Roundup Dämmerung?

  • Was ich nicht verstehe von Pflügen kommt man gerade im ökologischen Landbau ab, da er soviele Kleinstlebewesen die für den Boden nützlich sind nach unten bringt wo sie sterben. Daher Grubbern manche Ökolandwirte nur http://www.bodenfruchtbarkeit.…enbearbeitung_Schmidt.pdf
    Und du spritzt damit es sich leichter Grubbern lässt?


    Dass ist alles andere als ein verantwortungsvoller Umgang.
    Ich bin wirklich so eingestellt, dass wenn Spritzen notwendig ist und der Bauer z.B. ein Ernteausfall droht er spritzen muss.
    Aber spritzen zur Arbeitserleichterung ist genau der Verantwortungslose Umgang mit PSM den alle zurecht anprangern.
    Hauptsache schnell und effizient und die Umwelt kann einen mal.....


    Da stößt du bei mir echt auf Unverständnis.

  • Ich kann ja mal schildern wie es in unserer Region in der Praxis abläuft. Wir in unserem Betrieb verwenden nur sehr wenig Glyphosat. Dieses Jahr haben wir im Getreide nichts sikkatiert, weil es schlichtweg nicht notwendig war.


    Also hättet ihr es gemacht wenn es mehr Ertrag gebracht hätte?



    Das ganze ist auch ökologisch sinnvoll, weil 1. mal Roundup sicherlich weniger schädlich ist als dann viele selektive herbizide die 1. wesentlich teuerer und 2. viel schädlicher für die Natur sind.


    Hast du einen Beleg dass diese schädlicher sind oder ist das nur ein Gefühl? Ich glaube dein Hauptargument dass es billig ist, wenn man schon soviel Diesel opfert damit es sich schön grubbern lässt....

  • Das Problem ist das ihr keine ahnung von der Praxis habt. Aber ich versuche es euch zu erklären. Wenn es im Winter sehr kalt ist und kein Schnee liegt dann sterben einige Getreibepflanzen. Im Sommer wenn es dann wieder warm ist wächst das Unkraut an den Stellen wo keine Getreidepflanzen stehen, weil dort Platz und licht ist. Zur Ernte ist das Getreide dann trocken aber das Unkraut ist noch grün. Wenn man die feuchte vom Getreide misst kommen zum trockenen Getreide dann auch die Unkraut stückchen dazu. Die folge ist, dass der gemessene feuchtewert höher ist. Das Getreide ist nicht lagerfähig, weil sich das trockene Getreide die feuchte vom grünen zieht- konzentrationsgefälle und so.
    Meistens betrifft dies nur kleine Stellen oder feuchtere Ecken. Dann ist es sinnvoll diese Todzuspritzen.


    Aber was die landwirtschaft betrifft ist ja jeder Experte und weiss alles besser als die die jeden Tag damit zu tun haben. Die letzen paar Beiträge haben mir wieder gezeigt, dass ihr überhaupt keinen Schimmer habt. Glyphosat hat überhaupt keinen Einfluss auf den Ertrag.


    Lest euch mal das hier durch, sind paar interessante Gedanken
    http://www.landwirt.com/Bauern…haft,,14918,,Bericht.html

  • Nur gut, dass es Glyphosat gibt... Wie hat es nur die Menschheit geschafft, früher ohen auszukommen...


    Ach ja, in Frankreich ist Parkinson, auf Pestizide als Auslöser, als Berufskrankheit anerkannt worden.

  • Es ist ja nun auch nicht so als das es keine Alternative gebe. Aber das muss jeder selbst für sich entscheiden. Welcher Imker kauft schon Öko Zucker für seine Bienen? Ich kenne keinen.


    Bei uns im Imkerverein benutzt so ziemlich jeder irgendwelche Medikamente aus Osteuropa und beschwert sich über die Landwirtschaft aber wer soll das schon verstehen...
    Vielleicht bin ich mit meinen 20 Jahren noch zu jung dafür. Vielleicht verstehe ich es erst wenn ich so alt bin wie die anderen Imker.


  • Meistens betrifft dies nur kleine Stellen oder feuchtere Ecken. Dann ist es sinnvoll diese Todzuspritzen.


    Ganz blöde Frage - warum lässt man die dann nicht einfach aus? Also entweder gar nicht erst mit dem Mähdrescher hinfahren (Ecken) oder das Mähwerk(heisst das so?) derweilen abstellen. Und wird das Getreidekorn nicht ohnehin gereinigt und von Strohresten und Unkraut getrennt?


    In einem Forum der Biogaser schrieb einer zum Anbau von Energiegräsern(!) "dann spritz ich das mal sauber, sieht auch besser aus"


    Da muss sich echt kein Landwirt wundern, wenn das niemand mehr versteht.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ganz blöde Frage - warum lässt man die dann nicht einfach aus? Also entweder gar nicht erst mit dem Mähdrescher hinfahren (Ecken) oder das Mähwerk(heisst das so?) derweilen abstellen. Und wird das Getreidekorn nicht ohnehin gereinigt und von Strohresten und Unkraut getrennt?


    Ja das schon, aber alles bekommt man nicht raus.


    Stehen lassen und dann? Fällt der Samen aus und noch mehr Unkraut? Muss man nochmal extra hinfahren und mulchen.


    In einem Forum der Biogaser schrieb einer zum Anbau von Energiegräsern(!) "dann spritz ich das mal sauber, sieht auch besser aus"


    Da muss sich echt kein Landwirt wundern, wenn das niemand mehr versteht.


    Euch Städtern gefallen vielleicht bunte Felder, aber wie sieht das den aus? Die Bevölkerung, also die Verpächter sehen ja auch wie man arbeitet und Pachtverträge sind halt alles. Machen wir es nicht macht es eben ein anderer.


  • Stehen lassen und dann? Fällt der Samen aus und noch mehr Unkraut? Muss man nochmal extra hinfahren und mulchen.


    Aber vorher extra hinfahren und spritzen zählt nicht?


    Euch Städtern gefallen vielleicht bunte Felder, aber wie sieht das den aus? Die Bevölkerung, also die Verpächter sehen ja auch wie man arbeitet und Pachtverträge sind halt alles. Machen wir es nicht macht es eben ein anderer.


    Sorry - aber ich komme vom und lebe auf dem Land, habe bäuerliche Wurzeln und immer noch eine Menge Landwirte in Familie und Nachbarschaft, habe u. a. eine Ausbildung als Gärtnerin ... also so ganz unbedarft bin ich nicht. Du hörst es sicher auch nicht gerne, wenn Dich jemand von Haus aus in eine falsche Ecke stellt.


    Ich lese bei solchen Diskussionen immer wieder die gleiche Abfolge:


    Entweder wird ein Beitrag als "Du hast keine Ahnung" abqualifiziert oder es kommen x Gegenargumente warum es nicht anders geht, auf gar keinen Fall. Erstere mokieren sich dann über die Borniertheit der Angegriffenen. Schlußendlich sind beide Seiten zufrieden - die anderen sind ja erwiesenermaßen Idioten.


    Ich möchte einmal lesen - "na das könnte man mal überlegen, das könnte auch klappen, das sollte man mal ausprobieren, das ist einsehbar, das kann ich nachvollziehen, ..."

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Auf unsere 800 ha haben wir vielleicht 100 Liter Glyphosat gegeben. Man könnte auch alles Abspritzen. Dann wären es zwischen 1600 und 2400 Litern. Man könnte aber auch 2 mal Abspritzen 1 mal vor der Ernte und einmal danach. Dann wären es zwischen 3200 und 4800 litern je nachdem ob man 2 oder 3 liter je ha nimmt.


    Von der Sache her sind 100 liter also keine schlecht Bilanz.

  • Zitat

    Die Bevölkerung, also die Verpächter sehen ja auch wie man arbeitet und Pachtverträge sind halt alles. Machen wir es nicht macht es eben ein anderer.

    Läßt Du Dir von einem Verpächter vorschreiben wie Deine Felder auszusehen haben und was Du anbaust? Ich sehe sie bei uns überall, die blitzsauberen Maisfelder in unseren Hanglagen bei denen beim ersten Starkregen die Humusdecke abreißt und dann in den Bächen und Flüssen landet, waren früher alles Wiesen, jetzt rat mal warum. Ich hab auch Ackerland verpachtet, an einen Biobetrieb, bei mir ists genau umgekehrt, wenn die Felder nicht etwas bunt sind dann bekommt die ein anderer.

    Zitat

    Vielleicht bin ich mit meinen 20 Jahren noch zu jung dafür.

    Hast ja noch Zeit zum lernen, die Hoffnung stirbt zuletzt:p