Roundup Dämmerung?

  • Warum muss der Mais gespritzt werden? Soweit ich mich noch an meine Ausbildungszeit erinnern kann, wird der Grund darin angeführt, dass die Unkräuter der Maispflanze die Nährstoffe rauben. Ich halte dies genau so eine Marketinglüge, bei der es um Milliardeneinnahmen geht, wie die Behauptung dass Cholesterin und Blutfette ab den neuen Grenzwerten, die erheblich jedes Jahr gesenkt wurden, der Patient auf Einnahme von Medikamenten gedrängt wird, soweit ich dies aus meinen persönlichen Erfahrungen sagen kann. Ich glaube, dass der größte Teil der Menschheit hier den Werbelügen der Großkonzerne auf den Leim geht.
    Auf meinem Maisacker vor dem Bienenstand habe ich vorhin folgendes Foto gemacht:
    Die rechte Reihe der Maispflanzung wurden wegen der Nähe meiner Beuten heuer noch nicht gespritzt, die zweite Reihe und natürlich dann die weiteren Reihen wurden heuer schon einige Male mit Unkrautvernichtungsmittel gespritzt.
    Man kann absolut an der Größen und der Farbe der Pflanzen keinen Unterschied bemerken, das heißt für mich, dass die Nährstoffwegnahme der Unkräuter keine Rolle spielt, da besonders in der heutigen Zeit eine hoffnungslose Überdüngung der Felder dies ausgleicht.
    image.jpg

  • Moin, moin,


    der muss gespritzt werden, weil man sonst kein Spritzmittel für diese Flächen verkaufen würde, und das wäre ja unschön...


    Nee, im Ernst: Der braucht das nicht. Der wächst auch mit Untersaat, und es wäre nicht so verheerend. Man könnte, wenn das Beizproblem nicht wäre, im März Phacelia und jährigen Steinklee säen, vor der Maisdrille ein Hackschar laufen lassen, das von dieser Vorsaat 15 cm stehen lässt und der Boden würde nicht so belastet, der Ertrag wäre sicherer und für Gas wäre das eh wurscht, ob die Biomasse Mais oder Steinklee ist.


    Solche Konzepte haben aber keinen millionenschweren Werbeetat, und wenn man die Versuche dazu machen will, gibt es keine Drittmittel und wenn man sie dennoch macht, bringt man die Ergebnisse schwerlich in Zeitschriften unter, die von dem Werbeetat leben, und wenn das alles doch, glaubt es der Praktiker nicht, weil er andere Töne gewohnt ist...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • .... und wenn das alles doch, glaubt es der Praktiker nicht, weil er andere Töne gewohnt ist...

    :daumen:


    was nicht sein kann das nicht sein darf


    wir wundern uns nur, dass immer mehr Menschen ein erstes Problem mit ihrer Gesundheit haben


    :confused:


    Bonn Appetit


    dabei frage ich mich schon wohin geht die Reise?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Laut einer Meldung im Landwirtschaftsnewsletter hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Anwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft eingeschränkt. Es darf auf einer Fläche maximal zwei Mal pro Jahr angewendet werden und es muß ein zeitlicher Abstand von mindestens 90 Tagen eingehalten werden. In der Summe darf die Menge von maximal 3,6 kg pro Hektar nicht überschritten werden.


    Die Behandlung der Flächen kurz vor der Ernte (Vorerntebehandlung, Sikkation) wurde verboten. Eine Ausnahme wird nur noch bei Unkrautdurchwuchs in "lagernden Beständen"(?) gemacht, wo eine Beerntung sonst nicht mehr möglich wäre.


    Immerhin ein kleiner Schritt in eine vernünftige Richtung.

  • Man sollte doch tatsächlich prüfen ob Scotts Celaflor GmbH,Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 30, 55130 Mainz bzw. der/die Geschäftsführer von Scotts in den Parteispenden der CDU bzw. CSU auftaucht, bei soviel Wohlwollen gibt es oft .....


    Und es stellt sich die Frage ob das Julius Kühn-Institut einen Auftrag für eine wissenschaftliche Untersuchung von Roundup von Scotts Celaflor erhalten hat. Da man gerne Folgeaufträge hat wird das Ergebnis so lange gefiltert, bis es positiv aussieht.

  • http://www.agrarheute.com/glyphosat-experten-risikobewertung?utm_source=landlive&utm_medium=cpc&utm_campaign=landwirt
    Hört sich nach einem wichtigen Schritt an, aber ich finde noch viel zu wenig. Es wird halt schon wieder verharmlost. Wenn ich die Reaktionen der Landwirte immer noch sehe wird mir übel. Wenn was durch die Nieren ausgeschieden wird, ist es doch gut. Blos blöd wenn die Nieren irgendwann versagen.
    Hier auch noch welche, die es erkannt haben: http://www.ackergifte-nein-danke.de/news/index.html
    Wenn nur mehr Menschen die Gefahr so gut erkennen würden wie die Imker.

  • Ich kann ja mal schildern wie es in unserer Region in der Praxis abläuft. Wir in unserem Betrieb verwenden nur sehr wenig Glyphosat. Dieses Jahr haben wir im Getreide nichts sikkatiert, weil es schlichtweg nicht notwendig war. Es ist aufgrund des milden Winters wenig ausgefroren, so das das Unkraut wenig platz hatte. Daneben stand das Getreide auch sehr gut. Jediglich den Senf mussten wir Todspritzen, da sonst die Ernte nicht möglich gewesen wäre, weil der Senf erst sehr spät gesät wurde. Jetzt zur Bodenbearbeitung benutzen wir auch keins. Nur dort wo Gräser durchwachsen ist es sinnvoll, da diese mit den selektiven Herbiziden dann schwierig wegzubekommen sind. Außerdem stören Gräser beim Grubbern, da sich da haufen ziehen.


    Einge bzw. viele Betriebe spritzen tatsächlich das Ausfallgetreide (also das 1ne % der Ernte das aus dem Mähdrescher hinten wieder raus kommt) tod. Hat dann auch den Vorteil das alle Unkräuter die auslaufen vernichtet werden. Also auf Problemstandorten durchaus sinnvoll z.B bei Flughafer.


    Das ganze ist auch ökologisch sinnvoll, weil 1. mal Roundup sicherlich weniger schädlich ist als dann viele selektive herbizide die 1. wesentlich teuerer und 2. viel schädlicher für die Natur sind.


    Aber das sind halt so Erfahrungen aus der Praxis. Die meisten die hier die Keule hochhalten wissen gar nicht wie sich das macht wenn das ganze Feld voll Grasnestern ist und der Grubber große Haufen zieht, oder wie viel spaß es macht vor der Ernte bei über 30° und ohne Schatten den Flughafer auszuselektieren.

  • Sorry Anulutuk,


    Ich Versuch ja durchaus die Probleme die Landwirte haben nach zu voll ziehen und bin auch der Meinung dass es bei manchen Kulturen ohne PSM sehr aufwendig ist diese anzubauen oder evtl. Auch gar nicht möglich.


    Aber verstehe ich das richtig dass ihr die verbleibenden Gräser tot spritzt damit es sich leichter grubbern lässt?
    Da frag ich mich echt ob die Bauern vor 100 Jahren Helden waren oder die bessere Anbautechnik hatten, denn die könnten das nicht.


    Zu deiner Theorie das Glyphosat besser ist als andere Herbizide sage ich " Eine Steigerung von Sau schlecht auf schlecht ist keine Steigerung!"


    Grüße,


    Maxikaner

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Die meisten die hier die Keule hochhalten wissen gar nicht wie sich das macht wenn das ganze Feld voll Grasnestern ist und der Grubber große Haufen zieht, oder wie viel spaß es macht vor der Ernte bei über 30° und ohne Schatten den Flughafer auszuselektieren.


    Ich bin der Meinung die wissen das sehr genau. Oft sind es ältere die die Keule schwingen und wissen wie es auch anders gehen kann. Natürlich nicht so bequem wie heute, etwas anstrengen muß man sich dazu schon.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Schon mal was von Pflügen gehört?


    Das will die Politik nicht. Wir sind in einem Programm zur Pfluglosen Bodenbearbeitung drinn. Dafür gibts Geld.



    Da frag ich mich echt ob die Bauern vor 100 Jahren Helden waren oder die bessere Anbautechnik hatten, denn die könnten das nicht.


    Die hatten früher schlichtweg mehr Leute zur Verfügung.


    Ich arbeite derzeit mit einem 300 PS Traktor und 7,5m Grubber. Mit dem schaffe ich ca. 8 ha pro Stunde. Jeden Tag fahre ich so 12 Stunden. Da bräuchte man schon viele Pferde, Leute und Pflüge.