Buckfast in Golzbeuten?

  • Hallo,


    derzeit überlege ich, ob ich mir so eine schicke Bude für 5 Golzbeuten, inklusive 5 Beuten für je 20 Brut- & 20 Honigwaben bei Lonnemann besorgen soll.
    Darin wird ja meist mit "Kuntsch Hoch" geimkert, das Maß ist mir auch Neu.


    Hat jemand mit diesem System Erfahrung? Ist es zu empfehlen?


    Normalerweise will das Bien ja von oben nach unten wirtschaften, in diesem Beutensystem wäre das ja von hinten nach vorn. Ob das dem Bien etwas ausmacht?


    Und: Ist in solch einer Beute genügend Raum für die Buckfast?


    Was haltet ihr so von der Golzbeute?

  • Gegenfrage:
    Warum interessierst Du dich für ein Beutensystem, von dem Du außer dem Namen nicht sonderlich viel zu kennen scheinst?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Weil ich mich nach einem anderem Beutensystem umschaue, bisher imkere ich mit Segebergern und bin unruhig damit.


    Hohenheimer Einfach und Dadant habe ich mir angeschaut, wobei mir da mittlerweile Dadant einen Tacken besser gefällt. Obwohl auch die Hohenheimer einiges für sich hat.


    Nun habe ich gestern eine leere Golzbeute inspiziert und danach einmal herumgegoogelt. Vom ersten Eindruck her gefällt mir das sehr gut, darum habe ich hier einmal geposted.


    Ins kalte Wasser springen wollte ich damit nicht, also hielt ich es für gut, erstmal herumzufragen ob das System für meine Zwecke passt - Bienenmässig steige ich gerade von der Landbiene zur Buckfast um und die baut ja laut allem was ich so gehört und gelesen habe ziemlich große Brutnester.
    Da fand ich die Frage schon gerechtfertigt ob denn nun die Golzbeute für diese Biene "passt".
    Erkenntnisse teilen macht ja schliesslich keinen ärmer! Und wenn mich das vor einer Fehlinvestition bewahrt umso besser!

  • Hallo


    Eine Beute ist mehr als nur ein Arbeitsgerät. Man sollte auch andere Sachen berücksichtigen. z.B. das Schleudern.


    Also laut meiner bescheidenen Erfahrungen ist das Beste für mich ein kleiner Honigraum und eine Radialschleuder.


    Die Honigräume sind bienenleer wenn man die Bienenflucht 36-48 Std. vorher eingelegt hat. Und beim Schleudern gibt es nicht besser für mich als kleine Honigrähmchen und ein Entdeckelungsmesser beheizt.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Hallo Wabenklau,
    wenn Du meinst, das Deine erwählte Buckfastlinie mit zwanzig Waben in Kuntzsch-Hoch zurecht kommt, warum nicht?
    Frag den Züchter, ob diese zwanzig Waben im Brutraum ausreichen.
    K-hoch entspricht ungefähr 1 : 1 mit einer Normalmaßwabe.
    In der Golz hast Du zwei Deckwaben, 18 Brutwaben*,
    in zwei Zargen Segeberger hast Du vier Deckwaben und ebenfalls 18 Brutwaben.
    In zwei Zargen Segeberger als Brutraum würdest Du sicher ohne zu fragen ein Buckfastvolk einquartieren.
    Worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist, das Du ruhig Buckfast nehmen kannst.
    Golz hatte auch welche, hat sie aufgrund seiner Trachtverhältnisse allerdings aus den Bestand ausgeschieden.
    Zwei mal zwanzig Waben entsprechend Normalmaß reichen diesen vollkommen.
    Notfalls parkt man volle Honigwaben bei schwächeren Völkern bis zum Schleudern.
    Ach ja, den Freiständer bau mal selber, für das Geld lieber zwei, drei Beuten mehr.
    *wegen des Formats passt bei der Kuntzschwabe etwa 40% mehr Brut drauf, hat mal jemand ausgerechnet...
    Allerdings mit Kreisflächen als optimale Brutfläche.
    Frag nicht, warum gerade Kreisflächen...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Andreas,
    nimm bitte bei den Rähmchen keine mit Hoffmanabständen.
    Die machen das Absperrgitter dicht und die Bienen finden nicht in den Honigraum.
    Viel Erfolg
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu.
    Also für die Buckfast ist meiner Meinung nach Dadant das optimale.
    Ein Brutraum, wenn Tracht dann Honigräue im Halbmaß.
    Der eine Brutraum ist übersichtlich und ich kann das Volk je nach Größe über den Schied kontrollieren. Nach der heutigen Nachschau sitzen alle meine Wirtschaftsvölker auf 10- 12 Dadantwaben, ich denke das sind starke Völker, die sich über dieses System perfekt steuern lassen.
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Wabenklau,
     


     
    die Golzbeute schaffe ich mir an, wenn ich keine Zargen heben und nur im Rollstuhl meine Bienen besuchen kann.
    20 Brut- und 20 Honigwaben sind für jede Bienenrasse ausreichend.

  • Hallo Andreas!
    Ich besitze so eine 20*20 Golzbeute, und ich sitze nicht im Rollstuhl!:roll:


    Vorteil:
    Kein heben von Zargen zur Kontrolle.
    Im Gegensatz zu Dadant oder anderen Magazinen mit Halbrähmchen können ausgebaute Waben aus dem Honigraum zur Bauerneuerung in den Brutraum gehängt werden.


    Nachteile:
    Sperrig, alleine selbst leer kaum zu bewegen! (Kann als Diebstahl- und Frevelschutz auch als Vorteil gesehen werden)
    Einengen und Anpassen von Brutraum ist nicht ganz einfach.
    Keine Honigernte mit Bienenflucht möglich.
    Im Winter soll es vorkommen, dass die Bienen trotz ausreichender Vorräte verhungern, wenn sie das Brutnest mehr in der Mitte der Beute hatten, und dann nach einer Seite durchzehren.


    Interessant ist da auch die Bremerbeute, die einige der Nachteile vermeidet.


    Trotzdem: Mein Bienenvolk scheint sich in meiner Golzbeute wohl zu fühlen.


    Falls Du die Beute zum selbst zusammenbauen bei Lonnemann bestellst, frage bei der Bestellung nach einer Explosionszeichnung oder Bauanleitung! Bei mir war keine dabei, und ich musste lange tüfteln bis ich sie zusammen hatte!


    Die Kuntzsch-Hoch-Rämchen sind noch recht gängig.
    Achte bei Deiner Schleuder nur darauf, ob sie auch rein passen!


    Benutze auch mal die Suchfunktion, dann findest Du dazu noch weitere Informationen.
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Keine Honigernte mit Bienenflucht möglich.


    Doch geht, aber nur bei Honigboxen: Die 2 Boxen am Absperrgitter rausnehmen, Bienenflucht ans Gitter stellen und Boxen wieder rein.


    Zitat

    ...dass die Bienen trotz ausreichender Vorräte verhungern, wenn sie das Brutnest mehr in der Mitte der Beute hatten, und dann nach einer Seite durchzehren.


    Abhilfe: Ab Einfüttern Flugschlitz nur an einer Seite positionieren.


    Zitat

    Interessant ist da auch die Bremerbeute, die einige der Nachteile vermeidet.


    Dafür andere Nachteile hat (Schieber mit Propolis festgebacken...).


    Zitat

    Falls Du die Beute zum selbst zusammenbauen bei Lonnemann bestellst, frage bei der Bestellung nach einer Explosionszeichnung oder Bauanleitung! Bei mir war keine dabei, und ich musste lange tüfteln bis ich sie zusammen hatte!


    Hi Kalle, das hat mich auch geärgert.:evil:
    Vielleicht hilft das Bild.
    Den Metallbock denk Dir weg.

  • Danke für die vielen Hinweise.


    Ich habe keine Probleme mit der Hebe- und Schlepperei im Magazinbetrieb, aber mir hat die Beute auf Anhieb gefallen, das die Arbeit damit erleichtert wird ist nur ein weiterer Pluspunkt.


    Beim Googlen habe ich diese Seite gefunden, das geht da zwar um die Bremerbeute aber ich denke mal das vieles sich sehr ähnelt:
    http://www.peter-adams.de/index.html#inhalt

  • Hallo Andreas!
    Ja genau diese Seite ist die Richtige!
    Lade Dir mal das Buch von Herrn Bremer dort herunter und lese es durch!
    Suche auch mal hier im Forum unter Golzbeute/Bremerbeute/Lagerbeute.
    Zur Zeit läuft bei mir auch ein Versuch dazu:
    Ich habe eine Bremerbeute quasi geteilt.
    Das Erste Jahr ist recht positiv verlaufen, wenn auch nicht alle Leimholzplatten die richtige Qualität hatten.
    Zwei geteilte Bremerbeuten und die 20*20 Golz Wanderbeute im Hintergrund, dieses Frühjahr:

    Und Bild einer selbst gebauten Halbbeute im Kuntzsch-Hoch Format:

    Im Prinzip unterscheiden sich Bremer und Golz nur in der Anordnung des Flugloches (Warm- kontra Kaltbau)
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Hallo,
    ich imkere seit ca 10 Jahren in der Bremerbeute und bin sehr zufrieden damit. Vorher hatte ich Magazine und davor Hinterbehandlungsbeuten. Dieses Jahr habe ich von Lonnemann 2 Golzbeuten bekommen.
    Unterschiedlich ist neben der Fluglochanordnung auch das Absperrgitter. Bei den Bremerbeuten ist es nur über die vorderen 8 Waben (müsste ich nachsehen) während Golz ein Absperrgitte über die gesamte Trennfläche Brut/Honigraum hat. Bei Bremer kann ich ganz leicht ein Volk am Anfang auf 6,8 oder 10 Waben führen und erweitern, die Abtrennung gegenüber dem Honigaum ist einfach. Außerdem ist dort eine Brutdistanzierung (siehe das oben erwähnte Buch von Bremer) leicht möglich.
    Ganz neue Möglichkeiten sehe ich in dem von Kalle selbstgebauten Kasten nach Bremer. Ich finde die Idee toll. Sind doch hier mehrere Sachen verbessert; wie: einen Ableger in einem Kasten bilden den man auch noch transprortieren kann! Endlich ein System wo ich eine Bienenflucht einlegen kann die nicht verkittet wird. Muss ich unbedingt nachbauen, vielen Dank für die Anregung.:daumen:
    Alois