Schwarm ist wieder ausgezogen

  • Hallo und guten Tag!
    Eine Freundin von mir hat letztes Jahr mit der Imkerei begonnen und vorgestern ihren ersten Schwarm erlebt. Sie hatte sich eigens einen Tag freigenommen und vor der Beute gewartet, um das große Ereignis auf keinen Fall zu verpassen. Der Schwarm fiel auch, sie hat ihn im Eimer eingeschlagen und anschließend ein paar -wie ich aber glaube lässliche- Anfängerfehler gemacht: Sie hat den Schwarm direkt in die mit Mittelwänden ausgestattete Beute eingeschlagen, das Flugloch zugemacht und die Kiste in einen Garten ca. 3 km entfernt verbracht, wo sie nach einigen Stunden das Flugloch wieder geöffnet hat. Die Bienen haben sich dann schön eingeflogen; am nächsten Tag schien von außen betrachtet alles in Ordnung zu sein. Am Abend hat meine Freundin die Beute kurz geöffnet und hat festgestellt, dass die Bienen die Mittelwände verschmäht hatten und es sich hinter dem Trennschied bequem gemacht hatten. Wir haben gemeinsam beratschlagt, was man nun tun kann und soll, aber bevor wir zur Tata schreiten konnten, hat sie mir erzählen müssen, dass die Beute, als sie nochmals schauen war, komplett leer war; der Schwarm also nach mehr als einem Tag und Flugbetrieb wieder ausgezogen ist.
    Ich kann mir dies Verhalten nicht schlüssig erklären und würde mich sehr über Antworten von Euch freuen!
    Viele Grüße Petra

  • Das kommt immer wiedermal vor, dass es Schwärmen nicht in ihrer Behausung gefällt und sie weiter ziehen.
    Was ich aber nie mache: Schwärme komplett auf Mittelwände setzen, die bekommen zumindest immer mehrere Rähmchen nur mit Anfangstreifen. Damit kann sich die Schwarmtraube finden und ist nicht durch die Mittelwände in mehrere kleinere Einheiten getrennt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich gebe einem Schwarm immer eine ausgebaute Wabe in die Mitte, da kann die Königin gleich loslegen...

    Das Leben ist viel zu bunt um es nur in schwarz-weiss zu sehen !

  • Ein (Vor-)Schwarm will wandern. Dafür tanken sich die Bienen mit Futter für drei Tage voll. Der "lässliche Anfängerfehler" besteht darin, dass deine Freundin den Schwarm gleich eingeschlagen hat - ohne ihn in Kellerhaft zu nehmen. Und einen Schwarm brauchst du nicht an einen anderen Stand zu verfrachten, da hat die Natur bereits vorgesorgt. Ein Schwarm vergisst, wo er zu Hause war und fliegt sich immer neu ein; auch wenn du ihn am selben Stand belässt.
    Das nächste Mal den Schwarm - aber nur einen Vorschwarm mit der alten Königin - für drei Tage an einen dunklen, kühlen Ort stellen und dann erst einschlagen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder aus- und weiterzieht, fast gegen Null.
    Einen Nachschwarm mit junger Königin auf keinen Fall drei Tage ohne Futter einsperren. Der würde verhungern.


    lg, Stefan

  • Ich hatte dieses Jahr das selbe Problem. Wie wärs wenn man ein Stück Absperrgitter vor das Flugloch für eine Woche macht. Dann wars das auch mit wieder aus ziehen oder denk ich da jetzt falsch?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ich hatte dieses Jahr das selbe Problem. Wie wärs wenn man ein Stück Absperrgitter vor das Flugloch für eine Woche macht. Dann wars das auch mit wieder aus ziehen oder denk ich da jetzt falsch?
    Olli


     
     
    Hallo Stefan
    Olli ,
    Schwärme braucht man grundsätzlich nicht in Dunkelhaft nehmen,weil sie durch das schwärmen den alten Standplatz vergessen.Wichtig ist eine Brutwabe mit junger offener Brut gazu geben ! ! ! Sie ziehen dann auch NICHT mehr aus !
     
    Mit imkerlichem
    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ja wenn man keine zur Hand hat dann hat man keine zur Hand ( war/ist bei mir so der Fall).
    Die Absperrgittergeschichte hätte ich trotzdem mal gern kommentiert :)
    Olli

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    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ja wenn man keine zur Hand hat dann hat man keine zur Hand ( war/ist bei mir so der Fall).
    Die Absperrgittergeschichte hätte ich trotzdem mal gern kommentiert :)
    Olli


     
    Hallo Olli, es kann sein das abfliegende Drohnen das Abspergitter verstopfen und der Schwarm dann verbraust .
     
    Mit imkerlichem
    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Im Schwarm sind mit Drohnen enthalten? Interessant. Das ASG würde ich (wenn dann ) auch nur 2-3 Tage oder so lassen.
    Olli

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • @Josef:
    Du hast natürlich recht, eine offene Brutwabe tut's auch, um den Schwarm in der neuen Beute zu halten. :)


    Die Kellerhaft ist ansonsten bei fremden Schwärmen immer ratsam und empfehlenswert; als vorbeugende Maßnahme gegen AFB. Man weiß ja nie, was man sich so ins Haus holt ...


    lg, Stefan

  • Hallo Zusammen,
    einen Schwarm fange ich nie sofort ein!
    Ich lasse ihn das Vergnügen des "Schwarmseins" und gönne ihm einige Stündchen.
    In der Zeit findet er einen Neuanfang und baut eine Harmonie auf.
    Am frühen Abend eingefangen und eingeschlagen, so das er in seiner neuen Wohnung bleiben muss,, und alles geht klar.
    Am nächsten Morgen fliegt der sich ganz normal ein.
    Mir ist erst einmal einer wieder abgehauen, sicher habe ich da was falsch gemacht.
    Bannwaben verwende ich nicht, auch keine ausgebauten Waben.
    Die Königin legt nicht sofort wieder los, sondern steigert ihre Legeleistung mit dem Grad des Ausbaues des neuen Wabenwerkes.
    Anfangsstreifen sind super, der Schwarm bildet eine neue Traube in der Beute ohne störende Mittelwände.
    Das fördert die Harmonie.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    könnte es sein dass dem Schwarm die Beute einfach zu klein war ? Wenn die Bienen schon aus beengten Verhältnissen ausziehen so ist es ihnen bestimmt sehr wichtig das die neue Wohnung insgesamt groß genug ist für ein großes und weiter wachsendes Volk.


    Die Größe der neuen Wohnung ist den Scout-Bienen eines Schwarmes ein sehr entscheidendes Kriterium !


    Ich schlage Schwärme immer auf zwei Zargen ein wobei die untere leer und das Flugloch verschlossen ist.
    Ich fange die Schwärme meist mit einem 40 kg Hobbock - hier kann man die Bienen vor dem Einschlagen gut "aufschlagen" und einnässen - dann wird er in die leere Zarge auf den Drahtboden gekippt - ein Magazin MW´s drauf - Futtertrog, Deckel und fertig ist. Geht alles nur ein paar Sekunden und es fliegen keine Bienen ab.
    Die Kiste lass ich bis zum Abend in einem dunklen Raum stehen und stell sie dann anschliesend am neuen Platz auf. Die untere Zarge fülle ich dann spätestens am 3 Tag mit MW´s oder Jungfernwaben auf. Futter gibts auch erst um diesen Zeitpunkt herum - ist aber sehr abhängig von Wetter und Tracht.


    Gruß
    Christian