Beeinflussung des Geschmacks durch alte Waben?

  • Hallo Experten! Beim Betrachten meiner ausgeschleuderten Waben ging mir eben folgende Frage durch den Kopf: Inwieweit beeinflußt das Alter einer (unbebrüteten) Wabe den Geschmack und die Qualität des darin eingelagerten Honigs? Wie lange benutzt ihr die Waben aus dem HR?! Grüße von zonia!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo,
    das kann ich Dir leider noch nicht sagen. Ich habe in diesem Jahr auf BIO-Mittelwände umgestellt. Hatte also einen Honigraum mit dunklen Waben und den zweiten mit BIO-Mittelwänden auf jedem Volk.
    Am ersten Tag habe ich nur die alten Waben geschleudert.
    Am zweiten Tag nur die BIO-Mittelwände.
    Schon beim Schleudern war der Honig von den BIO-Mittelwänden heller.
    Der Wachsanteil im feinen Sieb war bei beiden Honigräumen etwa gleich hoch bzw. gleich viel.
    Rein optisch gefällt mir der hellere Honig besser.
    Geschmacklich kann ich leider keinen Unterschied feststellen.
    Noch ist er im Hobbok. Werde den ersten Honig morgen abfüllen.
    Gebe ihm noch etwas mehr Zeit für eine entgültige Geschmacksanalyse.
    Gruß,
    Jörg

  • Hallo zonia,


    diese älteren unbebrüteten Waben haben nach meiner Erfahrung eher wenig Einfluß auf die Qualität des Honigs (zumindest verglichen mit bebrüteten Waben, mit denen man einen Frühtrachthonig aromatisch regelrecht vernichten kann(. Trotzdem schneide ich sie 'raus, sobald sie dunkler werden und lasse sie in der nächsten Saison neu bauen. Der erste Honig in diesjährigem Naturbau, mit dieser schneeweißen Verdeckelung ist schon optisch ein Genuß.


    Etwas mehr Einfluß bilde ich mir bei der Mittelwand ein - ich finde Honig aus Naturbauwaben vom Bukett her tendentiell transparenter und heller als solchen aus mittelwandbasierten Waben, auch, wenn sie unbebrütet sind. Diese leichte Wachsnote, die in Frühtrachthonigen oft wahrnehmbar ist, kommt m. E. bei Mittelwänden etwas stärker daher.


    Vielleicht kann zu Deiner Frage auch nassauer etwas sagen; von dem habe ich mir meinen Wabenhaushalt im Honigraum abgeguckt.


    Hallo Jörg - meinst Du mit "dunkel" wirklich unbebrütet?

  • Hallo Johannes,
    mit dunkel meine ich alte, günstig gekaufte Honigwaben, ca. 3 Jahre alt und unbebrütet. Mit den üblichen Rückständen in den Mittelwänden.....Daher jetzt BIO.....
    Gruß,
    Jörg

  • Was mich Interessiert, wie überwintert ihr die Honigwaben. Feucht oder Trocken? Mich ärgert jeden Frühling der säuerliche Geruch (feine Nase). Vor dem aufsetzten werden die Waben mit Wasser besprüht, die Bienen, die sehr reinlich sind, reinigen die Zellen, was sicherlich nicht gerade eine angenehme Arbeit ist. Gelingt es den Bienen, die Zellen einwandfrei zu reinigen, dann verändert sich der Honig geschmacklich kaum. Wenn nicht, dann müssen wir mit Rückständen rechnen.


    Die Frage ist, wäre es nicht angepasster gleich das ganze Magazin mit Rahmen zum ausbauen aufsetzten.
    Für die Bienen würde das reinigen wegfallen.
    Die Wachsmottenbehandlung müsste im Herbst nicht durchgeführt werden. Zudem würde die Honigqualität verbessert.
    Was meint ihr dazu?
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Edmond,


    meiner persönlichen Meinung nach gehören geschleuderte Honigwaben unbedingt trocken eingelagert. Ich finde es unästhetisch, im Frühjahr den neuen Honig in gärig-gammelige Waben eintragen zu lassen und darauf zu spekulieren, daß das Volk die Waben vorher schon saubermachen wird. Zugegebenermaßen bedeutet das nach der Ernte einen Mehraufwand, der sich aber für die Honigqualität lohnt. (Abgesehen davon gehört der Geruch von frisch geputzten und reparierten, trockenen Honigwaben zu den schönsten überhaupt in der Imkerei - das tröstet mich über die Arbeit hinweg.) Ich lasse die Waben unmittelbar nach der Ernte putzen.


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin Edmond,


    Honigwaben während der Auffütterung ausputzen lassen.
    Da bleiben keine Reste mehr, die gären könnten.


    Dann trocken aufbewahren.


    Warum schleuderst Du aus bebrüteten Waben Honig?
    An unbebrütete reine Honigwaben gehen keine Wachsmotten, also auch keine Behandlung nötig.


    Dunkle Altwaben spätestens nach dem 3. Durchgang schmelzen.
    Laß die Bienen bauen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  •  
    Ich lasse die Waben unmittelbar nach der Ernte putzen.
     


     
    Heißt das du hängst sie nach der letzten Ernte wieder rein? Wie lang? 1, 2 oder wieviele Tage? Sonst befüllen sie sie ja wieder...
     
    Danke, Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Mich beschäftigt die gleiche Frage wie Jule,
     
    im Moment ist es kalt, wenn die leeren Waben oben aufgesetz würde, wäre bestimt zu viel Raum da zum heizen.
    Wie macht Ihr das? Ein paar Tage oben aufsetzen?... und wie bekommt Ihr die Bienen wieder da raus ohen jede einzelne Wabe abzufegen?
     
    Fragen über Fragen...

  • Guten Morgen,
    die Honigwaben können für ca. 24 Std. wieder auf das Volk. Dann sind sie trocken und müssen wieder abgefegt werden.
    Ihr könnt auch wieder eine Bieneflucht unterlegen und dann abfegen. Ist viel Arbeit, aber die Waben sind besser zu lagern.
    Gruß,
    Jörg

  • Hallo !
     
    Hatte gerade gestern eine Diskussion mit einem Imkermeister ...
    helianthus : Ja - genau der !
     
     
    @ Jule
     
    Die Folie eine Ecke oder Seite hochknicken, eine Zarge aufsetzen und die Waben rein, die Bienen holen alles raus und machen sauber !
    Ist dann wie eine aufgesetzte Futterzarge !
    Klapp Klasse ... und wenn sie ausgeleckt sind gehen die Bienen auch wieder und die Waben sind fast komplett Bienenfrei !
    (So machen wir es derzeit !)
     
     
    @ Lulu
     
    Eben der oben Genannte überwintert mit drei Räumen ... und da wird es den Bienen auch nicht zu kalt ...
    ... und er hat einen guten Platz zum Lagern seine Waben ... nämlich auf den Bienen und nicht zuHause im Schrank !!!
    Bis im Frühjahr ist die unterste Zarge praktisch Brutfrei und kann entnommen werden ... so hat man einen Zyklus in dem eine max. komplette Bauerneuerung leicht drin ist.
    (So wollen wir es dieses Jahr (in Teilen) mal probieren !)
     
     
    Gruß
    B.K. A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich setze sie zum auslecken auch 24h wieder auf, überwintern trocken. Ist doch praktisch, daß die Damen das Ganze für den nächsten Einsatz so schön vorbereiten, kein Geklecker im Wabenschrank, kein säuerlicher Mief im nächsten Frühjahr! Zurück zur Ausgangsfrage: Also spräche nichts gegen einen jahrelangen Einsatz der Waben? Meine sind jetzt 3 Jahre alt, was mir zu dunkel erscheint, schmeiße ich (aber nur aus ästhetischen Gründen) raus. Daß der Honig aus Naturbauwaben anders schmeckt, muß ich mal probieren- ich habe ein paar Waben im HR ausbauen lassen- die habe ich allerdings mit den anderen Waben vermischt geschleudert oder mitsamt dem Wachs sofort als Kaugummi verzehrt...

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • ...was mir zu dunkel erscheint, schmeiße ich (aber nur aus ästhetischen Gründen) raus.


    Da es den Bienen egal ist, mach´s wie Du es möchtest.
    Zuviel Hygiene ist ungesund... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo,


    Honigwaben auslecken lassen wie schon beschrieben. Ein bis Zwei mal bebrütete Honigwabenhaben besonders für den Frühjahrshonig, haben eine bessere Stabilität und ich denke keine Geschmacksveränderung durch solche Waben, habe es auch mit unbebrüteten getestet bzw verkostet.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)