Lockstoff für Varroaklebefallen entwickelt

  • Im Magazin "Bee Culture" wurde die Meldung veröffentlicht, dass Forscher aus Florida erfolgreich einen Lockstoff entwickelt/gefunden haben, der in Klebefallen gegen Varroa eingesetzt werden kann.


    Die Zusammensetzung wird patentiert (wer hätte es gedacht) und ist daher geheim. Angeblich handelt es sich um von Honigbienen proudzierten und für Varroas sehr attraktiven Stoffen. Diese werden dann in Klebfallen Verwendung finden. Angeblich lassen sich 50-60 Prozent der Varroas von den Bienen fallen, um zum Lockstoff zu kommen.


    Das Verhalten der Bienen, so die Forscher, werde durch die Lockstoffe "nicht signifikant beinflusst" (was ich mir zunächst nicht vorstellen kann). Die Signifikanz hat für mich seit LD50 immer so einen schalen Beigeschmack.


    aus: http://www.ars.usda.gov/is/AR/archive/jul09/mites0709.htm


    Bernhard

  • Na wenn die das Patent bekommen haben muss das doch bei den Amis genau so öffentlich gemacht werden wie hier in .de oder?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Das ganze klingt doch eigentlich recht positiv. Lockstofffallen sind doch in vielen Bereichen mit gutem Erfolg und allemal Umweltverträglicher als Pestizide im Einsatz.
     
    Klebefallen hätten auf jeden Fall den Vorteil, dass sie immer einsetzbar sind und nicht nur nach der Honigernte.
     
    Ein Fremdgeruch, der die Varroen anlockt wird wohl die Bienen auch nicht stärker beeinträchtigen als eine Begasung mit Thymol, Ameisen- oder Oxalsäure.


    Bei einem Patent in den USA wird das ganze auch recht schnell in Deutschland auf dem Markt sein. Da geht die Zulassung vermutlich Europaweit ruck-zuck.
    Der Preis in deutschen Apotheken wird halt wie immer ein Vielfaches des amerikanischen Drugstore-Preises betragen.

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  • Ich hoffe das kommt schnell auf den Markt, so das man es testen kann.
     
    Ich denke das wäre die einzige Methode die man das ganze Jahr einsetzen kann.
     
    Was ich mich aber schon wieder frage, ob man die Milben dadurch nicht selektiert. Die cleveren Milben gehen nicht rein und vermehren sich und die Dummen sterben!!!! Dann ist man nach 5 Jahren wieder auf den gleichen Stand ist wie jetzt!!!!
     
    Was sagen die anderen dazu?

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Das klappt aber nur bei Milben die auf andere Merkmale als den Geruch sich die Zellen aussuchen.
    Ist eben die Frage ob wirklich alle Milben auf diesen Streifen krabbeln oder nicht, aber eine Selektion, weiß icht nicht, die entwickeln ja keine Restistenz gegen Klebezeug.
    Auf jedenfall isses ne Lösung die verwertbar klingt.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Ich stimme den Bedenken von Bernhard und Micha zu.
    1. Erfolgt mit Sicherheit in wenigen Jahren eine Selektion.
    2. Was bedeutet signifikant ?
    Doch wohl in diesem Fall nichts anderes als :... das keine deutlich erkennbaren Beeinflussungen der Bienen zu erkennen sind.


    Nun , das lässt vieles offen. Zu viel.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ich gehe davon aus, daß jeder sogenannte Schädling nur so empfunden wird wenn man den Sinn dieses Lebe-Wesens nicht versteht. Auch die Varroa Milbe ist ein Geschöpf der ganzheitlichen göttlichen Schöpfung. Auch sie will geliebt werden. Das Dunkle kann man nicht erhellen durch noch mehr Dunkelheit sondern nur durch Licht und Liebe.


    Was will uns die Varroa mitteilen? Wieso findet sie ein Millieu, in dem sie sich so gut vermehren kann? Ist sie womöglich nur ein Sinnbild, daß wir als Imker, geistig gesehen, den Bienen im Nacken sitzen um sie auszusaugen (Honig klauen) und dabei auch verkrüppeln (zB Wabenschneiden, Schwarmzellen brechen, Waben tauschen etc)??? Kann es sein, daß die Milbe verschwindet wenn wir komplett anders mit den Bienen umgehen? Wenn wir die Bienen wahrhaft lieben und den Honig nur dezent ernten und dabei als wahres himmlisches Geschenk wert schätzen?


    Gerne frage ich jeden Arzt von was er wirtschaftlich leben würde wenn ab heute alle Menschen gesund wären... (hat er keine Antwort, hat er kein wahres Interesse an gesunden Menschen)
    So kann man auch jeden Imker fragen von was er wirtschaftlich leben würde wenn es ab morgen verboten wäre für Honig Geld zu verlangen. Hat er keine Antwort, ist er davon abhängig den Bienen den Honig zu 'klauen', dann ist die Frage gerechtfertigt ob man wirklich nur den echten Überschuß erntet oder doch wie die Milbe dem Bien im Nacken sitzt...


    Ich weiß, daß es liebenswerte Imker gibt, die hauptberuflich vom Honigverkauf leben. Niemanden will ich verletzen oder zu nahe treten. Aber es sollte erlaubt sein zu überdenken ob die Milbe uns einen wertvollen Hinweis geben kann den wir übersehen wenn wir sie nur als böse einstufen und bekämpfen.


    Obwohl ich aktuell ein Übermaß an Milben in zwei Völkern mit OS reguliere, sehe ich in einem "Schädlingsbefall" nur ein Zeichen, daß die Harmonie in meinem Garten und bei den dortigen Bienen noch nicht gut genug eingependelt ist.


    Macht es wirklich Sinn ein Hilfmittel zu finden, daß womöglich dauerhaft, ganzjährig in jedem Bienenstock ist, evtl. sogar mal "verordnet" wird? Dann kann niemand mehr erkennen welche Völker an welchen Standorten robust sind und sich zb. aus eigener Kraft von den Milben befreien können.


    Ich sehe in so einem Milbenlockstoff eine Krücke. Und wer dauernd an Krücken läuft wird zum Krüppel. OS / AS / MS sehe ich dagegen eher als Notfall-Medizin um das Überleben zu sichern.


    Liebe Grüße
    Konstantin

  • Kann es sein, daß die Milbe verschwindet wenn wir komplett anders mit den Bienen umgehen? Wenn wir die Bienen wahrhaft lieben und den Honig nur dezent ernten und dabei als wahres himmlisches Geschenk wertschätzen?


    Das haben wahrlich schon vielen liebende Imker mit ihren Bienen versucht und sind traurigerweise gescheitert.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • KonstatinKirsch hat Recht. Kann ich nur unterschreiben.
    Und wirtschaftlich gesehn: Wo würde wohl der Honigpreis sein, wenn wir keine Varroa hätten?
    Und ethisch gesehn: Wer würde sich heute um wesensgemässe Bienenhaltung gedanken machen und sich in Naturbau versuchen?
    Zum Nachdenken...

  • Rainer fu hast unrecht. überlässt man die Bienen sich selbst, bekommen sie das Problem Varroa in den Griff. Gotland und andere beweisen es


    Die Ausnahmen bestätigt die Regel! In einer Insellage (wie auch bei Manne) funktioniert es - vielleicht. Aber nicht einem Stand in der am dichtesten mit Bienen besiedelten Region Deutschlands. Übrigens hatte es auf Unije nach dem Start des Versuches gar keine Bienen mehr gegeben, so daß nachbestückt werden musste.


    Es gibt Bienen, die wesentlich mehr Varroa aushalten oder sich derer entledigen. Bis zu einem gewissen Grad. Aber von der ganz behandlungslosen Imkerei bin ich abgekommen, habe aber viel dabei gelernt.

    42

    ganz sicher

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