Die Bauleistung eines Schwarms

  • ....ist beeindruckend, immer wieder hier gelesen, jetzt auch bei mir bestätigt. Der vor 10 Tagen (Samstag vor einer Woche) eingeschlagene Schwarm hat die Mittelwände in der Oberen Zarge fast komplett ausgebaut, in der unteren Zarge hatte ich Anfangsstreifen, auch dort Baufortschritt beträchtlich, an allen wird gebaut, 3 fast fertig.
     
    Was mich ärgert: Im Bereich der Anfangsstreifen sind Arbeiterzellen entstanden, nach unten hin fast alles Drohnenbau, wo tws. Nektar eingetragen wird.
     
    Oben wunderschönes geschlossenes Brutnest, das sich z. Z. von der 2. Wabe bis zur 6. Wabe erstreckt, 1. Wabe als Pollenwabe gebraucht. Kugelform deutlich erkennbar, erste Zellen verdeckelt (legen die gleich los, obwohl die Zellen noch nicht fertig ausgezogen sind?), Fluglochfern das Honiglager. Wie im Lehrbuch.
     
    Aber: wie soll das Brutnest nach unten wandern, wenn dort Drohnenbau ist? War es ein Fehler, die Anfangsstreifen unten einzusetzen? Wäre es angeraten, bei fast fertigem Ausbau diese Zarge nach oben zu setzen und unten eine Zarge mit Mittelwänden zuzugeben?:confused: Oder ist das Bienenbastelei?
     
    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Genau umgekehrt wäre ein Schuh draus geworden. Oben Anfangsstreifen.
    ... Aber warum dann überhaupt noch Mittelwände ???
    Die Bienen schaffen bei guter Tracht locker auch zwei Zargen im Naturbau. Und das ganze wäre viel harmonischer abgelaufen. Durch die zwangsvorgabe Mittelwände oben hast du praktisch den Drohnenbau unten provoziert. Der Bien nutzt die sich dann bietende Möglichkeit im Überschwang. Hättest du alles mit Anfangsstreifen ausgestattet hätte dein Schwarm sich auf einige kleine Ecken Drohnenbau beschränkt.
    Im ersten Jahr wird fast nur Arbeiterinnenbau erstellt. Das Volk hat sich ja bereits vermehrt.
    ( Mittelwände und Naturbau in einem Volk geht fast immer schief. Außer man macht es nur in den Honigräumen, da ist es ja egal ob Drohnenzellen oder Arbeiterinnenzellen.)
    In deinem Fall würde ich jetzt auch empfehlen die Zargen zu wechseln, sobald die ersten Waben ausgebaut sind. ( Sollte keine Tracht mehr sein ersetze den Rest der Anfangsstreifen durch Mittelwände, da bei mangelnder Tracht baustopp eintritt.)


    gruß finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Finvara, danke für die Antwort!


    Gedankengang bei mir war folgender: Bienen bauen von oben nach unten, Mittelwände werden schneller ausgebaut, also oben reinhängen, damit Kö schneller stiften kann.


    Hmmm, erster Naturbauversuch ging in die Hose.


    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Tach,


    meinen ersten Schwarm habe ich am Mittwoch den 20.05.09 in eine Zarge mit Rähmchen im Zandermaß eingeschlagen.
    Die Rähmchen hatten oben einen kleinen Anfangsstreifen, so das diese sich gerade so einlöten liesen.
    Gestern habe ich mal reingeschaut und war doch sehr erstaunt.
    Alle Rähmchen waren schon tip top über 3/4 mit Wabenwerk gebaut.:-D Auch war schon fleißig gestiftet worden. Es ist schon erstaunlich was die Bienen da für eine Leistung bringen oder ?


    Meint Ihr ich sollte da einen Honigraum mit Anfangsstreifen draufpacken, damit die noch gut was zu tun haben ?
    Oder tatsächlich noch einen zweiten Brutraum geben ?
    Eigentlich wollte ich das mit dem Brutraum erst im nächsten Frühjahr machen.


    Gruß Ralf

  • Nicht draufpacken , ... drunter stellen, als zweiten Brutraum.
    Aber auch mit Anfangsstreifen. Vierzig cm Wabenfläche sind für einen guten Schwarm bis zum Herbst keine Leistung. Und du wirst erstaunt sein wie sich das Volk entwickelt.


    Mein erster Schwarm fiel am 07.05. Heute früh hab ich mal angekippt.
    Bis heute sind zwei Flachzargen ( je 15,5 cm hoch ), komplett ausgebaut, die dritte ist angefangen. Eine vierte hab ich bei der Gelegenheit gleich untergesetzt.
    Sie haben also bis jetzt locker 30 cm Gesamtwabenfläche gebaut. Da die Tracht noch anhält, und noch einiges zu erwarten ist , gehe ich davon aus das sie noch bis in die vierte hineinbauen werden.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Nicht draufpacken , ... drunter stellen, als zweiten Brutraum.


    Ich habe zur Brutraumerweiterung meines Königinnen-Ablegers auch aufgesetzt (eine Zarge mit Leerwaben und Mittelwänden). Sollte man zur Brutraumerweiterung immer untersetzen? Und Honigraum immer oben drauf?



    Holbee

  • Ich kann hier nur für mich sprechen. Meine Bienen sitzen seit diesem Jahr komplett auf Oberträgerbeuten. Da setze ich unter. Der Bien wandert nach unten und der Obere Raum wird automatisch zum Honigraum.


    Was nun bei Naturbau in Rämchenbeuten sinvoller ist können sicher andere besser beantworten. Bei zugabe von Mittelwänden wird aber aufgesetzt.


    Eins steht allerdings fest. Eine Zarge Zanderwaben ist für die optimale Brutraumgröße sicher zu klein. In dem Fall ( nur Anfangsstreifen), kann man also ohne was falsch zu machen eine zweite untersetzen. Ob man eine Leerzarge mit nur Anfangsstreifen in den Rämchen einfach aufsetzen kann weiß ich nicht. Habs noch nicht probiert. Natürlicherweise kettet sich die Bautraube immer unten auf.


    (Mal die Suchfunktion benutzen ? )


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.