Kann ein Volk um die Jahreszeit schon verhungern?

  • Huhu,
    ich mache mir gerade etwas Gedanken um meine vier Wirtschaftsvölker.
    Nachdem ich den Sommerhonig vor ca. 3 Wochen geschleudert habe, ist das Wetter recht schlecht geworden. Daher haben die Bienen den größten Teil des Futters im Brutraum verbraucht. Ganz genau weis ich es nicht, da ich nicht unnötig in den BR rumwühlen wollte.
    Nun ist es inzwischen zwar wieder wärmer und sie fliegen, allerdings bin ich mir nicht sicher ob sie was finden. Die Honigräume die noch drauf sind bleiben jedenfalls leer. Etwas Springkraut blüht schon und Brombeeren teilweise auch noch.


    Daher nun meine Frage, können Völker um die Jahreszeit schon verhungern? Kann ich ohne großes Rumwühlen überprüfen ob sie noch Futter haben? Eine Stockwaage besitze ich leider nicht :-(.


    Liebe Grüße,
    die Feuerwehrbiene


  • Daher nun meine Frage, können Völker um die Jahreszeit schon verhungern? Kann ich ohne großes Rumwühlen überprüfen ob sie noch Futter haben? Eine Stockwaage besitze ich leider nicht :-(.
    Liebe Grüße, Die Feuerwehrbiene


     
    Moin , Moin aus Hamburg ,
    sie können! Gewichtkontrolle nach Gefühl. Solltest Du das noch nicht haben, solltest Du die Völker dringend durchsehen. Aus einer Wabe Brut schlüpfen im Durchschnitt ca. 2000 Bienen. Ich hoffe, Du hast bei der Ernte keine Waben aus dem Brutraum entnommen ? Der Brutraum ist bei der Ernte bei mir tabu.
    Wenn Du eine Übersicht hast, trainiere Dein Gefühl beim anheben und berichte. Dann wird es sicher weitere Tipps geben.
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Wie schon gesagt - Honig im Brutraum bleibt als Reserve.


    Bei Normalmaß ist aber oft kein Honig im Brutraum vorhanden - also dringend nachschauen.
    Übrigens: Wenn Bienen fliegen, tun sie das nie ohne Grund: Es muss also was zu holen sein.


    Weil man aber nicht weiß, ob das Einkommen zum Auskommen reicht, sollte man sich schon überzeugen, wie die Vorräte aussehen.
    Die "Störung" íst dabei eher marginal, wobei ich mich nicht erinnern kann, daß um diese Jahreszeit ein Volk verhungert wäre. Allerdings stockt bei Mangel an Honig/Pollen die Entwicklung und es fehlt dann bald an langlebigen Winterbienen.


    Grüße ralf_2

  • Die Waben im Brutraum habe ich natürlich in Ruhe gelassen.
    Es war auch definitiv Futter im Brutraum vorhanden (Zander). Habe vor ca. einer Woche mal in den oberen Brutraum geschaut und der war fast leer :-(. Najo, werde morgen gleich mal nachsehn was Sache ist.
    Sollten sie gar nichts mehr haben, was mach ich dann? Honigräume runter und einfüttern? Oder evtl. etwas Apifonda geben das ich noch da hab?


    Liebe Grüße

  • Klar können Bienenvölker um die Zeit verhungern. Gewöhnlich gibt man nach dem Abschleudern direkt einige Liter Winterfutter, damit das Brutgeschäft noch mal in Gang kommt und Winterbienen erzeugt werden. Außerdem sollten Bienen während der Varroabehandlung nicht "trocken" sitzen und immer so um die fünf, sechs kg Futter haben.


    Bei uns kleckert der Weißklee ganz nett, aber der braucht bekannterweise höhere Temperaturen zum Honigen. Ich schleudere gerade ab und gebe dann die ersten Fuhren Winterfutter.

  • Denke auch, direkt verhungern werden sie nicht, können aber schlimmstenfalls die Brut stark einschränken oder wieder ausfressen und dann ist es nix richtiges mit der Aufzucht der Winterbienen. Mit Bauen ist auch nichts. Futterteig ist jetzt wohl unproblematisch.
     
    Mein Schwarm hat auch fast nichts mehr, gestern geschaut. Eigenbau- Kuntzsch- Magazin. In Ermanglung eines Futtertroges eine Zwei- Liter Schale in Leerzarge gesetzt, als Schwimmhilfe Jungfernbau aus einer Drohnenwabe plus ein paar Korken, mal sehen, ob das geht.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem gewitterreichen, verregneten guten Morgen :-)


    Angeber!!!!!!


    Ich habe schon ca. 1500kg Futter verhauen :cry:
    Die Minis schon 3 x und die Völker bei mir im Wald 2x.
    Im Juni währen schon 2 Völker verhungert, 1 habe ich gerade noch so 2-3 St. vor dem Tot gerettet, hatte schon die gesamte Brut rausgeworfen, den Rest angeknappert und es lagen schon die ersten Toten auf dem Boden.
    WAS FÜR EIN SOMMER:roll:



    Klar können Bienenvölker um die Zeit verhungern. Gewöhnlich gibt man nach dem Abschleudern direkt einige Liter Winterfutter, damit das Brutgeschäft noch mal in Gang kommt und Winterbienen erzeugt werden. Außerdem sollten Bienen während der Varroabehandlung nicht "trocken" sitzen und immer so um die fünf, sechs kg Futter haben.


    Bei uns kleckert der Weißklee ganz nett, aber der braucht bekannterweise höhere Temperaturen zum Honigen. Ich schleudere gerade ab und gebe dann die ersten Fuhren Winterfutter.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Ohhh das hört sich ja gar ned gut an.
    Ich habe noch den Honigschaum vom abschäumen. Kann ich den ihnen auch geben? Habe mir gedacht ihn in ein kleines eimerchen zu tun, oben auf die Zarge zu stellen, loch aufmachen und großen Kübel oben drüber stülpen. So kann nichts raus laufen und andere Bienen können auch nicht zur Räuberei hin.
    Ich kann heute leider meine Völker aufgrund von Semetserprüfungen nicht durchschaun. Erst morgen :-(. Will aber auf Nummer sicher gehen, dass sie daweil was haben.


    Liebe Grüße

  • @ Heike: Was heißt denn hier Angeber? :-)


    Ich kann doch nichts dazu, wenn Du da mit Deinen Bienen in einer Ecke Deutschlands haust, in der es neun Monate Winter und die drei restlichen Monate kalt ist. Liegt bei Dir eigentlich schon Schnee?


    Hier isset dat jelobte Rheinland, da isset warm, und überhaupt! MEINE Bienen brauchen für den Blütenbesuch KEIN Frostschutzmittel.


    Gruß, Klaus

  • Also darf im Sommer kein volk verhungern - es sein denn, der Imker war zu gierig beim Schleudern und hat auch die allerletzten Vorräte noch "rausgekratzt". Ich halt's da mit Max Kuntzsch, der schon anfang des vorigen Jh. in diesem Zusammenhang anmahnte: "Imker, Bezähme Deine Habgier..."


    Futter gibt's bei mir erst nach der 2. Schleuderung, dem "Abräumen" Ende Juli, weil danach keine lohnenswerte Tracht mehr erwartet wird, und die "Milbenaktion" (Ameisensäure) ansteht. Dann gibt's Futter natürlich sofort und in größerer Menge.
    Trotzdem ist, wahrscheinlich wegen der Ameisensäure, meist erst mal Brutpause...


    Bis dahin belasse ich den Bienen immer eine nicht unbeträchtliche Menge an Honig, um Schlechtwetterperioden und trachtlose Zeit überstehen zu können.


    Grüße ralf_2


  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem endlich wunderschönen guten Morgen :-)
    Was heißt hier gierig beim Schleudern!!!!!!
    Ich habe meine Völker hier im Wald dieses Jahr noch gar nicht geschleudert!!!!!!!!!!!!!!!!
    Es kam nach dem Löwenzahn, der auch nicht so toll gehonigt hat, nichts mehr :-(
    Außerdem, zeig mir mal wie du Dadantbrutwaben schleuderst.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Heike!


    Wie wäre es denn mal mit WANDERN? :u_idea_bulb02:


    Ich weiß, es macht deutlich mehr Arbeit aber bringt Honig. Auch wenn das dieses Jahr genauso relativ ist wie alles andere. Die Fichte und die Tanne fielen dieses Jahr aber auch im Schwäbisch/Fränkischen Wald den Wetterkapriolen zum Opfer.


    Aber Gerüchten zu Folge soll es doch heuer im Bayerischen Wald gute Tautracht gegeben haben. Oder ist da auch eher der Wunsch der Vater des Gedankens? :daumen:


    Außerdem soll ja heuer die Heide honigen. Die letzte Chance für Massentracht und Honigertrag. Tu es mir aber selbst nicht an, da mir mein Honig mehr als reicht! Können uns ja mal bei der nächsten Versammlung dazu unterhalten...


    Hoffentlich lief die Zuchtsaison dann besser bei Dir?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Oh weh,
     
    meine Frau hält mich für den totalen Versager, dabei habe ich heute wieder geschleudert. Edle Kastanie, mein Kindertraum. Ärgerlich der große Teil ist noch im Dadantbrutraum. Beblengere aus dem tiefen Bayern, wo liegt das Problem beim Schleudern der Dadantbrutwaben, doch eher, dass die etwas muffeln. Wurde man aber bei diesem Honig aber nicht schmecken.
    Manche Leute sagen, sie würden auf Katzganatzga schlecht überwintern. Was meint ihr? Bitte nur Leute mit Erfahrung. Ich mag keine Imkerweisheiten oder Geschwätz oder was in irgendwelchen Büchern steht. Fakten, Erfahrungen sind gefragt, nicht was irgend so ein Moralimker irgendwo, irgendwann zu Hinterladerimkern gesagt hat.
     
     
     
    Gruß
    Renstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: