Pfingstschwarm ohne Lehrbuchverhalten

  • Eigentlich war das Grillfeuer vor dem Bienenhaus Heute Nachmittag gerade richtig zum Würsteauflegen, da kommt eine Wanderin ganz aufgeregt an, ob die Bienen hier immer so dick an den Bäumen hingen.
    Na das schauen wir doch glatt an - also 3 Wiesen weiter bis vor den Bienenstand des Nachbarimkers (gebrechlicher Senior) und da hängt ein schöner fetter Schwarm mitten in einer Weide in 7 Meter Höhe und baut schon die erste Wabe.
    Da der Wanderweg direkt vorbeiführt, war die anschliessende Kletter, Säge und Einschlagaktion ein echter Publikumsmagnet und wir konnten ein paar neue Honigkunden gewinnen.
    Doch denkste: Alle warn zwar drin im 12er DNM Magazin, zogen aber gesammelt wieder an die Beutenfront aus und hing dann dort. Das war mit 4 Mittelwänden als Startangebot.


    Nachdem die Zuschauer aber so nicht einverstanden waren, dachte ich auch an Leckereien zum Wohnungsbezug und hängte 3 frisch geschleuderte feuchte Waben rein, schaufelte die ganze Pracht mit den Händen wieder in die Kiste und siehe da:
    Die Damen fanden das nun annehmbar und blieben drin.


    Auch den Schubkarrentransfer auf unsere Wiese akzeptierte die Damendemokratie
    ohne weitere Wohnungssuche und übernachtet nun mal friedlich und trocken.


    Lehrbuch ist: Kein Futter für Schwärme
    Realität war: Mit Futter ist die Wohnung erst akzeptabel.


    Warum ???


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Wie kommst Du auf die Idee,
    dass dies das Futter war und nicht die Pheromone auf den Waben:confused:
    Wie weißt Du dass der Schwarm weiselrichtig ist?
    Warum gibst Du Mittelwände?
    Welches "Leerbuch" liest Du?
     
    Dumm frag
    der
    Drohn

  • Hallo Siggi
     
    Wenn der Schwarm gerade ausgeflogen ist, sind Mittelwände nicht das richtige. Die Damen wollen doch erstmal in der neuen Wohnung ihren überschüssigen Treibstoff loswerden und das können sie nur in fertige Zellen.
     
    Hängt der Schwarm dort schon ein paar Tage und baut schon Waben, ist ihr Vorrat schon verbraucht und die gebaute Wabe richt nach Heimat. Da wollen sie wieder zurück. Die neue, nach Honig riechende Kiste, war aber jetzt angenehmer.
     
    Lehrbuch ist Lehrbuch, aber ersetzt in keiner Weise, die eigene Erfahrung. Jetzt bist du um Eine reicher.
     
    Gruß
    Andy

  • Ich glaube, Markus Drohn meinte etwas anderes:
    Ein Schwarm ist ein Schwarm.
    Der will erst einmal in der Traube hängen und nicht durch MW oder Wabenholz aufgeteilt sein.
    Man schlägt einen Schwarm in eine leere Beute.
    Am Abend oder nächsten Morgen setze ich darauf eine Beute mit MW oder Anfangsstreifen.
    In die zieht der Schwarm ganz von alleine hoch.
    Dann kommt die untere Beute weg.
    So stehts doch in den Büchern, oder?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Andy,
    der mitgebrachte Treibstoff ist doch in den Honigblasen der Damen.
    Von dort wird er verbraucht, meines Wissens ohne neu gelagert zu werden.
    Man kann, muss aber nicht, Schwärme ruhig weiterhin auf Mittelwände einschlagen.
    Wenn die Bienen nach dem Schwarm so dringend Wabenzellen zum Speichern von Honig bräuchten, würden sie diese mitnehmen.
    Lasst den "alten Wabenkram" weg, der Schwarm stellt einen Neuanfang dar und möchte auch neu anfgangen mit neuem Wabenbau.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo ZUsammen,
    das mit dem Lehrbüchern hat nur einen Harken:
    die, über die es geschrieben wird, lesen sie nicht.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
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  • Hallo Lothar
     
    Meine Erfahrung ist, das "frische" Schwärme sich am besten in einer kompletten Beute, d.h., zu 50 % Jungfernwaben halten. Nach 4 Stunden waren viele Zellen schon gefüllt, ohne das Flugverkehr war.
     
    Nach zwei Tagen ist die Kö in Eilage gegangen, nach 14 Tagen war schon ein stattliches Brutnest in allen Stadien.
     
    Probier´s aus
     
    Gruß
    Andy

  • Hallo Andy,
    meine Erfahrung:
    nach zehn Tagen komplett ausgebaute Zarge(n) und ein Brutnest mit ca. 30'000 Zellen, darüber Pollen und frischer(!) Honig.
    Außerdem:
    ich bewahre keine Waben auf, lasse viel bauen.
    Viele Grüße
    Lothar

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  • Wie bekomme ich diese Frage aus aktuellem Anlass beantwortet? ...


     
    Wenn Du eine SFK hättest mit Durchsichtgitter (DSG) dann könntest Du während der Zeit in der Gruft beobachten ob der Schwarm sich zu einem Herz oder zu einer Brücke formiert oder besser gesagt aufhängt.
     
    Hängt er in Herzform in der Gruft, dann ist er weiselrichtig (begattet oder unbegattet), hängt er in Brückenform, dann braucht er schnellstens einen Weisel!
     
    Der
    Drohn

  • Pfingstschwarm der Zweite


    Gleich am Folgetag haben wir übrigens noch einen fetten Schwarm von einem Quittenbaum geerntet, auch dieser erhielt ein paar Futterwaben am Beutenrand und baut heute in dieser Pflichtbehausung munter drauflos.


    Der erste Pfingstschwarm zog auch nicht mehr aus, sondern sammelt brav wie alle Nachvölker die Reste vom abgeblühten Rapsfeld am Nordhang ein.


    Schwarmsieben ist mir übrigens zu doof, wenn die Dame nach einer Woche bereits stiftet, war es eine Alte und wenn es denn bis zu zwei Wochen dauert, musste die 2009 er Chefin erst noch einen Drohnenplatz besuchen.


    Wie war das noch bei Liebig..... "Einfach imkern" ???


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !