EU-Subventionen, Agrarhilfe - aber nicht für Imker

  • Auf der Seite "Wirtschaft" unserer Tageszeitung war heut in einem Beitrag, in dem es um EU-Agrar-Subventionen ging u.a. folgendes zu lesen:


    "...Zum Teil weit stattlichere Beträge flossen aus Brüssel an Spitzenfunktionäre des Deutschen Bauernverbandes, der bis zuletzt die Veröffentlichung verhindern wollte..." (verständlich :p)


    "...So gingen an den schleswig-holsteinischen Verbandschef Werner Schwarz, der in der Nähe von Bad Oldeslohe ein Gut betreibt, 162.000 €..."


    "...sein saarländischer Amtskollege Klaus Lafontaine kam auf 117.000 €..."


    "...der rheinische Verbandspräsident Friedhelm Decker auf 50.000 €..."


    "...ein Landwirtschaftsbetrieb in Langensalza, bei dem Thüringens Bauernpräsident Klaus Kliem Geschäftsführer ist, bekam 1.600.000 € aus Brüssel..."


    "...auch an der Spitze des Bauernverbandes gibt es namhafte Empfänger. Vizepräsident Werner Hilse,..., kam auf 111.000 € an Direkthilfen für seinen eigenen Gemischtbetrieb..."


    "...Zahlungen an den Bauernpräsidenten selbst bleiben dagegen einstweilen noch unter der Decke: Gerd Sonnleitner hat seinen Hof in Bayern..."

    Muss ich das jetzt noch verstehen?


    Da machen Imker Demo, haben keine Lobby beim Landwirtschaftsminister, diejenigen, die sich darum kümmern müssten, dass die Imker dort eine Lobby haben, die wissen offensichtlich nur, wie sie für sich selbst Geld beantragen.


    Deutsche Schweinebauern erhalten EU-Subventionen, dass sie Schweinefleisch nach Afrika exportieren können und dort dann mit den (subventionierten!) Preisen die einheimischen, afrikanischen, Bauern kaputt machen.


    Deutschland kauft den (pestizid verseuchten?) (Bio-?)Honig aus China und drückt damit die Abnahmepreise für die deutschen Imker.


    Oder sehe ich hier was falsch?
    Dann korrigiert mich bitte!


    Da man ja an der Spitze des Bauernverbandes offensichtlich doch weiß, wie und wo man Subventionen beantragt, warum kämpfen diese Leute nicht für all die, denen sie vorstehen?
    Oder zählen nur Schweinebauern zu den Bauern und wir Imker gehen irgendwo im Nirvana unter?
    Ach ja, ein Bauer aus meinem Dorf hat jetzt alle seine Milchkühe abgeschafft - gezwungenermassen!


    In diesem Subventionssumpf seh ich kleiner Bürger ja doch nicht durch, aber von denen, die offensichtlich durchsehen erwarte ich Einsatz für alle.


    Möchte mal gerne wissen, wer alles in Politikerkreisen über die Imker-Demo gefeixt hat!
    Haben wir überhaupt eine Stimme?


    Frust - lass los!!!!


    Viele Grüße


    Ulrike

  • Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Das gibt Zwietracht und Tote hier, wenn alle lesen können wer im Ort das Geld der andern auf sich vereinigen konnte. Ist ja nicht gerade schön, so als Landarbeiter im Schützenhaus neben einem zu sitzen der immer jammert und von dem man nun nachlesen kann, was der so alles gekriegt hat und trotzdem die Frau entlassen. Ne' Meinung dazu muß man garnicht haben, aber auch ich habe gestaunt, wer meiner Nachbarn so alles Geld abstaubt und bislang immer lauthals die EU und die Scheiß-Subventionen verteufelt. Und es sind Imker darunter. Sehr wohl.


    Ich seh' die Veröffentlichung jetzt mal positiv - ich nehm' das Verzeichnis wie eine Verkehrssünderkartei und kann nun belegen: Kein Eintrag!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Was ihr immer denkt, als ob die Subventionen bei den Bauern bleiben.


    Wo bleibt es am Ende?


    Zitat

    "Die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe liegen – auch nach einer Korrektur in den vergangenen Wochen – deutlich über dem Zehn-Jahres-Durchschnittsniveau. Wir gehen davon aus, dass die weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutzmärkte auch weiterhin von der verbesserten Einkommenssituation der Landwirte und der damit verbundenen Intensivierung der Pflanzenproduktion profitieren."


    aus dem Aktionärsbrief von Bayer:
    http://www.aktionaersbrief-q3-…ionaersbrief_3Q_2008.pdfx


    Und so greift ein Rad ins andere Rad.


    Und der Gewinner lautet? Schwer zu sagen. Ich weiss nur, wer die Verlierer sind. Unter anderem die Bienen und die Imkerei.


    Bernhard


  • Ja: eine.
    Und die durftest Du vor zwei Wochen ankreuzen...:wink:


    Das hab ich ja auch gemacht.
    Im September darf ich ja noch mal Kreuze machen.


    So meinte ich das aber nicht mit der Stimme.


    Was nützt es denn, wenn ich immer schön mein Recht wahrnehme?
    Wer einmal gewählt ist sollte nicht seine Verantwortung und seinen Wählerauftrag vergessen. Die Stimmen der Wähler sollten durch den gewählten Abgeordneten doch irgendwo zu spüren sein.
    Sind sie aber nicht.


    Jedes Mal das selbe.
    Nicht nur im Wahlkampf für das EU-Parlament.
    Innerhalb Deutschlands ist es ja auch nicht anders.


    Ulrike


  • Und der Gewinner lautet? Schwer zu sagen. Ich weiss nur, wer die Verlierer sind. Unter anderem die Bienen und die Imkerei.


    Wieso die Bienen und die Imkerei die Verlierer bei dieser Sache sein sollen ist nicht ganz ersichtlich. Es steht jedem Imker frei im Rahmen der Rechtslage Subventionen zu beantragen. In NRW z.B. bekommen jede Menge Imker die Subventionen über die Vereine in Form von Aus- und Fortbildung, in einigen Bundesländern sogar als Direktzuschüsse. Darüber hinaus gibt es weitere Subventionen, welche meist nur die Großen in Anspruch nehmen, weil nur die den Aufwand betreiben, sich schlau zu machen...


    In Summe bleibt als Wahrheit: eine Menge Leute und Unternehmen bekommen Subventionen, die Ihnen offenbar gesetzlich zustehen. Da finde ich Neiddebatten sehr unangebracht. Gesetze, die vermeintlich oder tatsächlich nicht in Ordnung sind, kann man auf dem normalen demokratischen Weg angreifen. Alles Andere sind nur Sozialneiddebatten. - Die einen jammern, weil sie etwas nicht bekommen, die anderen Jammern, damit man nicht bemerkt, daß sie etwas bekommen...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!


  • Was nützt es denn, wenn ich immer schön mein Recht wahrnehme?
    Wer einmal gewählt ist sollte nicht seine Verantwortung und seinen Wählerauftrag vergessen. Die Stimmen der Wähler sollten durch den gewählten Abgeordneten doch irgendwo zu spüren sein.
    Sind sie aber nicht.


    Sehe ich anders. - Aber unabhängig davon, ist ein guter Direktdurchgriff auf Deinen gewählten Abgeordneten: http://www.abgeordnetenwatch.de/

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Alles fürn Popo...
    Das Problem mit den Abgeordneten (ja ich weiß gehört nit zum THema), die wissen meist gar nicht was Sache ist.
    Thema Kinderpornosperren. Da wissen nur ne Handvoll der gewählten Abgeordneten was es technisch damit auf sich hat und wie unsinnig eine solche Sperre ist.
    Genauso ist es mit allen anderen Themen. Ob es nu Faulheit oder einfach Unwissenheit ist...


    Das Thema mit den Subventionen, kann anscheinend wirklich jeder beantragen, wie er will.
    RWE und Lufthansa bekommen auch aus dem Agrarsubventionspott.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris


  • Das Thema mit den Subventionen, kann anscheinend wirklich jeder beantragen, wie er will.


    Genau! - Man muß es nur tun, anstatt zu jammern...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • ... andere ackern lieber als zu beantragen.


    Früher hatte der Bauer Schafe und machte damit Geld. Oder Felder oder Kühe. Und hatte dicke Kartoffeln. Heute hat der einen Computer. Und einen Compiterfuzzi. Der Computerfuzzi allerdings, der legt sich jetzt Schafe zu und Bienen und Apfelbäume, den irgendwovon muß er und seine Seele auch leben.


    Wär das nicht wunderbar, wenn sich der Bauer wieder nur um Landwirtschaft und nicht die Subvention kümmern müßte. Wenn der also Landwirt wär und nicht Betriebs- und Energiewirt oder Subventionswirt mit angeschlossener Landwirtschaft?


    Bauernverbände erpressen mit Wählerstimmen Zuschüsse. Wähler verkaufen ihre Stimmen an Bauernverbände, die Subvention damit erpressen. Das System ist in sich so korrupt, da kann man nur noch fliehen.


    Ich hab' immer gesagt: Subvention schafft Mißstände. Und nun auch noch Zwietracht. Umverteilung ist Unrecht. Geben ist seeliger denn nehmen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wieso die Bienen und die Imkerei die Verlierer bei dieser Sache sein sollen ist nicht ganz ersichtlich.


    Selbstverständlich ist das ersichtlich - das Geld wird in Chemie umgesetzt, sprich Insektizide, sprich Neonicotinoide. Dies wiederum landet auf den Äckern und somit in unseren Bienenstöcken und auf unseren Tellern. Ich verweise wiederholt auf das Dokument des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das zeigt, was alles in unser aller Lebensmittel landet. Legal. (?)


    http://www.bvl.bund.de/cln_007….pdf/eg2005-psm-tab-E.pdf


    Subvention schafft Mißstände.


    So ist es.


    Gruß,


    Bernhard