Hat die Biene in der Forstwirtschaft einen Nutzen?

  • Hallo,


    ich war und bin mit einem Landwirt ín Verhandlung(Unterhaltung), wegen eines Standplatzes in seinem Mischwald. Im Rahmen der Diskussion stellte er mir die Frage: ... und welchen Nutzen hab ich dadurch, dass du Bienen in meinen Wald stellst? (Nicht aus monetärer Sicht!)


    Gute Frage!


    Bestäubung von Beeren und damit Futter für Vögel!


    Das ist alles was mir dazu einfiel. In der Landwirtschaft und im Obstanbau liegen die Vorteile (Ertrag) auf der Hand aber im Wald bin ich ratlos:confused:!


    Habt Ihr Argumente oder Quellen?


    Gruß Tom

  • Von einem gesunden Bienenvolk können viele leben.


    Mal abgesehen von der Bestäubungsleistung stellt die Biene selbst auch ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar.
    Sie ist ein Insekt, von ihr leben Insekten , Vögel und kleine Säuger. Von denen leben wiederum andere Insekten, andere .... usw. .
    Ich habe es in all den Jahren immer wieder beobachtet das sich im Umfeld der Völker eine viel reichhaltigere Tier und Pflanzenwelt herausbildet als vorher ohne Bienen. Und das innerhalb von wenigen Jahren. Die Unterschiede sind oft frappierend. Wenn man dann noch einige andere Dinge ins Rollen bringt wie z.B. Nisthilfen für Vögel, andere Insekten und Kleinsäuger usw. dann kann man schon in ein/zwei Jahren kleine Wunder erleben.
    Ich weiß nicht ob es diesbezügliche wissenschaftl. Untersuchungen giebt, aber der Nutzen der Bienen, auch über den Honigertrag, sollte eigendlich jedem Landwirt bekannt sein.
    Wir sollten uns immer bewust sein : der Mensch als "Honigdieb" war von der Evolution so nicht vorgesehen.
    Die Funktion der Bienen entsprach der aller Lebewesen im großen Kreislauf der Natur.
    Von ihr und mit ihr lebten andere, so wie sie von anderen lebte. Sie gab Schutz und sie gab Nahrung.


    Also AUCH Nahrung für Vögel, ... unter vielem.
    Und wenn du deine Bienen in seine Wald bringst, dann bringst du etwas zurück was schon lange verloren war. Und mit den Bienen werden viele andere nachkommen die auch schon lange nicht mehr da waren.


    Was er also davon hat ? ... Einen Wald der gesünder ist !



    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Finvara ()

  • ... und welchen Nutzen hab ich dadurch, dass du Bienen in meinen Wald stellst? (Nicht aus monetärer Sicht!)


    Hallo Tom,


    indem er seinen Wald als Standplatz zur Verfügung stellt, hilft er mit, daß Bienen überleben, weil er und ein Imker sich kümmert...
    Bienen bestäuben (hier käme jetzt eine meterlange Liste...), damit er weiterhin z. B. sein Obst kaufen und sich an blühender Natur erfreuen kann.
    Vielleicht findet er es einfach schön, daß es summende Bienen gibt.
    Vielleicht mag er sogar Honig... :wink:


    Was bringt es mir, wenn andere Leute Bilder malen, Gedichte schreiben oder Lieder komponieren?
    Ganz einfach: Freude!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Onkel Tom,
     
    berichte ihm, daß jedes Volk ihm 50 kg feinsten Dung produziert.
     
    Daß für die Biodiversität des gesamten Lebensraum Wald, die Bienen unverzichtbar sind, da nur sie sich verantwortlich zeigen, den Nährhumus zu erzeugen, indem sie die insektenbestäubenden Pflanzen anfliegen, die da sind, wie Schlüsselblumen, Schusternagein, Annemonen, Schneeglöckchen, Bärlauch, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Faulbaum und und und............

  • Hallo Tom,
     
    Heinz Ruppertshofen: Der summende Wald und der von Wabenklau schon angeführte Wolfgang Voigt sind meine Favoriten zu dem Thema. Die Waldameisen finden in den toten Bienen gutes Eiweissfutter und sind so zahlreicher präsent. Massenvermehrungen von sog. "Waldschädlingen" werden durch die Ameisen eingeschränkt oder verhindert.
     
    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • [quote='Finvara','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=194454#post194454']Von einem gesunden Bienenvolk können viele leben.
     
    Wir sollten uns immer bewust sein : der Mensch als "Honigdieb" war von der Evolution so nicht vorgesehen.
     
     
    War der Mensch überhaupt vorgesehen in der Evolution?

  • [quote='Finvara','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=194454#post194454']Von einem gesunden Bienenvolk können viele leben.
     
    Wir sollten uns immer bewust sein : der Mensch als "Honigdieb" war von der Evolution so nicht vorgesehen.
     
     
    War der Mensch überhaupt vorgesehen in der Evolution?


    Wenn der Mensch nicht von der Evolution vorgesehen war, dürfte es ihn ja eigentlich nicht geben. Wenn der Mensch sich nicht durch die Evolution entwickelt hat, muss also doch was an der Schöpfungsteheorie dran sein...

    Das Leben ist viel zu bunt um es nur in schwarz-weiss zu sehen !

  • Hallo Winni,


    wie so oft kam es anders als gedacht! Der Bauer hat mir mit spitzbübigem Gesicht einen Standplatz in einem kleinen jungen Kirschhain (1000 m²) angeboten, mir nebenbei erzählt, dass immer mehr Landwirte den Rückgang der Bestäubungsleistung spüren, aber nicht immer erkennen, dass die Biene fehlt, dies hatte er bei einem Besuch in Norddeutschland (wo auch immer das ist?) erfahren, dieses Problem ist aber auch nur dort zu finden, und gefragt ob ich bereit wäre die Völkerzahl auf ca. 8 zu erhöhen. Zum Schutz der Völker würde er dann 1/2 Hektar Himbeeren und Brombeeren drumherum anbauen, das wollte er schon länger machen. Und durch die Dornen :roll: würden die Bienen auch etwas geschützter stehen! Was soll ich sagen? Als er mir dann noch erklärte, dass der Forstweg oft nicht befahrbar ist und Spechte schließlich nicht ungefährlich für die Imkers sind, habe ich mich langsam überzeugen lassen! Kostet mich aber sechs Gläser Honig im Jahr und ich soll zwischen den Kirschbäumen einmal im Jahr mähen! (Kleintraktor stellt er!)


    Ich musste wohl noch ne Nacht drüber schlafen, aber nun geht es, nach schwerem Überlegen, im Urlaub mit dem Bau des Trägergestells los!:lol:


    Gruß Tom


    P.S.: Ich habe derzeit noch ein weiteres schönes Fleckchen für eine spätere Tracht gefunden! 30 Esskastanien, Heide und Linde in unmittelbarer Nähe allerdings nur spärliche Frühtracht! Ich unterhalte mich derzeit mit dem Kreis in wieweit sich ein Bienenstand in einen Naturerlebnispfad einbinden lässt! Dann brauch ich nur noch (mehr) Bienen und muss mich irgendwann um das Thema Honiggewinnung kümmern, was ich bisher nur unter Zerstörung der HR-Waben praktiziere und ohne Rühren, Stampfen, Tauen und Frosten in Gläser verteile und mit Freunden gegen Gartenfrüchte tausche. :wink:

  • Wow! Schön, dass es sowas auch gibt! :daumen:
     
    Ich bin auch grad auf Standplatzsuche (meine Bienen stehen noch bei meinem Paten). Ist nicht ganz so einfach wie ich es mir vorgestellt hatte. Bei uns gibts viele Sonderkulturen (felderweise Schnittlauch, Spargel, Dill,) und mitten in diese viel gespritzen Felder will ich gar nicht.
     
    Rheinauen gäbe es, mit unberührten Wiesen, aber das gehört dem Land und dem Bund entlang der Wasserstraße...mit einfach bei der Stadtverwaltung fragen ist da nicht :-( 
     
    Ich intensiviere gerade meine Kontakte zum NaBu und streue bei Bekannten dass ich einen Garten suche. Vielleicht sollte ich eben auch beim Förster vorstellig werden...
     
    Zum Glück hab ich es nicht eilig:wink:
    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Ich streue meine Suche quer über die Region, habe bei einem Bioland Landwirt in der Umgebung ne Anfrage laufen.
    Desweiteren kümmer ich mich morgen in einem Telefongespräch um einen Stellplatz in einem Renaturierungsgebiet, als Unterstützung zur Bestäubung der WIldflora.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris