Habt Ihr auch Sauerbrut?

  • Bezüglich der Sauerbrut hast du, so gesehen, Recht. Und in der Tat, eine Blutauffrischung täte wohl Not. Aber auch die eventuelle Umstellung auf eine wesensgemässere Bienenhaltung. Bekanntlich kann man die Sauerbrut ganz gut in Schach halten mit Schwarmbetriebsweise und viel neuem Wabenbau. Die Mellifera ist eben anfällig wenn man allerlei Künsteleien mit ihr anstellt.

  • Hallo und guten Abend,
    meine Bienen stehen im Mittleren Emmental. Nach meiner Kenntnis gibt es auf dem Planeten keine Gegend wo diese Seuche derart schlimm ist. Ein richtiger Flächenbrand ist am wüten. In meiner Umgebung sind in den letzen 2 Jahren 75% der Bienen verschwunden.
    Wenn man die Inspektoren nach dem warum fragt, zucken sie oft mit den Schultern. Die Jungs machen einen herunter geschlagenen Eindruck. Sie schwefeln täglich Völker ab im Wissen, das dies alles nichts bringt.
    Bei einem Bier kann man dann manchmal einem entlocken, dass das Ganze eben schon etwas mit der hier so verbreiteten Mellifera zu tun habe, aber dass man dies öffentlich eben halt nicht sagen dürfe.
    Finde ich eigentlich schade, denn es hängt viel davon ab. Viele Imker geben nach 2 oder 3 Neustarts entmutigt auf.
    Ich wurde noch nicht betroffen. Der Vermutung, dass es daran liegt dass ich Buckis halte wurde oft entgegnet, dass sie schon einige Stände mit Buckfast abgeschwefelt hätten. Vermutlich habe ich einfach Glück.
    Laut Aussagen einiger die es wissen sollten, hat eine reine Carnica massiv bessere Chancen in diesem Meer von Bakterien zu überleben - also eben doch auch eine Frage der Rasse - nur darf man dies halt leider nicht sagen.


    Grüsse von Stöff

  • Eigentlich müssten die Buckfastzüchter dieses Geld Zahlen, denn:
    1. tragen sie die Hauptverantwortung, dass die genetische Variationen sich weiter einengen.
    2. scheinen die Buckfastzüchter Bruder Adam nicht gelesen zu haben, falsch verstanden haben oder sträflich ignorieren, denn er schreibt, dass: die Buckfastbiene ihr volles Potenzial nur entfalten kann wenn man sie als Gebrauchskreuzung mit lokalen Rassen hält, UND er plädiert für den Unbedingten Erhalt der verschiedenen Rassen.


    Ein Fachmann mit Erfahrung spricht .....


    Liebe Grüße,


    Thomas

  • Hallo Stöff

    Deine Aussagen bestätigen einmal mehr die Sätze von Bruder Adam. Wenn zudem 6 von 29 Mellifera-Belegstellen in diesem Jahr Sauerbrut hatten (haben) und weitere 3 in Gebietssperren sind, muss man eigentlich nichts mehr dazu sagen.

  • Eben doch. Es liegt nicht an der mellifera, wenn sie falsch gehalten wird, sondern am Imker. Warum will man imer härtere Bienen? Doch wohl um die Fehler in der Betriebsweise galant zu vertuschen. Aber schon die Varroa ist das letzte Warnsignal, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Selbst mit Bruder Adams Zuchtmethoden gelingt es nicht, eine Varroatolerante Bienen zu züchten.
    (wobei zu bemerken ist, dass Bruder Adam ganz nebenbei eine neuartige Betriebsweise in einem in England unbekannten Kasten gleich miterfand. Aber das ignorieren die heutigen Buckfastzüchter. Und genau das ist der Punkt. Um zu Varroatoleranz zu gelangen, muss man gleichzeitig an der Betriebsweise forschen)

  • Eben doch. Es liegt nicht an der mellifera, wenn sie falsch gehalten wird, sondern am Imker. Warum will man imer härtere Bienen? Doch wohl um die Fehler in der Betriebsweise galant zu vertuschen. Aber schon die Varroa ist das letzte Warnsignal, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Selbst mit Bruder Adams Zuchtmethoden gelingt es nicht, eine Varroatolerante Bienen zu züchten.
    (wobei zu bemerken ist, dass Bruder Adam ganz nebenbei eine neuartige Betriebsweise in einem in England unbekannten Kasten gleich miterfand. Aber das ignorieren die heutigen Buckfastzüchter. Und genau das ist der Punkt. Um zu Varroatoleranz zu gelangen, muss man gleichzeitig an der Betriebsweise forschen)



    Hallo luxnigra
    In die Schweizer-Mellifera wurde über Jahrzehnte nie fremdes (ausländisches) "Bienenmaterial" zugefügt und die Bestände sind nicht allzu gross. Aber scheinbar kennst du ja das Ausmass der Sauerbrut in der Schweiz und die Imker betreiben nicht die richtige Betriebsweise. Bei Völkern die knapp drei Mittelwände ausbauen, hast du eben Mühe "anständige" Ableger zu bilden. Zumal bei der Mellifera ein grosser Teil der Bienen noch abfliegt und nicht im Ableger verbleibt trotz verstellens.

  • Ich denke, das ist, neben der Haltung, das Hauptproblem: Extreme Inzuchtanfälligkeit. Mein Rat an die Schweizer: Bitte importiert neue Dunkle Zuchtmütter, in Belgien, Norwegen und Schweden gibts gute. Und die passen doch in etwa in die Schweiz. Von Französischen und Korsischen ist abzuraten, das sind eher andere ökotypen

  • Guten Morgen,
    die Schweizer Bienen genetisch verarmt?
    Das ist wirklich eine Aussage die sehr weit hergeholt ist. Für die Melli Schutzgebiete mag das sein, aber für die Landbiene definitiv nicht. Die Imker, die Carnica und Buckfast in die Melli Gebiete gebracht haben, haben für eine genetische Vielfalt gesorgt, wie sie sonst wohl selten anzutreffen ist.
    Betroffen von der Sauerbrut ist die Landbiene aber genau so wie die Melli. Dieses Problem gibt's in der Schweiz schon seit über 100Jahren, wenn auch nicht so schlimm wie es jetzt ist.
    Um Rassenreligion zu betreiben ist es wirklich der falsche Moment. Die heilige Melli hat diese Schwäche nun einmal. Wer dies abstreitet tut der Melli keinen Gefallen, denn es ist auch die Ignoranz in der Sauerbrut Frage die zur Epidemie geführt hat.
    Nur um klar zu sein. Die Mellifera finde ich eigetlich eine tolle Biene. Sie hat einige Vorteile aber eben auch einige Nachteile. Is so.
    Ebenso sicher ist, dass die Situation nicht nur wegen der Biene so schlimm ist.
    Einen Teil der Schuld tragen auch die Imker. Dass aber die Imker hier schlechter sein sollen als anderswo ist doch eine grobe Unterstellung.
    Auffällig ist, dass die Seuche seit den späten 90ern auf dem Vormarsch ist. Es ist also die Zeit wo man aufhörte die Varroa mit Apistan zu behandeln und auf Ätherische Öle und Säuren wechselte. Es gibt Stimmen, die Tymol und Ameisensäure als Auslöser sehen.
    Mir scheint, dass die vielen Probleme, die wir in der Imkerei heute mit diversen Krankheiten haben, eine bestehende Schwäche der Schweizer Biene zur echten Bedrohung anwachsen liess. Wenn man nicht bald rigorose Massnamen trifft, wird sie verschwinden.


    Grüsse von Stöff



  • Hallo Stöff
    Bei der genetischen Verarmurng meinte ich die Apis mellifera mellifera.

  • [quote='stöff','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=209889#post209889'] Es gibt Stimmen, die Tymol und Ameisensäure als Auslöser sehen.

    Dann hätten wir in Luxemburg schon lange Sauerbrutprobleme. Haben wir aber nicht.

  • Guten Abend,


    @ Bucki, ich meinte auch die. Mir ist allerdings nicht ganz klar warum die denn genetisch verarmt sein sollte. Unsere Landbienen sind ja zum grossen Teil auch eine Mellifera, aber definitiv nicht genetisch verarmt.


    @ Luxnigra, da hast Du völlig recht. Die Frage, warum die Lage in den späten Neunzigern zu eskalieren begann ist allerdings weiter offen. Die Antwort kennt niemand, obschon einiges zur Erforschung getan wird. Dies ist natürlich eine Situation wo allerlei Ideen entstehen.
    Im Moment ist auch eine Untersuchung im Gange zum Thema Virulenz der Bakterie. Es gibt die Vermutung, dass die Bakterie agressiver wurde, respektive dass in der Schweiz eine sehr agressive Variante der Bakterie unterwegs ist.


    Mal sehen. Ich hoffe dass die Jungs und Mädels was rauskriegen bevor es zu spät ist.



    Grüsse von Stöff