Nur mal so zum Nachdenken

  • Hallo Leute


    Nur mal so zum Nachdenken


    Ihr geht auf die Straße, um gegen den übermäßigen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Im Grunde genommen seit ihr keinen Deut besser. Getrieben von dem Zwang möglichst alle Milben von den Bienen „zu putzen“, behandelt ihr auf Teufel komm raus. Ja, der Landwirt macht es auch so. Auch er will die 100% Marke erreichen. Viel hilft ja viel. Wir regen uns darüber auf. Giftmischer, Umweltverschmutzer - es gibt kein treffenderes Wort, was man so einem Landwirt an den Kopf schmeißen möchte. Und wir Imker? Was sind wir? Giftmischer, Umweltverschmutzer?


    Um es auf den Punkt zu bringen:
    Es ist ein Irrsinn! Man kann auch mit den besten Mitteln nicht ein Insekt töten und das andere unbeschadet leben lassen. Das trifft in der Landwirtschaft genau so zu wie in der Imkerei. Maßvoll soll soll das Ziel sein. Die Varroamilbe unter der Schadschwelle halten.


    Nicht behandeln geht auch nicht. Wenn mein Hund Würmer hat, muss ich helfen. Oder helfe ich nicht? Warte ich bis er sich die Seele aus dem Leib geschissen hat? Sicherlich nicht. Und genau so ist es mit dem Rest aller Tiere, die wir hegen und pflegen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem lebenden Tier. Die Einfütterung und erste Behandlung steht kurz bevor. Die biotechnische Varroabekämpfung bietet so viele Möglichkeiten. Wir sollten daran denken - maßvoll aber ausreichend zu behandeln.


    In diesem Sinne


    Herzliche Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Wir sollten daran denken - maßvoll aber ausreichend zu behandeln.

    Genau meine Rede! Deshalb jetzt Befallsgrade ermitteln!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Um es auf den Punkt zu bringen:
    Es ist ein Irrsinn! Man kann auch mit den besten Mitteln nicht ein Insekt töten und das andere unbeschadet leben lassen. Das trifft in der Landwirtschaft genau so zu wie in der Imkerei.


    Dies ist gut auf den Punkt gebracht. Ich weiss allerdings nicht, ob es ausreichen wird, das Maß zu halten. Denn nicht das Maß der Anwendung, sondern die Einstellung dahinter macht die Katastrophe.


    Wenn es zum Maß kommt, wird uns jeder BVL-Mitarbeiter vorrechnen, dass da nur nanogrammweise Neonicotinoide drin sind. Aus dieser Sicht gesehen, sind Neonicotinoide besser als blütengespritzte Insektizide, weil eben wesentlich geringere Mengen ausgebracht werden.


    Doch das trifft nicht des Pudel's Kern.


    Bei den Imkern, wie bei den Agrarökonomen hat man eine gewisse Einstellung Problemen gegenüber. Meistens versucht man einen Umstand als absolutes Problem zu definieren, das nur eine Lösung kennt. Volle Kanne draufhauen und plattmachen. Töte! Tötet sie! (Ok ok, übertrieben...)


    Nun sind wir aber aus dem Zeitalter der Höhlen und Keulen raus, deswegen sollten wir auch die chemischen Keulen weglegen. Da gibt es sowas, das nennt sich Hirn. Und genau dasselbige sollten wir einsetzen, um Umstände genauer zu analysieren.


    Und analysieren heißt nicht: rumprobieren und scheitern.


    Das gilt für die Landwirtschaft im Allgemeinen und damit auch für die Imkerei.


    Ein starker Grund, was für die Aufnahme solcher Analysen spricht, ist die Nachhaltigkeit unserer bisherigen Handlungsweise (<=0), sowie die Verantwortung, die wir unserer Zukunft gegenüber haben.


    Sicher ist, dass eine solche Umstellung nur in sehr radikalen Umständen von heute auf morgen passieren kann. Daher wird es im echten Leben lange dauern und schrittweise passieren. Nur anfangen müssen wir, und da gibt es kein Weg vorbei. Den ersten Schritt können wir aber nur wagen, wenn wir aufhören zu sagen:


    "Es geht nicht, es geht nicht".


    Wer das Mögliche erreichen will, muss das Unmögliche versuchen.


    Bernhard