Angrifflustiges Volk was tun?

  • Hallo Imkerfreunde,
    ich habe unter meine 4 Völkern ein sehr agressives Volk was mir schwer im magen liegt!
    Ich habe regelrecht Angst vor dem Volk! Sobald ich die Beute aufmache und eine Wabe Kontrollieren will gehts los ein gebrause und aufgesteige und alles Richtung Schleier und Kopf!
    Die kleinen Bister gehen sogar so weit das ich mich im Gartenhaus nicht umziehen kann und sie mir bis ins Haus folgen (100m)!
    Der Imker meinte beim erhalt des Volkes "Jo die sind ein wenig frech das legt sich"! Nur da warte ich schon 2 1/2 Monate drauf:evil:!
     
    Soll ich ihm das Volk zurück geben und ein anderes verlangen, oder falls er es nicht nimmt Umweiseln oder was gibts noch für möglichkeiten? Es kann ja nicht angehen das man bei der Kontrolle den spass verliert und vor lauter angriffen die Hand vor Augen nicht sieht!
    Weisellosigkeit wird von mir als ursache ausgeschlossen da ich vor 3 Wochen Brutraum 2 aufgesetzt habe und ich gedeckelte und ungedeckelte Brut in Raum 2 gesehen habe!
     
    Mfg Luluu


  •  
    Hallo Luluu ,da man Großvölker und besonders solche Stecher jetzt schlecht Umweiseln kann empfehle ich Dir folgendes vorgehen .Ableger mit legender Jungkönigin besorgen.Warten bie Brut der Jungkönigin schlüpft.
    Stechervolk zur Seite stellen .Geht gut Abends.Flugloch mit Schaumstoff dicht machen.
    Dann Ableger auf Standplatz vom Stecher stellen .Und sofort Zeitungspapier auflegen.
    Altbienen aus Stechervolk abfliegen lassen.im Tagesverlauf mehrmals Deckel aufmachen fliegen schneller ab.
    Nach vier bis fünf Tagen Königin suchen .
    einige Löcher ins Zeitungspapier stechen und Stecher aufsetzen.
    FERTIG.
     
    Mit imkerlichem
    GrußJjosef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo,
     
    so ein Volk hatten wir auch, erst friedlich, dann die totalen Stecher. Mir hat ein Imker gesagt, dass das mit mit dem Sperma eines bestimmten Drohns zusammenhängen kann. Die Königin wird ja von mehreren Drohnen begattet und wenn davon einer aus einem Stechervolk stammt wirkt sich das auch auf die neuen Bienen aus, wenn dessen Sperma beim Stiften "dran" ist. Ich habs nicht geglaubt.
    Aber: Nach einiger Zeit (1/2 Jahr) ist das Volk jetzt wieder absolut friedlich.
     
    Gruß
    Daniel

  • Mache einen Zwischenableger mit Zuchtstoff eines friedlichen Volkes und vereinige das Volk dann wieder. Warum ein Volk so böse sein kann, kann viele Gründe haben. Völker, welche sehr extensiv behandelt werden, können auch zu Stechern werden.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Nein, ich meine extensiv. Beispiel: Ich hatte in den Vogesen einen Bauerhof und dort natürlich auch Bienen. Kam ich beim Mähen näher als 1o m an die Beuten, kam die gesamte Belegschaft aller Völker an die Außenfront. Die Völker waren sehr aggressiv bei der Behandlung. Ein Jahr später habe ich sie zurückgeholt und sie waren dann wieder ohne Auffälligkeiten. Ich vermute, dass sie wegen der geringen Störungen so aggressiv waren. Anderer behaupten, es lag an den Wasseradern, welche unzweifelhaft vorhanden waren. Ich gehöre allerdings nicht zur Fraktion der Letzteren.
     
    Hallo Radix, ist dir der Unterschied von extensiver Tierhaltung und exzessivem Verhalten bekannt?
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Radix, ist dir der Unterschied von extensiver Tierhaltung und exzessivem Verhalten bekannt?


    Bei extensiver Tierhaltung kultiviere ich nur 1 Floh.
    Ich könnte exzessiv ausrasten, wenn er genau da sticht, wo ich in vornehmer Gesellschaft nicht jucken kann... :cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Don Krawallo (Offizieller Titel :p )


    bei den von mir extensiv bewirtschafteten Völkern kann ich keine Aggressivität beobachten. Allerdings bin ich sehr häufig mit meiner Nase vor dem Flugloch unterwegs (ohne Eingriffe über die ganze Saison). Ich weiss nicht, ob das anders ist, wenn man sich überhaupt nicht oder selten blicken lässt.


    Bei einem meiner Besuche habe ich vor kurzem fast 30 Stiche abgekriegt. Leider bin ich jetzt kein Imkerheld, denn es handelte sich um Mückenstiche. :lol: An dem Tag waren die Mücken wie kirre.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    es ging da auch keiner vorbei. Ich habe sie nur in den Weihnachten, Ostern, Pfingsten, in den Sommerferien und im Herbst gesehen. Höchstens einmal zwischendurch. Ich kapiere es eh nicht. Bienen sollen eigentlich nicht hören, das gilt wohl nicht für Sensen.
     
    Gruß
    Remstalimker
     
    Bernhard, bist du nicht Initiator der Imkerkrawalle und ich nur der Schuldige?

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ..Bienen sollen eigentlich nicht hören, das gilt wohl nicht für Sensen.


    Motorsense oder Handsense? Bei der Motorsense könnten es die Vibrationen sein, die mittels Schall auf die Bienen übertragen werden - auch eine Art Hören. Siehe auch: http://www.museo-plattner.it/d/lehrpf/hoeren.htm. Bei einer Handsense könnten es die schnellen Bewegungen sein, die die Bienen reizen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Hallo,



    von diesem Volk, das ich im Frühjahr als Stecher vorgemerkt hatte, brachte den höchsten Honigertrag den ich im Frühjahr hatte. Die Wabe DNM wog 3,9 kg 1mal bebrütet. Kein einziger Stich bei der Honigentnahme, ohne Schutz.
    Deshalb auch nach Ursachen suchen die ein Volk zum Stecher machen könnte.
    Einen richtigen Stecher in jedem Fall umweiseln.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,
    "Die Stechlust unserer Völker ist eine anerzogene, nicht eine angeborene!"
    So ähnlich wie ich das sehr frei nach G. Sklenar vor diesen Beitrag gestellt habe, verhält es sich oft.
    Aber was tun mit Stechern?
    Umweiseln - leider verhalten sich solche Völker manchmal recht feindlich gegenüber fremden Königinnen, so das Zusetzen recht riskant ist.
    Auch die 2x9-Methode ist schwer anzuwenden, da diese große Eingriffe im Volk erfordern (Kö. suchen, NZ suchen und ausbrechen, Zuchtstoff geben).
    Weiterverwenden - Aufteilen in Ableger, Verstärken von Ablegern oder Völkern, Überfüttern und Waben als Reservevorräte verwenden.
    Auf Außenständen ist so ein "Wachhund" nicht das Schlechteste...
    Wenn die Leistung stimmt, vielleicht drückt man für eine Saison die Augen zu.
    Nur sollte man dann ausnahmsweise die Drohnenbrut ausschneiden, vermehren sollte man diese schlechte Eigenschaft nicht.
    Wenn man wirklich den Stecher "loswerden" möchte, dann würde ich trotzdem die 2x9-Methode anwenden.
    Dann halt dreimal in den sauren Apfel beißen...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.