Roundup Dämmerung?

  • Hallo holmi,
    die Anschuldigungen in dem Papier wiegen schwer, denn aufgrund der Datenlage wäre laut den Autoren Glyphosat zu keiner Zeit zulassungsfähig gewesen, da die krebserregende Wirkung durch die Studien bestätigt wurde. In den USA gibt es die Möglichkeit nach Jahrzehnten einsicht in geheime Papiere zu bekommen und die wurde hier angeblich genutzt. Darum möchte ich mich hier nicht wirklich festlegen ob die Anschuldigungen auf Fakten basieren, weil ich es nicht überprüfen kann.
    Komischerweise hat allerdings auch das BfR zugeben müssen das man hat die erhöhte Tumorrate "übersehen" bzw. anhand der von der Industrie gelieferten Studien falsch interpretiert hat. Das zumindest ist für mich überprüfbar und darum ist die Empfhelung der EFSA an die EU-Kommission der eigentliche Skandal.
    Was mich zusätzlich wundert ist das Stillhalten der EPA, denn ein manipulieren der Studien wäre ein viel größerer Skandal als die Softwaremanipulation von Volkswagen. Sicher ein entscheidener Wirtschaftsfaktor und dann beträfe es noch ein heimisches Unternehmen... allerdings entwertet es die EPA völlig.
    Der EU-Kommission, die letztendlich über weitere 10 Jahre Glyphosat zu entscheiden hat sei zu empfehlen die eigenen Statuten der EU zu lesen und das darin verankerte Vorsorgeprinzip besonders zu beachten.
    Jedem, der jetzt wieder von Polemik anfängt steht es frei eindeutige und unstrittige Belege für die Unschädlichkeit von Glyphosat vorzulegen... das "wahrscheinlich nicht..." der EFSA reicht mir hier nicht und die Empfehlung des BfR an die Mitgliedsländer glyphosathaltige Produkte nicht zuzulassen meiner Auffassung nach eindeutig.
    LG
    Andreas

  • HAllo Andreas,
    man könnte sich nur noch aufregen!
    Bitte beachten, ich habe dir eine PM geschickt!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Andreas,


    da stimme ich Dir völlig zu, wer das Geschehen um Glyphosat verfolgt, kann echt nicht verstehen warum eine kleine Softwaretrickserei bei VW ein Skandal sein soll, der Milliardenkosten nach sich zieht ...


    VG



  • Moin, moin,


    also, Trickserei ist beides, und industrieüblich auch. Wenn das Verfahren so ist, dass eine Nachprüfung der eingereichten Untersuchungen und Werte schlicht nicht vorgesehen und auch außerordentlich zeitlich gar nicht möglich ist: Wen wundert es da, dass Werte einfach hingeschrieben werden? Bis da unabhängige Untersuchungen gemacht sind und diskutiert sind und schließlich unbestreitbar sind, ist ja das Ende des Patentschutzes eh in Sicht...


    Bei Glyphosat trifft dies nun leider auf die glyphosatresistenten Nutzpflanzen nicht zu, die man ja gleichzeitig mit dem Wirkstoff noch nicht hatte. Außerdem sind die in Europa noch nicht mal so ganz allgemein zugelassen, als böse Genpflanzen... Also kämpft man weiter, streut hochwirksame Augensandmischungen der Handelsnamen Metastudie, Drittmittel, Arbeitsplätze und Welternährung und freut sich, dass das fruchtet.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Der Unterschied Glyphosat/Vw ist der, dass die Amis VW nicht brauchen, die möchten ihre eigenen Autos verkaufen. Glyphosat hingegen brauchen die Ami-Bauern sehr wohl noch.
    Dennoch sind -für mich- beide Konzerne gleich schlecht. Bescheissen die Menschheit.

  • Zitat:
    Knapp 100 internationale Forscher erheben in einem offenen Brief an EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis schwere Vorwürfe gegen die Efsa und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).


    Die Analyse der deutschen Behörde sowie die darauf aufbauende Bewertung der Efsa enthalte schwerwiegende Mängel, sie sei in Teilen "wissenschaftlich unakzeptabel", und die Ergebnisse seien "durch die vorliegenden Daten nicht gedeckt".
    Aus: http://www.sueddeutsche.de/wir…hosat-bewertung-1.2759599

  • Zu ungeschickt + ungebildet: Ich finde den Offenen Brief selbst nicht, nur Berichte darüber. Wer (bes. aus D) unterschrieb, würde mich schon sehr interessieren...


    Wäre toll wenn Du den heute schon finden würdest, denn dann könnte ich Dich nach den gezogenen Zahlen des Lottoblocks vom kommenden Wochenende fragen :P.
    Spass beiseite, da er erst morgen offiziell übergeben werden soll wirst Du dich in Geduld üben müssen.


    Ich bin auch kein Wissenschaftler, kritisier aber die Efsa nicht nur beim Thema Glyphosat... Wenn man selbst Datenlücken bei einem Wirkstoff zugibt, dann sollte man keine Zulassungsempfehlung aussprechen. Das ist nicht mal wissenschaftlich, das ist Lobbyismus pur...
    Wers nicht glaubt, der lese mal die Bewertung der Efsa zu Sulfoxaflor und man muss wahrlich kein Wissenschaftler sein um in der Zusammenfassung zu dem Schluss zu kommen das es bei der Efsa reicht Schrottstudien vorzulegen um eine Zulassung für toxische Mittel zu bekommen.

  • Zitat:
    Koordinator des offenen Briefes ist der Krebsforscher Christopher Portier, ehemaliger Direktor des US National Toxicology Program, einer wichtigen Einrichtung der US-Regierung zur Chemikalien-Prüfung. Er begründet sein Engagement damit, dass der wissenschaftlichen Risikobewertung ein "schlechter Dienst" erwiesen werde, "wenn sorgfältig entwickelte Methoden zur Analyse und Interpretation von Informationen zugunsten spontaner Herangehensweisen beiseite gelegt werden, die entweder falsch sind, oder für eine genaue Untersuchung durch eine breitere wissenschaftliche Gemeinschaft nicht zugänglich sind".


    Unter den 96 Unterzeichnern sind anerkannte Wissenschaftler, die für international renommierte Institute arbeiten, etwa die Deutsche Forschungsgesellschaft oder das Krebsforschungszentrum Heidelberg sowie Universitäten in den USA, Australien oder Japan.
    Aus: http://www.n-tv.de/politik/96-…tung-article16467371.html

  • Moin ,


    es ist ja wohl der Gipfel , wenn ich diesen Link
    "http://blogs.taz.de/saveourseeds/200...up_daemmerung/" anklicke , kommt eine Absage .
    Wo wir leben wissen wir inzwischen , doch das das Leben so gefährlich geworden ist , gibt doch zu denken .
    Was heißt das ?
    So kann es nicht weitergehen .


    Grß hannes