Königin zusetzen in 7 Wochen weiselloses Volk?

  • Hallo!


    Nachdem ich ja bereits berichtet hatte, dass ich vor sieben Wochen eine Königin im Wirtschaftsvolk bei der Durchsicht aus Versehen getötet habe, ist jetzt alles schief gegangen...
    Zunächst hatte das Volk nachgeschafft, aber anscheinend ging die Königin verloren. Jedenfalls ist keine Königin und keine Brut im Volk vorhanden. Das Volk ist deutlich schwächer und besetzt noch eine Zarge. Ich würde mich wirklich ungerne von diesem Volk verabschieden, daher war mein ursprünglicher Plan eine begattete Königin zuzusetzen. Diese erhalte ich morgen. Jetzt hat mir ein Imker aber gesagt, dass sieben Wochen zu lange sei und ich die Königin in dieses Volk nicht mehr zusetzen kann. Besser sei es, einen Ableger aus den anderen Völkern zu machen und die Königen in diesen einzuweiseln.


    Ist das richtig? Ich dachte immer, es sei erst zu spät, wenn Afterweiseln vorhanden sind?


    Ich hoffe, Ihr helft mir weiter. Viele Grüße, Katrin

  • Wenn das Volk noch eine Zarge besetzt, kann man sehr wohl noch eine Königin zusetzen.
    Allerdings würde ich das Volk komplett einige Meter von der Beute abkehren, um eventuelle Aftermütterchen zu eliminieren.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Mach es so wie Wald&Wiese sagt! Käfige die Neue mit einem sehr fetten Futterteigpropfen!
     
    Noch ein Tipp vom Drohn:
     
    entnimm die Pollenwaben, die sehr wahrscheinlich wirr in diesem Volke sind und hänge sie nach 9 Tagen, wenn der Weisel richtig ist, wieder zu.
    Aufbau dieses Volkes wäre beim Abfegen und zusetzen, von links nach rechts:
     
    Pollenwabe..Honigwabe...Honigwabe...Leerwabe...Leerwabe...Leerwabe...Honigwabe...Honigwabe...Pollenwabe.
     
    Nach neun Tagen rückst Du die Pollenwaben ans Brutnest und machst in einem Zug eine Milchsäurebehandlung.
     
    Gutes gelingen
    wünscht
    der
    Drohn

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  • Moin,
     
    also....wenn es denn sein soll, sind Jungbienen von ein zwei Brutwaben aus anderen Völkern sinnvoll.
    Nach sieben Wochen sind das doch alles alte Schranzen, dass ist wie mit Kindern die bei den Großeltern aufwachsen, die sind auch nie jung:lol:.
     
    Deshalb......die Schranzen mit Jungbienen und neuer Kö als Kunstschwarm und dann auf den Wabenbau den der Drohn vorschlägt:daumen:.
     
    Gehülft von
    Thorben

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • Am Besten ist's, einen weiselrichtigen Ableger an die Stelle des Altvolks zu setzen. Die Reste des Altvolks können sich dann langsam (!) darunter mischen, sobald sich das neue Volk eingeflogen hat.


    Alternative Methoden bei Ablegermangel (eigentlich in geordnetem Haushalt unerklärlich):
    Offene und auslaufende Butwaben zugeben - mindestens eine, wo beides drauf ist. Wenn dann Weiselzelle auf offener Brut erscheint, dann diese entfernen und junge Weisel (begattet - unter Zuckerteigverschluss zusetzen.
    Darauf achten, daß zur Zeit, wenn die junge Weisel ) zugesetzt wird, immer noch Bienen schlüpfen.


    Es kann trotzdem noch eine Weile dauern, bis die Sippe in Tritt kommt, wenn nicht, dann Variante 1 anwenden.


    Wenn keine Weiselzelle erscheint - abwarten. Mit Sicherheit ist da noch irgendwo eine unentdeckt gebliebene (unbegattete?) Jungweisel vorhanden. Eine Woche später sollte dann aber offene But vorhanden sein.
    Sonst zu Variante 1 gehen - man kann nicht ewig warten ....


    Wenn man nur ein Volk (und keine Reserven) hat, dann entweder die Imkerei aufgeben oder mehrere Völker anschaffen. Man kann natürlich auch immer wieder den Nachbarn um Hilfe bitten - er wird sich darüber freuen.
    Klingt hart, ist aber die Wahrheit.



    Warum Kollege Drohn dieses Wabenkunstwerk empfiehlt, sollte er mal unverschlüsselt erklären, für mich ist das nur Mystizismus, der den Anfänger in die Irre führen kann.
    Die Frage steht doch nur:
    Begattete Weisel vorhanden ?
    Pflegebienen vorhanden ?
    Wie kann ich das Volk zu Brutpflege stimulieren?
    Durch Entnahme von Pollenwaben gelingt das hier in Ostbrandenburg eher nicht - im Gegenteil.


    Grüße ralf_2

  • Guten Morgen 2. Ralf,
     
    damit die junge Kö ein zusammenhängendes Brutnest anlegen kann, ist es schon schön wenn der Wabenbau geordnet ist.
    Durch die lange Zeit ohne Brut wird in die Zellen viel Pollen eingelagert, der ja nicht verbraucht wurde, da keine Brut vorhanden war.
    Der natürliche Aufbau wäre ja auch so wie der Drohn schreibt.
    Den Pollen dann an das Brutnest, weil um diese Jahreszeit nicht mehr viel Pollen von draußen kommt und die Jungbienen sollten gut versorgt werden.
    Pollen raus zum Füttern der Brut und Platz für Mama zum Stiften:daumen:.
    Den Honig tragen sie jetzt ungern um!
    Der Drohn ist von Beruf Arbeitsplatzgestalter, der hat Ahnung von Rationalität:lol:.
     
    Gruß
    Thorben

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • Hallo und Danke schon mal für die vielen Tipps.


    Ich hatte heute die Gelegenheit mit noch einem Profi zu sprechen und der bestätigte, was viele hier auch schon schreiben: Zunächst verdeckelte Brutwabe einhängen zum Verjüngen und zur "Beschäftigung" des Volkes (das hab ich bereits getan) und dann laaaaangsam einweiseln - also mit dickem Futterteigpropfen und den Käfig nicht von allen Seiten zugänglich. Ich werde es probieren.


    Drohn, das muss ich erst noch mal konzentriert und mit Ruhe lesen, bevor ich das verstehe... aber nachdem du letztes mal schon recht hattest...


    Ralf, ich will doch nicht gleich die Imkerei aufgeben müssen! Ich hab ja Ableger und auch Völker - wenn es geht, hätte ich aber eben gerne dieses eine mehr.


    Viele Grüße, Katrin

  • Hallo Katrin, wenn es um mehr Völker geht, dann könntest du in drei Wochen, nach dem Ende der Tracht. Die Strategie "Teilen unde Behandeln" anwenden. Das wäre effektiver, das hier Vorgeschlagene dient mehr der sammlung von Erfahrung.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remstalimker,


    ja, da hast du sicher recht. Es ist wahrscheinlich auch nicht ganz fair, denn ich habe eine Frage gestellt und habe in meinem (Dick-)kopf schon festgelegt, wie ich am liebsten vorgehen will... Ich verspreche aber, ich hätte mich abhalten lassen, wenn ihr auch gesagt hättet "Vergiss es, das klappt nie!"
    Das wird meine erste gekaufte Königin (und sie ist nicht billig), also zahle ich ein fettes Lehrgeld, wenn es nicht klappt... und hab eine Biene mehr auf dem Gewissen.


    Viele Grüße, Katrin

  • Guten Morgen 2. Ralf,
     
    .,....Der natürliche Aufbau wäre ja auch so wie der Drohn schreibt.
    ...Gruß
    Thorben


    Hallo,
    der natürliche Aufbau ist natürlich der, den die Bienen einrichten. Und da gehts auch bei den "Sechsbeinigen" mal bunt durcheinander..... normalerweise bereiten sie aber die zentralen Waben für die Anlage eines Brutnestes vor, indem die Zellen besonders geputzt und Futter und Pollen im Randbereich eingelagert sind.
    Mit Wabensortieren allein hab ich jedenfalls noch nie ein Volk zum Brüten überzeugen können. In nunmehr bald fünfundreißig Jahren mit den Bienen nicht.


    Nein: die Frage Aufgeben oder Erweitern galt nur für solche Kollegen, die nur ein einziges Volk besitzen. Da hatte ich wohl nicht alles gelesen - bitte um Entschuldigung.


    Ich plädiere immer dafür, mehrere Völker zu halten (mindestens 5), auch schon am Anfang.
    Wie soll man sonst einen Fehler oder eine ungleichmäßige Völkerentwicklung, ausgleichen können?


    Grüße ralf_2