Roundup Dämmerung?

  • Vor einigen Jahren hat der Bauer dem die angrenzenden Wiesen gehören auch alles totgespritzt, und dann im Frühjahr neu eingesät. Ich hatte die Spritzung aber nicht mitbekommen, in diesem Jahr hatte ich auch Totalverlust und das einzige Volk was überlebt hatte, es war schon schwach, habe ich mit OS-Verdampfung um diese Zeit, zum abfliegen gebracht.


    Hallo Reinhard,


    habe deinen Beitrag mal aus einem anderen Thread hierher kopiert. Hast Du das noch in Erinnerung, wie damals das Ableben deiner Völker vom zeitlichen Ablauf her war?


    Die bei mir betroffenen Völker starben ja einen ziemlich schnellen Tod. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, auf welchem Weg das Gift in die Beute gelangt ist, das hier gespritzte Feld war ja zuvor auch schon kein für Bienen interessantes Terrain. Das Gift kann also nur durch Abtrieb in die gesamte Umgebung gelangt sein und dann zum Bienentod geführt haben.


    Bin gerade an den Planungen, wohin ich meine Bienen im Jahresverlauf aufstelle, da spielen mögliche Abreifspritzungen der Getreidefelder im Juli/August natürlich auch eine Rolle.


    Besten Dank vorab!


    Viele Grüße
    Sven

  • Pflanzenschutzdienst z.B die Kommen auch raus auf den Acker und kontrollieren. Erstenst die Person, ob sie einen Sachkundenachweis hat und die nähmen auch Proben von der Tankmischung und kontrollieren die Technik

  • Pflanzenschutzdienst z.B die Kommen auch raus auf den Acker und kontrollieren. Erstenst die Person, ob sie einen Sachkundenachweis hat und die nähmen auch Proben von der Tankmischung und kontrollieren die Technik


    Mein Gott Magazinimker,
    das glaubst du jetzt selbst nicht oder?
    Als Imker ist man darauf angewiesen in einem Gebiet mit keinen oder sehr vernünftigen Lanwirten zu leben.
    Wenn ich schon von diesen Spritzungen höre, in die offene Rapsblüte, die Spritzung der Kartoffeläcker, die Spritzung zur gleichzeitigen Getreidereifung, die mehrmalige Spritzung zur Halmverkürzung, da dreht sich mir der Magen um. Das muss doch nich alles sein? Du besuchst doch als "Studierender" sicherlich eine dreisemesterige Landwirtschaftsschule, da müsste doch auch, zumindestens in Bayern sollte das so sein, ein Hauptaugenmerk auf Betriebswirtschaft zur Kosteminimierung gelegt werden und da zählen unnötige Spritzungen dazu, so zumindestens weis ich das aus Gesprächen mit meinem Pächter der Landwirtschaftsmeister ( auch ehemals Studierender) ist.

  • Pflanzenschutzdienst z.B die Kommen auch raus auf den Acker und kontrollieren. Erstenst die Person, ob sie einen Sachkundenachweis hat und die nähmen auch Proben von der Tankmischung und kontrollieren die Technik


    Tataaa, tataaa, tataaa.


    Man beachte den (wahrscheinlich unfreiwilligen) Konjunktiv.


    Wenn Du wirklich mal einen Verdacht auf einen Vergiftungsschaden hast, dann kann es Dir leicht passieren, dass schon der BSV nicht zu erreichen ist. Bis zum Pflanzenschutzdienst kommt man dann erst gar nicht. Versuch mal zeitnah alle geforderten Personen herbei zu bekommen, von denen niemand ein wirkliches Interesse hat irgendwas nachzuweisen.
    Wenn also wirklich kontrolliert wird, dann wohl eher Stichprobenartig im Promillebereich oder weniger. (Nicht Alkohol, die Häufigkeit meine ich)
    Und bei den schon zitierten schwammigen Vorschriften kann man sowieso niemanden für irgend ein Vergehen verantwortlich machen. Ist ja alles konform mit den Vorschriften.
    Es gibt genug, was verboten ist und trotzdem gemacht wird, ohne Kontrollen und Konsequenzen. Natürlich bei weitem nicht nur in der Landwirtschaft. Das betrifft alle.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Du besuchst doch als "Studierender" sicherlich eine dreisemesterige Landwirtschaftsschule, da müsste doch auch,


    Drei Semester nennt sich heute schon 'Studium'!? Das erklärt zumindest einiges. Wahnsinn. Geht ja bloß um unser aller Lebensmittel, unsere Böden und Umwelt allgemein. Die Komplexität wird dann soweit eingedampft, bis sie in eine schicke Broschüre im vier Farbendruck des Chemieunternehmen der Wahl paßt?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine schöne Zusammenfassung zu dem Thema von Frau Prof. Monika Krüger gibts hier
    Sicher nicht wirklich leicht zu lesen und für mich neu war das Oxalsäure bzw. deren Salze die Wirkung von Glyphosat noch verstärken.


    LG
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    Dankeschön für den Link. Auch wenn ich jetzt garnicht mehr weiß, was ich überhaupt noch essen soll.... ist das 35 Tages-Hähnchen vom Hähnchengrill vielleicht doch gesünder bzw. weniger ungesund, als der selbstgezogene Gockel, der fast ein halbes Jahr zum Abwachsen auf der umweltbelasteten grünen Wiese benötigt hat :wink:?


    In Bezug auf die Bienen scheint jetzt aber alles geklärt zu sein. Alle 4 Jungvölker und das eine Altvolk hatte ich am 9. Oktober bedampft. Also nach der Spritzung, aber bevor sich das Feld Gelb verfärbte. All diese Völker waren spätestens zum 20. Oktober tot, auch das Altvolk, das zuvor nur einen sehr geringen natürlichen Milbenfall (0-3 Milben pro Tag) aufwies. Das hatte ich eigentlich nur als Kontrollvolk bedampft, um mal zu schauen was danach tatsächlich auf der Windel landet.


    Mein Dunkles Volk, das zu diesem Zeitpunkt den mit Abstand höchsten natürlichen Milbenfall hatte, wurde nicht bedampft, weil mir die Bienen einen megafitten aufgeweckten und ansonsten tadellosen Eindruck machten und ich schauen wollte, wie sich das weiter entwickelt. Das zweite Altvolk wurde ebenfalls nicht bedampft, weils schon weitestgehend auf Winter programmiert war und in einer Traube saß. Diese beiden Völker leben immer noch und das garnicht mal so schlecht. Das Dunkle Volk hatte ich Mitte/Ende Dezember dann erstmalig bedampft, nachdem über Wochen täglich mehr als 50 Milben auf der Windel lagen und erste Krüppelbienen zum Vorschein kamen. Der Milbenfall nach der Bedampfung enttäuschte allerdings, da sind innerhalb der ersten 5 Tage zusammen keine 300 Milben auf der Windel gelegen. Offensichtlich scheint hier der zeitliche Abstand zwischen Glyphosatspritzung und Ox-Dampf mit ca. 6 Wochen ausreichend gewesen zu sein.


    Viele Grüße
    Sven