geht die Entwicklung dann weiter bis zur Geburt, dem Schwarmabgang.
    Einzig die Rollen von Mutter und Kind sind vertauscht, zumindest beim Vorschwarm.
    Na, die Üerschrift sollte sich auch etwas abheben...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,
    kommen wir mal zu Fragen, die ich "verborgen" habe im Text:
    Genügend Platz zum Legen:
    Folgendes Bild: Volk hat im Brutraum viel verdeckelte und offenen Honig, Pollenflächen und fast nur verdeckelte Brut.
    Wo soll die Königin da noch Platz finden zum stiften?
    Eine Zarge zwischensetzen?
    Mit was für Waben?
    Völker, die noch umweiseln und Ableger:
    Als "Reserve" überwintern?
    Mit aufzulösenden Völkern vereinigen?
    Oder schwächere Völker untereinander vereinigen?
    Soll man noch Reizfüttern?
    Was kommt noch an Pollen rein?
    Nächste Frage lässt sich in entsprechende Rubrik verschieben:
    Was ist eine gute und sichere "Varroaschnellbehandlung"?
    Das Warum habe ich ja kurz erklärt.
    Wie sieht ein guter Überwinterungsstandort aus?
    Wieviele Völker?
    Wie kleine Einheiten überwintern?
    Das, meine ich, ohne Anspruch auf Vollzähligkeit, sind jetzt anstehende Fragen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • Diese Frage stellt sich mir gerade bei einem Ableger, den ich im Mai gemacht hatte (Brutableger, der sich selbst eine Königin heranzog). Dieser Ableger sitzt in zwei Zargen, und die sind richtig voll. Ich fütter gerade zu, dadurch wird die Bruttätigkeit angeregt; das schließe ich aus dem Pollenenflug.


    Wie ist denn nun die Antwort auf die Frage: Brauchen die Bienen jetzt noch eine Zarge für weitere Brut? Und dann: Welche Waben, oder nur Mittelwände?



    Holbee


    PS: Vielen Dank für die "griffige" Zusammenfassung des Umgangs mit dem Bien, Lothar! Das kann man als Anfänger gut gebrauchen!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Holbee () aus folgendem Grund: 'PS' ergänzt

  • Hallo Holbee,
    Hallo Miteinander,
    sollte man den Bienen jetzt ordentlich freie Fläche geben, z.B. eine Zarge mit ausgeschleuderten Waben?
    Vorteil: die Bienen haben Arbeit, bereiten diese Fläche für Brut und natürlich Vorräte vor, die Honigreste könnten eine "Innenreizung" ergeben,
    günstiger als Zufüttern, die Waben sind sicherer aufgehoben als im Wabenvorrat,
    die Königin findet Platz zum Legen.
    Eine solche Zarge gehört natürlich zwischengesetzt.
    Das zum Aufbau des Wintervolkes Platz gebraucht wird ist unstreitbar,
    aber nicht nur ich möchte wissen, wie!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Holbee,
    Eine solche Zarge gehört natürlich zwischengesetzt.


    Vielen Dank für Deine Antwort. Aber 'zwischengesetzt' - die Bienen sitzen auf zwei Zargen. Ich würde doch den Brutraum auseinander reißen, wenn ich zwischen beide eine dritte setze.


    Oder verstehe ich was falsch?



    Holbee

  • Hallo...
     
    ezwei Ableger, wie den beschriebenen, habe ich auch. Im Mai gebildet (jeweils als Königinnenableger) und nur sporadisch ein wenig gefüttert, da genug Tracht vorhanden war. Beide sitzen auf zwei Zargen mit aktuell sehr viel verdeckelter Brut. In beiden hängen die Bienen unten extrem durch (also wirklich bis zum Flogloch, die fallen da fast raus). In beiden fand ich vor einigen Tagen Stifte, also legt die Chefin munter weiter. Ich frage mich, was wohl passiert, wenn die Brut ausläuft....dann platzen die doch aus allen Nähten:confused:. Ich habe trotzdem mal zwei Liter Zuckerwasser 1:1 draufgepackt, da es hier im Moment fast nichts mehr zu holen gibt (Linde ist durch, nur Getreide und Zuckerrüben und die Goldrute ist noch nicht so weit) - und weil jemand (ich glaube das warst sogar Du, Lothar) mal geschrieben hat, dass oft die stärksten Völker bei Nahrunsgmangel am ehesten zusammenbrechen.
     
    Was mich mal interessieren würde ist die Frage nach der AS-Schnellbehandlung....wenn man Schwammtuch macht, bei so einem vollbesetzten Stock, dann ist doch jede Menge Totenfall zu erwarten, oder ? Bei einer alternativen Langzeitbehandlung geht die Alte doch aus der Eilage, dass kann aber um diese Jahreszeit nun auch nicht gewünscht sein !!
     
    Ausserdem ist es hier viel zu schwül und zu warm und man soll ja die Schwammtuchbehandlung möglichst unter 20 Grad durchführen, oder ?
     
    Und das mit dem Zwischensetzen habe ich auch nicht verstanden....soll man die dann auf 3 Zargen einwintern, oder wie ? Oder sollen sie wie verruecktt brüten und man reisst dann im September wieder alles auseinander uns sperrt sie zurück auf zwei Zargen ?
     
     
    Im nächsten Leben züchte ich Regenwürmer:lol:

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Weimaraner und Regenwurmzüchter in spe,
     
    wenn nix mehr zu holen ist.......und die Völker überlaufen, demnächst...
    nicht nur vor Bienen sondern auch von, vielleicht, Varroen.......
    böse, aber möglich und nicht soooo schlecht....alle verdeckelte Brut entnehmen, Zarge mit Leerwaben aufsetzen.Waben mit der verdeckelten Brut einschmelzen/einfrieren.
    Nach einigen Tagen die nächste gedeckelte Wabe auch noch entnehmen.
    Schaft Platz für neue Bienen..... und Varroen:lol:.
    Die Verluste sind nicht höher als bei einer wirksamen AS-Behandlung, aber kontrollierter.
     
    Ja, ja, haut mich ruhig.
     
    Grüße
    Thorben

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • weimaraner ,
    bei der Behandlung sollte min 20 Grad warm sein. Wenn du nicht behandelst fallen auch Bienen, vielleicht alle.
    Benutz doch mal die Suchoption im Forum, da steht doch vieles zur Schwammtuchmethode.
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance