Füttern?

  • Ich hatte einen Brutableger gemacht, der sich eine eigene Königin gezogen hat. Und ich habe von meinem anderen Volk, das schwärmte, den Schwarm eingefangen. Beides machte ich am 21.05. - beide entwickelten sich gut, es war zu der Zeit reichlich Tracht (Raps). Ich ließ sie in zwei Zargen.


    Gestern sah ich aber, dass diese beiden Völker kaum in der oberen Zarge waren. Der Ableger hatte etwas Brut (drei Waben nur mit einer Handfläche verdeckelten Brutwaben), aber so gut wie keinen Nektar, nur einen kleinen Futterkranz unten. Beim Schwarm sahe es noch schlechter aus, oben keine Brut und kein Futter.


    Zur Zeit ist kaum noch Tracht, scheinbar bringen die Linden nicht genug Honig. Ich will deshalb füttern. Ist es aber nicht viel zu früh für das Einfüttern für den Winter? Ich bin ganz unsicher, weil auch meine beiden Wirtschaftsvölker kaum oder keinen Honig im Honigraum haben (was ja bei dem geschwärmten Volk schon eher sein kann).



    Holbee

  • Hallo Holbee,
    du musst ja nicht die Einfütterung für den Winter machen.
    Du kannst ja kleine Futtergaben verabreichen.
    1 Liter Honigwasser pro Volk und Woche.
    Eigentlich kannst du auch Zuckerwasser 1:1 oder Futterteig, ... nehmen.
    Abschleudern brauchst/kannst du ja eh nicht mehr.


    Die nächste Woche machst du das selbe nochmals.


    So wie du das beschreibst hättest da du das schon vor 2-3 Wochen machen sollen. :roll:


    Gruss AJ

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Kann gut sein, dass ich schon vor zwei Wochen mit dem Zufüttern hätte beginnen müssen. Ich dachte, die Linden (und andere) blühen so üppig und die Bienen fliegen fleißig und bringen auch Pollen, da brauche ich doch nicht zu füttern ..... Ich bin eben Anfänger (im 2. Jahr mit Bienen) und muss fehlende Erfahrung noch durch Fragen und Lesen ersetzen.


    Schleudern ist wohl nicht mehr drin, stimmt. Vielleicht bei einem meiner beiden Völker, das hat einen fast vollen Honigraum. Im Juni hatte ich geschleudert, nach dem Raps. Das hatte weniger gebracht als im letzten Jahr das erste Schleudern. Insgesamt gibt's in diesem Jahr also viel weniger Honig als im letzten. Und das bei der frühen und reichen Blüte überall.


    Nun werde ich heute Abend mit dem Füttern beginnen. Ein Liter 1:1 Zuckerwasser in der Woche scheint mir wenig. Mal sehen, wie die Bienen das annehmen.



    Grüße aus der Nordheide
    Holbee

  • Wenn du Zuckerwasser fütterst musst du aber zuerst deinen Honigraum runternehmen.
    Sonst hast du den Zucker im Honig. :daumen:


    Gruss AJ

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Kann gut sein, dass ich schon vor zwei Wochen mit dem Zufüttern hätte beginnen müssen. ........... Mal sehen, wie die Bienen das annehmen.
     
     
    Grüße aus der Nordheide
    Holbee


     
    Wirst dich wundern. Der Liter ist im halben Tag weg. Wenn sie noch bauen müssen, kannst schon ein wenig öfter füttern. Ansonsten: nicht zuviel, und dünn, damit das Brutnest nicht vollgetragen wird. Aber auch nicht zuwenig, damit nicht aus diesem Grund die Brut beschränkt wird.
    Wir brauchen ja jetzt die Brut, die dann die Winterbienen versorgen soll. Ist irgendwie ein Spagat. Ich muss mir für nächstes Jahr unbedingt eine Stockwaage besorgen, damit der Futterstand bereits von aussen beurteilbar ist. Mir geht es nämlich genauso, kommt nix mehr rein.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Ich füttere z. Zt. die Ableger mit 300g Zucker in 500ml Wasser - täglich.
    Ist am nächsten Tag immer alles weg.
    Je weniger von außen kommt, desto mehr Futter wird reingeschüttet.
    Auffüttern kommt noch. Mach ich mit Sirup.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ..... Ich muss mir für nächstes Jahr unbedingt eine Stockwaage besorgen, damit der Futterstand bereits von aussen beurteilbar ist. ...
    Gruss
    Hagen



    Von einer Stockwaage spricht Remstalimker auch öfter. Das muss eine praktische Sache sein, eine Waage, auf der die Beute steht, so dass man jederzeit ihr Gewicht ablesen kann.


    Gibt es solche Stockwaagen im Handel? Oder wie lässt sich eine solche Waage bauen?



    Holbee

  • Ich hab eben in diesem Thread einiges zum Stockwaagen-Selbstbau gefunden:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9541&highlight=Stockwaage 
    (ich hab vergessen, wie man einen link einfügt:confused:).


    Dort blieb aber Guido einen versprochenen Bauplan schuldig. Es scheint mir auch zu umständlich oder aufwendig zu sein, aus einer Personenwaage auf die dort beschriebene Art eine Stockwaage zu bauen.


    Gibt's keine fertigen im Handel?



    Holbee

  • Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

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  • Hallo Holbee!
     
    Zum Einfüttern ist es nie zu früh. Meiner Ansicht nach ist es völlig verkehrt, die Ableger und Schwärme den Sommer über darben zu lassen. Über die Futtermenge und die Anzahl der Fütterungen lässt sich streiten.
     
    Zur Futtermenge:
    Durch die Futtermenge sollte das Brutnest nicht eingeschränkt werden. Wenn die Anschlusswabe zu den Brutwaben verdeckelt ist, so würde ich annehmen, dass dies zu viel ist. In einem solchen Fall würde ich eine Wabe (Mittelwand) zwischen Brut- und verdeckelter Wabe geben. Anfangs etwas weniger, später etwas reichlicher füttern. Mit einem Zuckerverbrauch von 25 kg Zucker den Sommer über kann man schon rechnen.
     
    Anzahl der Fütterungen:
    Eine tägliche Fütterung ist für mich zu viel Aufwand. Laut Dr. Liebig ergibt sich auch kein Unterschied zwischen vielen kleinen oder wenig größeren Fütterungen.
     
    Jedenfalls geht kein Futter verloren, entweder wird es in Brut umgesetzt oder als Winterfutter abgelagert.
     
    Ableger und Schwärme müssen, um sich zügig entwickeln zu können, immer aus dem Vollen schöpfen können. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Bienenhaltung, alles was versäumt wurde, kann nicht mehr aufgeholt werden.
     
    Darum empfehle ich, den Sommer über reichlich zu Füttern, in gewissen Abständen zu kontrollieren, ob das Brutnest durch das Fuitter ev eingeschränkt wird, gegebenenfalls Waben oder Mittelwände zwischenhängen. Wenn die Anschlusswabe neben der Brut kein Futter enthält, so ist es sicher ein Zeichen, dass zuwenig gefüttert worden ist.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Ich danke dir für die detaillierten und hilfreichen Hinweise, Honigmaul!


    Ich befürchte tatsächlich, zu wenig gefüttert zu haben. Bei allen hatte ich gestern Abend je ein Liter Zuckerwasser 1:1 in die Futterzargen gegeben, das war heute Morgen bei allen weg.


    Holbee