Naturschutzgebiet - Welche Hindernisse?

  • Hallo,


    ich habe gerade ein Stück Land erworben. Laut Verkäufer sollte es in einem Landschaftsschutzgebiet liegen.
    Nun stellt sich aber heraus das es in einem Naturschutzgebiet liegt...


    Meine Frage ist nun ob es mir überhaupt möglich sein wird dort zu Imkern.
    Ich hatte vor meine Bienen dort in Golzbeuten, die in den Praktischen Bienenständen wie es sie zB bei Lonnemann gibt zu je 5 Völkern gruppiert werden sollten, aufzustellen.


    Natürlich wollte ich um das Grundstück herum Hecken pflanzen und auf dem Grundstück diverse Trachtpflanzen ansäen bzw anpflanzen.
    Das ist wohl nun nicht mehr möglich, oder sehe ich das falsch?


    Meine Anfrage ans Amt wurde noch nicht beantwortet (außer dem telefonischen Hinweis, das ich nicht "privilegiert" sei), vielleicht kennt sich hier ja jemand aus?

  • Hallo,


    in einem Landschaftsschutzgebiet ist die Nutzung eingeschränkt. Es kommt aber darauf an, was geschützt werden soll. Das kannst Du nur bei der Behörde erfahren. Als Imker bist Du nur dann privilegiert, wenn Du die Imkerei nachhaltig betreibst und nicht als Hobby.


    Gruß Micha

  • Das Imkern im Naturschutzgebiet ist an sich sogar gewünscht, da die Bienen zwar von Menschen gehalten werden, aber zweifellos dem Schutzzweck entsprechen. Ruppertshofen "Der summende Wald" hat darauf hingewiesen und die Imker geradezu aufgefordert, die NSG zu beleben. Man hört zwar nicht viel davon, aber du mußt dich ja jetzt ohnehin mit dem Naturschutzgesetz befassen.


    Eine andere Sache ist natürlich der Bau von Bienenständen. Man wird womöglich auf Magazine ohne weitere Bauten verwiesen werden. Je nach Art der Fläche kann natürlich auch die Bodenkultur eingeschränkt sein. Was ist denn jetzt auf der Fläche? Eine standortgerechte Aufwertung der Artenvielfalt dient sicherlich dem Schutzzweck.

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei

  • Hallo,
     
    ich würde Dir dringend raten, unter allen Umständen den Kontakt mit Behörden diesbezüglich zu meiden!!!
     
    Ich kann ein Lied davon singen. Hatte ein Grundstück, das noch nicht einmal Naturschutzgebiet war. Der Kreisbeamte schüchterte mich aber derart ein, indem er beispielsweise behauptete, ich dürfe ein solches Grundstück nur 1-2 mal im Jahr betreten!! Er drohte mir sofort Strafen an. Dabei wollte ich nur Infos von ihm. Das mache ich nie mehr!
     
    Versuche selbst rauszufinden, was das Naturschutzgesetz hergibt. Lege dann beispielsweise eine Benjeshecke an, da kann keiner was sagen. Und zwischendurch pflanzt Du einfach bienengerechte und naturschutzgerechte Büsche. Typische Gartenvertreter (Sommerflieder oder so) würde ich lassen.
     
    Gruß,
     
    Markus

  • Hallo Markus,
    hier muss ich Dir auf das heftigste widersprechen. Wenn das Grundstück wie der Wabenklau beschreibt im NATURSCHUTZGEBIET liegt, sollte er es tunlichst vermeiden irgendwelche Hecken oder sonstige Pflanzungen vorzunehmen. Und der persönliche Kontakt zur unteren Naturschutzbehörde ist in aller Regel hilfreicher als irgend eine Trotzhaltung - Jetzt erst recht.
     
    Hallo Wabenklau,
    bevor Du jetzt große Baupläne auf Papier bringst oder Kurzfrist verwirklichen willst. Würde ich zunächst eine einfach Freiaufstellung - Du hast doch Segeberger - machen und damit aufzeigen, dass die Imkerei in diesem Gebiet bzw. Standort möglich ist und Dir auch wichtig ist.
    Lass es langsam angehen gönne Dir und der Behörde die Zeit zum Eingewöhnen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Zusammen,


    Nun stellt sich aber heraus das es in einem Naturschutzgebiet liegt..


    Zuerst würde ich mir die Naturschutzgebietsverordnung besorgen. Die findet sich im Netz. Dort ist das Schutzziel benannt, und dort steht was verboten und was erlaubt ist. Imkerei ist im Regelfall nicht verboten. Das Anpflanzen von Hecken oder das Ansäen von Trachtpflanzen könnte verboten sein. Da empfehle ich den direkten Kontakt via Telefon zum zuständigen Sachbearbeiter der UNB. Falls man das nicht macht und völlig frei nach eigenem Gusto handelt (Anpflanzugen, ...), kann es sonst ein Bußgeld geben, verbunden mit der Auflage zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Das würde ich nicht riskieren.


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Eisvogel,
     
    Du "widersprichst" mir, indem Du Wabenklau rätst zu den Behörden zu gehen, um dann aber wiederum zu schreiben, er solle aber vorher schon mal Beuten aufstellen (also doch nicht gleich zu der Behörde?:wink:).


    Meine Meinung ist, dass ich mich eher etwas bedeckt halten würde. Zunächst einige Beuten aufstellen und sich selbst informieren. Wenn das Naturschutzgesetz sagt, man darf nichts anpflanzen, dann würde ich nichts anpflanzen, aber freiwillig zu einer Behörde werde ich in meinem Leben nicht mehr gehen!


    Gruß,


    Markus

  • Es kommt immer drauf an wie man mit den Herrn vom Amt redet.
    Auf meiner Suche nach nem Stellplatz, hab ich desöfterne bei der UNB angefragt. Letztendlich haben diese mich an einen Landschaftspflegeverein verwiesen.
    Da kann ich nun meine Damen auf einem Grundstück mit Obstbäumen aufstellen.
    Ich finde es generell immer etwas kritisch etwas zu tun ohne der Behörde bescheid zu geben, das sorgt all zu häufig für Ärger.


    Mein Tip, lass dir nen Ansprechpartner angeben. Mit dem du dich zusammen setzen kannst, auch Beamte sind nur Menschen. Mit den meisten kann man solang man freundlich ist, auch alles bereden.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris