Oxalsäure und "Gasmaske" FFP 3

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    Ich habe heute die Lieferung von drei FFP 3 Masken erhalten, die – wie der Anbieter schreibt – beim Verdampfen und Sprühen (?) von Oxalsäure einzusetzen ist. Der Hersteller ist die Andermatt BioVet AG aus der Schweiz.


    In der Gebrauchsanweisung steht allerdings der Satz:


    “Die Halbmaske schützt nicht vor Gasen und Dämpfen!”


    Damit ist doch diese Maske für einen Imker wertlos, weil er die Oxalsäure nicht sprüht, sondern verdampft, träufelt oder mit Schwammtuch verwendet. Ich habe einen Verdampfer besorgt. Hier entstehen Dämpfe, gegen die ich mich schützen will, aber offensichtlich mit dieser Maske nicht schützen kann :-(


    Was sagt Ihr dazu?





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    Die Oxalsäuredämpfe bilden wohl sofort nach dem Austritt in die Beute Kristalle, liegen also in Staubform vor beim Verdampfen. Det is ja der Effekt!
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Maske und Windrichtung beachten, dann gibt es keine Probleme.
    Solltest Du doch mal die Dämpfe einatmen - da stockt Dir sofort der Atem.
    Einen tiefen Atemzug zu inhalieren ist unmöglich!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Radix
    Maske und Windrichtung beachten, dann gibt es keine Probleme.
    Solltest Du doch mal die Dämpfe einatmen - da stockt Dir sofort der Atem.
    Einen tiefen Atemzug zu inhalieren ist unmöglich!


    Genau:daumen:


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Zum Nachdenken:
     
    für den relativ großen Menschen ist das Verdampfen von Oxalsäure ungefährlich, weil er sich im freien Raum befindet, ansonsten benötig er entsprechende Schutzausrüstung.
    Die Biene, mit hochsensiblen Sensoren ausgerüstetet, befindet sich in einem geschlossenen Raum und soll die Begasung ohne Schutzausrüstung ohne weiteres wegstecken?
     
    Gruß
    Werner

  • Die Biene... ...soll die Begasung ohne Schutzausrüstung ohne weiteres wegstecken?


    Moin Werner,


    tut sie offenbar. Beim Begasen (auch beim Träufeln oder Sprühen) - also zum Zeitpunkt der höchsten Konzentration - setzt sie ruhig ihre Arbeit fort, kein Aufbrausen oder Abfliegen bei der Fluglochfreigabe.
    Und nachher auch kein höherer Totenfall. Die Brut wird anscheinend auch nicht davon betroffen.


    Aber das Thema hatten wir schon öfter.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich muss meinen Senf natürlich wieder einmal dazu geben.
    Also ich verdampfe und sprühe nicht. Das ist mir zu gefährlich.
    Ich träufle ein Oxalsäureprodukt das in Österreich sehr verbreitet ist.
    Darin sind noch ein Paar andere Sachen wie Bienenfutter, Zitronensäure, ätherische Öle u.s.w. .
    Worauf es mir dabei ankommt ist, dass die Oxalsäure sehr niedrig dosiert ist. In einer normalen Dosis ( 20 mL ) ist so viel Oxalsäure wie in einer Portion Spinat.
    Die Bienen bleiben beim Beträufeln absolut ruhig und verteilen die Säure unter sich.
    Nach 3 Tagen ist die Oxalsäure nicht mehr nachweisbar.
    Da Oxalsäure in der Zeit in der Brut vorhanden ist nur bedingt funktioniert, kann man eine Blockbehandlung machen (nur in der Trachtfreien Zeit).
    Das geht einfach! Im Abstand von einer Woche 3 mal behandeln.
    So wird eine komplette Verdeckelungsphase überwunden.
    Für die Restentmilbung im Winter reicht eine Behandlung direkt in die Wintertraube.
    Blockbehandlungen können ende März und im Monatsabstand nach dem Abschleudern gemacht werden (bis ende September).
    In Österreich wird diese Methode von fast allen BIO Imkern angewandt.
    Nähere Infos habe ich auf der Internetseite der „Salzburger Imkergenossenschaft“ gefunden. Kann dort auch bezogen werden. :u_idea_bulb02::Biene::u_idea_bulb02:


  • Blockbehandlungen können ende März und im Monatsabstand nach dem Abschleudern gemacht werden (bis ende September).


    Nach der Winterbehandlung mache ich meine nächste Behandlung erst wieder nach der Ernte - außer bei Ablegern.
    Im März behandele ich nichts mehr, um keinen Honig zu kontaminieren.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Die Märzbehandlung muss sofort abgebrochen werden, wenn es aussieht als ob in den nächsten Tagen Tracht kommt.
    Nach drei Tagen ist nichts mehr im Kasten.
    Der Witz an der ganzen Sache ist, dass ich die Milben bereits im März reduziere.
    Damit können Sie sich erst gar nicht so weit vermehren, dass sie ende Juli gefährlich werden.
    Der Wochenabstand mit der Blockbehandlung hat auch damit zu tun, wie lange die Milbe braucht bis sie Geschlechtsfähig ist.
    Wenn ich also im Wochenabstand 3 mal hintereinander mit Bienenwohl behandle, habe ich eine komplette Vereklung gehabt .
    Die Milben brauchen aber etwas über eine Woche, bis diese Geschlechtsfähig sind.
    Das heißt ich vernichte eigentlich fast alle Milben.
    Leider werden von außen neue Milben heran geschleppt, von Völkern die z.B. vom Milbendruck sich selbst auflösen.
     
    Würden diese Methode alle Imker einer Gegend gleichzeitig machen wäre der Milbendruck vermutlich über Jahre geringer.
     
    Bienenwohl darf in Deutschland nicht vertrieben werden.
    Da es aber in Österreich eine Zulassung hat gilt diese zur Behandlung in der gesamten EU (wurde mir so erklärt).
    Mann kann es sich aber legal aus Österreich schicken lassen.
    Ich hatte mal mit Herrn Dany, der Bienenwohl erfunden hat Emailverkehr.
    Dieser schrieb, dass die Zulassungsverfahren in Deutschland so Teuer sind, dass es sich nicht rentiert.
    Interessant ist dass Bienenwohl in München hergestellt wird.
    Auch sind alle Bestandsteile von Bienenwohl zugelassen in Deutschland.
    :Biene::Biene::Biene:


  • [FONT=Arial]Der Witz an der ganzen Sache ist, dass ich die Milben bereits im März reduziere.


    Hm, noch mehr zu lachen hat man meiner Meinung nach, wenn man im Zuge einer effizienten Winterbehandlung so viel Restmilben erwischt hat, dass man im Frühjahr Zeit hat, über andere Witze zu lachen :wink:

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter