Was ist das wohl für ein kleines Nest?

  • Hallo liebe Imker (und alle anderen hier),


    als wir am Wochenende die Sommerspielsachen aus unserem Schuppen geholt haben, haben wir an einer Wasserbahn dieses kleine Nest gefunden. Es sieht ein bisschen so aus wie ein menschliches Auge. Im Inneren befinden sich einige Waben. Leider fehlt auf den Bildern ein Größenvergleich: die Kugel hat einen Durchmesser von ca. 6 cm.




    Meine Familie würde sich freuen, wenn uns jemand erklären könnte, was hier wohl in unserem Schuppen gewachsen ist.


    Viele Grüße, darkcookie

  • So sieht das kleine schnuggelige Heim der Wespen aus.


    Aha. Ja, Wespen haben wir bei uns auch schon entdeckt. Wir haben uns nur gewundert, dass es so klein ist... und mindestens mit einer Wespenkönigin samt Hofstaat gerechnet. :Biene:


    Danke für die Antwort und viele Grüße,
    darkcookie

  • Bei Wespen überlebt ja nur die Königin den Winter.
    Da geht das alles ein bischen langsamer los.
    Den Anfang macht sie alleine, bis genug Arbeiterinnen geschlüpft sind.
    Danach ist sie nur noch für`s Eier legen zuständig.
    Das Nest wird dann nach und nach erst größer.
    Wespen sieht man oft Holzknabbern, ist für den Nestbau.

  • ...Wir haben uns nur gewundert, dass es so klein ist...


    Tag Darkcookie,


    keine Sorge, das wächst noch... :wink:


    Übrigens, mach mal die Bilder einen Tic kleiner. Die Welt-WEB-Gemeinschaft wird es Dir danken.:cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo,


    ich hab das Bild im Originalmassstab ausgedruckt. Da tippe ich auf ein Hornissennest. Hab selber auch grad eines in einem Schuppen gefunden. Da die Hornissen Königin ohne Volk überwintert, muss es im Frühjahr den Nestbau und die ersten Eier selbst machen. Erst wenn die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, bleibt die Chefin im Nest und das wird dann vom Volk größer gebaut und die Brut versorgt.


    Bei den Wespen ist es prinzipiell gleich. Die sind jedoch etwas früher dran und da ist das Volk um diese Jahreszeit schon entwickelt. Bei den Wespen ist die Zellgröße etwa so wie bei den Bienen. Bei den Hornissen ist die Zellgröße:
    Königin: 12 +/- 1 mm
    Drohn: 11 +/- 1 mm
    Arbeiterin: 7 +/- 1 mm


    Hornissen stehen unter Schutz und sind für den Menschen normalerweise harmlos. Sie sind auch nicht lästig auf der Terrasse oder am Tisch. Man kann sie also leicht tolerieren, solange nicht die "Einflugschneise" dauernd gekreuzt werden muß. Im Herbst stirbt das Volk, und die Jungkönigin(en) überwintern nicht im Nest. Im Frühjahr suchen sie sich meist einen neuen Standort für das neue Volk.


    Es geht auch die Mär, dass Hornissen Bienen fressen. Das stmmt zwar, aber die Zahl der durch Hornissen verpeisten Bienen ist absolut für jeden Imker verschmerzbar. Den Vögeln fallen da eine viel größere Zahl zum Opfer.


    Sollten die Hornissen am Standort stören, so sollte man sie von einem Fachmann umsiedeln lassen. Es gibt auch Foren, wo man das Know-How lernen kann. Für einen Imker sollte das kein Problem sein. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) kann da sicherlich Auskunft gebe. Hier bei uns werden flächendeckend Hornissenkästen im Wald aufgehängt. Sieht aus wie ein großer Vogel-Nistkasten. Ca. 30x30 cm und 60 cm hoch mit einem 35 mm Loch. Da kann man ein ausquartiertes Nest hineinhängen. Ich hatte zwar noch nie Gelegenheit, sowas zu machen, aber ich würde es mir zutrauen.


    Berichte bitte weiter. Danke und viele Grüße.
    Emil