Königin übersäuert????

  • Hallo Kollegen,
    ist euch bekannt, dass man die Königinnen mit Oxalsäure übersäuern kann?


    Bei mir ist eine Kö nach einer Blockbehandlung mit Oxalsäure (Träufelmethode) verschwunden. Eier, junge Brut waren noch vorhanden. Die Bienen haben dann Nachschaffungszellen gezogen.


    Jetzt meine Vermutung:
    Im Winter soll/darf man die Bienen nur einmal mit Oxalsäure behandeln.
    Grund: Die Bienen übersäuern weil sie nicht zum koten rausfliegen können.


    Bei einer begatteten Kö ist das doch das ganze Jahr so, oder?
    Keine Ahnung, evtl. kackt sie auch in den Stock????


    Oder habt ihr eine andere Erklärung warum die Kö abhaut?
    Geschwärmt haben sie auf jeden Fall nicht. Es waren keine Schwarmzellen vorhanden. Ich hab keine Ahnungwarum die gezeichnete Kö nicht mehr im Stock ist.


    Ideen???


    Gruss AJ

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Bei mir ist eine Kö nach einer Blockbehandlung mit Oxalsäure (Träufelmethode) verschwunden. Eier, junge Brut waren noch vorhanden. Die Bienen haben dann Nachschaffungszellen gezogen.
    ......
    Ideen???


    Schon möglich, dass die Königin durch einen großen Tropfen Oxalsäure getroffen wurde und an Übersäuerung zugrunde gegangen ist. Darum mag ich das Träufeln nicht: Die Tropfen sind zu groß.
    Mit Sprühen hatte ich noch nie Königinnenverluste, allerdings habe ich die Wabenseite mit der Königin bisher immer von der Behandlung ausgenommen, .... sicher, ist sicher.
    Bienentotenfall konnte ich bei Sprühbehandlung auch noch nie beobachten.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Jetzt meine Vermutung:
    Im Winter soll/darf man die Bienen nur einmal mit Oxalsäure behandeln.
    Grund: Die Bienen übersäuern weil sie nicht zum koten rausfliegen können.


    Da liegst Du ganz richtig. Und nicht nur deshalb. Wer im Herbst seine Völker per Blockbehandlung mit Bienenwohl u.ä. behandelt hat, darf das im Winter nicht mehr flüssig tun. Die OS greift bei mehrmaliger Flüssigbehandlung den Chitinpanzer der Bienen zu sehr an. Beim Verdampfen hat man diese Probleme nicht und verkühlt zusätzlich seine Bienen auch nicht mit einer OS-Dusche im Winter..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Die Behandlung mit Akariziden/Varroaziden führt bei jedem (!) Mittel der Wahl zu Schäden auch am Bien. Dies kann man als Neben-wirkung bezeichnen, oder aber als Wirkung. Je nachdem, ob man diese Wirkungen vertuschen will oder nicht.


    Akarizide sind auch immer Insektizide.


    Es gibt einen Haufen wissenschaftlicher Untersuchungen, auch wegen des Einsatzes von organischen Säuren. Für Oxalsäure siehe:


    Zitat

    A long-term study of the colonies for 3-4 months after the last application of oxalic acid showed a statistically significant negative effect of the acid on brood development. In addition, three queens died in the treated colonies.


    aus: Studie Oxalsäure


    Ansonsten siehe:
    http://scholar.google.de/scholar?q=oxalic+acid+honey+bee&hl=de&btnG=Suche&lr=


    Wenn man so einen Schnitt durch die Varroabehandlungsmittel zieht, reichen die Wirkungen von der Schädigung der Fruchtbarkeit (bei Drohnen und Königinnen), von Brutschäden, von Verhaltensstörungen und was weiss ich was.


    Auch die Studie von Maryann Frazier zeigt doch deutlich, dass ein Zusammenhang zwischen Akariziden, den Pestiziden aus der Landwirtschaft und dem weltweiten Bienensterben gezogen werden kann.
    Siehe: http://www.ento.psu.edu/MAAREC…esToDoWithItJune08ABJ.pdf



    Darüber sollten wir - auch! - nachdenken.


    Zitat

    Eine Idee, die nicht gefährlich ist, verdient es nicht, überhaupt eine Idee genannt zu werden.


    (Oscar Wilde)


    Bernhard