Kunstschwarm in Kellerhaft mit Oxalsäure beträufeln?

  • Hallo,


    ich habe gerade mein erstes Volk bekommen, das sich als Kunstschwarm gerade im 2. Tag Kellerhaft befindet.


    Eigentlich wollte ich den Kunstschwarm mit Oxalsäure beträufeln, um möglichst Varroa-unbelastete Bienen in die Beuten zu schicken, aber jetzt habe ich die Suchfunktion benutzt:oops: und mir kommen Zweifel.


    1) Sollte ich aus Sorge um Königin auf die Behandlung verzichten, damit sie nichts direkt abkriegt? (es ist die alte, die im vorweggenommen KS mitten in der Traube sitzt)


    2) Habe gelesen, dass die OS den Chitinpanzer der Bienen aufweicht (-löst?). Und


    3) Die Lebenserwartung der Bienen wird durch OS herabgesetzt (also auch ihre Vitalität und Leistungfähigkeit).


    Darus ergibt sich: Ich möchte doch ein fittes Volk, das jetzt fleißig bauen, brüten, sammeln und einlagern soll/muss.


    Meine Frage nun: Soll ich sie jetzt erstmal OS-mäßig in Ruhe lassen und dann im Herbst ganz normal mit Ameisensäure behandeln, und im Winter dann mit OS?


    Für Tipps dankbar,
    Innik

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Innik () aus folgendem Grund: Berichtigung

  • Das ist mal 'ne schöne Frage:

    Soll ich sie jetzt erstmal OS-mäßig in Ruhe lassen und dann im Herbst ganz normal mit Ameisensäure behandeln, und im Winter dann mit OS?

    Ja!


    Schwärme oder KS behandelt man immer am ersten Tag der Kellerhaft bzw. beim Verhaften, denn das Mittel soll möglichst lange in den Bienen zirkulieren und in möglichst hoher Konzentration auf die Milben treffen. Bei systemischen Mitteln, also Perizin oder Bayvarol, soll der Wirkstoff möglichst nicht mehr in einzulagerndem Futter vorhanden sein. Bei Dir wär es also erstens zuspät, zweitens ist das Jahr aber auch soweit fortgeschritten, daß die AS-Behandlung ohnehin in naher Zukunft ansteht, drittens hat die Milbe derzeit in Deinen KS Brutpause was dazu führt, daß alle Milben sich auf die erste offene Brut stürzen, sobald es die gibt und dort folglich demnächst eingemauert sind, wodurch 12 Tage erst mal fast nur milbenfreie Brut verdeckelt wird ... Und letztens ist die Belastung der Schwärme nach Säuren deutlich leistungmindernd.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich sehe das anders.


    Kunstschwärme beträufle ich mit Oxalsäure; allerdings inzwischen nicht mehr in der Kellerhaft, sondern ein paar Tage nach dem Einschlagen in die Beute, weil sie dann schon schön flächig verteilt auf den Waben bzw. Mittelwänden sitzen und man so den Wirkstoff wabengassenweise leicht ins Volk bekommt. (Natürlich darf noch keine Brut verdeckelt sein.) Es fällt dann meist einiges an Milben. Ameisensäure wende ich danach nicht mehr an. Sie bekommt ein Kuntschwarm bei mir erst im Jahr nach seiner Bildung im ersten Wirtschaftsjahr zu riechen. Trotzdem sind die gezählten spontan gefallenen Milben im Dezember immer erfreulich niedrig - und trotzdem träufle ich diese Jungvölker vor der Jahreswende nochmals wie alle anderen Völker auch. Die Kunstschwärme entwickeln sich bei mir trotz der Oxalsäurebehandlung regelmäßig prächtigst.

  • Moin Johannes,


    wenn Du träufels, wenn der Schwarm schon gebaut hat und schon Brut kurz vorm Verdeckeln ist, dann ist der Schwung schon durch von dem ich meine, daß er nachläßt ...


    Da ich AS immer nur nach Bedarf anwende, ist nicht ausgeschlossen, daß Schwärme oder Kunstschwärme nur eine Winterbehandlung kriegen, obschon ich mich immer ärgere, wenn ich später A-eS-en muß, weil ich den Schwarm nicht in der Kiste perizinierte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin moin!


    Dacht ichs mir doch, dass ich mindestens zwei unterschiedliche Antworten bekomme. :lol:


    Jedenfalls Danke dafür, auch für die Hintergrundinformationen! :daumen:


    Ich denke, ich werde jetzt erstmal nicht behandeln und den Varroen dafür später mit AS die Keule geben.


    Nochmal zur möglichen Schädigung der Königin durch Beträufeln. Wie seht ihr das? (Sollte ja eigentlich nicht anders sein, als beim Behandeln in der Beute...)


    Und Anschlussfrage (ein wenig OT): Heute abend möchte ich die Bienen einlogieren. Ich würde sie gerne einlaufen lassen, frage mich aber, ob einschlagen sicherer ist. (Der Herkunftsstand der Bienen ist ca. 1km entfernt, 3 Tage waren sie im Dunkeln...) Irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob sie auch wirklich reinlaufen, wenn ich sie vors Flugloch kippe...


    Danke und viele Grüße,
    Innik


  •  
     
    Hmmm, würde mich auch interessieren. Mit echtem Schwarm wohl eine sichere Methode, auch selbst ausprobiert. Aber ob das Einlaufen lassen mit Kunstschwarm funktioniert... würde ich gern wissen wollen.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Deckel auf, Schwarm rein, Deckel zu, Rest vor die Kiste, keine Experimente!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder