3-Schicht-Fichte oder Multiplex für Beuten?

  • Hallo zusammen,


    gestern sagte uns ein Tischler, dass statt Leimholz sowohl 3-Schicht-Fichte als auch Multiplex-Platten besser für Zargen geeignet seien.


    Er führte aus, dass im Vergleich zu Leimholz die beiden anderen Materialien wesentlich formstabiler und Wetter unempfindlicher im Ausseneinsatz wären. Ausserdem wäre es auch noch preiswerter.


    Bienen verträglich ist seiner Meinung nach beides.


    Was sagt ihr dazu?


    Kann ich bedenkenlos 3-Schicht-Fichte oder Multiplex für die Beuten verwenden?


    Nehmen die Bienen das ohne Probleme als "ihr Zuhause" an?


    Grüsse sendet Euch


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Hallo Petra,


    bedenke, wie Holzschichten miteinander verbunden sind: Klebstoff!
    Dieser ist meist wasserdampfundurchlässig. Bei Leimholz hast Du nur Fugen die dicht sind, aber die Holzfläche ist nach aussen durchlässig. Bei schichtverleimtem Holz vermute ich eine Dampfdichtigkeit ähnlich wie bei Plastikfolie.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Der beste Werkstoff für Beuten ist meiner Meinung nach :


    HOLZ !!!



    Ich habe noch nie einen hohlen Baum aus 3-Schicht Fichte oder Multiplex gesehen.
    Wozu solche Verrenkungen ???

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • also dein Tischler hat keine Ahnung von Bienen und dem damit entstehenden Klima in der Beute und noch weniger von Preisen.
    Warum werden wohl im Imkereifachhandel nur Zargen aus Styropor und Leimholz angeboten? Wenn 3-Schicht-Fichte oder Multiplex besser geeignet wären und noch dazu preiswerter, würden die doch schon lange verkauft.
    Leimholz ist und bleibt das preiswerteste und (wenn es gutes ist) auch am Besten geeignet.
    ansonsten gibt es im Forum schon genug Ausführungen zu diesem Thema!

  • Es ist schon erstaunlich, wieviel Unsinn hier geschrieben wird!
     
    Du kannst ohne Bedenken Dreischichtplatten nehmen!
     
    Ich habe mir auf Empfehlung eines Imkers hier aus dem Verein ein paar Zargen aus Dreischichtplatten gebaut. Die sind wesentlich stabiler als Leimholzplatten und verziehen sich nicht oder fast nicht.
     
    Leichter als die Leimholzbeuten von Holtermann sind sie allemal.
    Es mag sein, dass sie geringfügig weniger Luftdurchlässig sind als Leimholz, auf jeden Fall sind sie aber deutlich durchlässiger als Styropor, der Vergleich mit einer Plasikfolie kann nur von jemandem kommen, der noch niemals eine Dreischichtplatte gesehen hat. Die Luftdurchlässigkeit des Beutenmaterials spielt aber bei einem Gitterboden eine eher untergeordnete Rolle, zudem versiegeln die Bienen die Beutenwand mit der Zeit mit Propolis.
     
    In Sachen Natürlichkeit steht die Dreischichtplatte einer Leimholzplatte kaum nach. Beide sind mit wasserfestem Leim verbunden, die eine halt waagerecht, die andere senkrecht.

  • Bei Seber und Lang kommen auch 3 Schichtplatten zum Einsatz - . Die sind nicht wirklich schwerer also normal Fichtenholz. Ich stimme da Wulle zu. Ob man nun Leimholz oder 3-Schicht Fichtenholz nimmt wird wohl egal sein und auf das Selbe hinaus laufen.
    Wie die Zargen aus den 3 Schichtplatten sich allerdings bewähren im Wetter werde ich sehen.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Wulle , klar kann man auch 3-Schicht-Platten nehmen, die verziehen sich freilich weniger, deshalb sind es ja 3!-Schicht-Platten, 90°-verstetzt verleimt. Aber warum sollen die leichter sein??? Bei gleicher Dicke der Platten und gleicher Holzart (Fichte) unterscheidet sich das Gewicht nur durch die Leimmenge und die ist zwar bei der 3-Schicht-Platte größer, kann man aber vom Gewicht her vernachlässigen.
    Der Preis von 3-Schicht-Platten ist trotzdem höher als von Leimholz!
    Testet es doch mal, wer baut gleiche Zargen aus verschiedenen Materialien, hält 5 Jahre Bienen drin und berichtet dann hier, was überlebt hat. Gleiche Zargen deshalb, weil auch die Konstruktion eine Rolle spielt denn die muß auf das Material abgestimmt sein

  • Hallo,
     
    dann noch mal ausführlicher:
    Multiplex wegen des Leimes schwerer als Massivholz. In Buche oder Birke (handelsüblich) nicht so witterungsbeständig wie Fichte oder Kiefer.
    Dreischichtplattte ähnlich wie Leimholzplatte. Preis günstiger. Diffusion ähnlich. Warum glaubt ihr wohl muss selbst Brennholz mindestens 2 jahre trocknen?. Wieviel Diffusion gibt es da wohl? 3-schicht wenig Risse und bei offenem Gitterboden wenig Unterschied zu Hartschaumbeuten.
    Ergo, 3-Schichtplatte empfehlenswert.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hallo Berggeist,
     
    Gut, Multiplex laß ich mal so stehen.
     
    Wo sind 3-Schicht-Platten günstiger als Leimholz zu haben? Rein von der Überlegung, das sind 3 dünne Leimholzplatten die 90° gedreht noch mal verleimt werden, also 3* Arbeitszeit für gleiche Größe und dann noch mal in die Presse und verleimen. Kann gar nicht billiger sein (außer Leimholz in Deutschland und 3-Schicht-Platte in China produziert).


    Und zur Diffusion - lies mal nach, wie viel Wasser in deiner Wohnung verdunstet wird (Schweiß, Atemluft, Kaffeemaschine ....) und wo das Wasser hin geht – durch die Wand!


    Ich denke aber auch, bei einer Zarge, egal aus was für einem Material, offener Gitterboden und Folie oben drauf kann man die Diffusion fast vernachlässigen, die Mengen an Wasser gehen da auch bei nicht verleimten Holz nicht vollständig durch.

  • Hallo zusammen,
     
    ich versuche jetzt auch nocnmal zusammenzufassen:
     
    Multiplex ist nicht empfehlenswert, weil die Platten in der Regel aus Laubhölzern (Birke oder Buche) sind. Diese sind wesentlich schwerer und weniger Witterungsbeständig. Der Leim dürfte beim Gewicht eine eher untergeordnete Rolle spielen, weil hier heutzutage geringste Mengen verwendet werden.
     
    Dreischichtplatten sind vom Gewicht her nahezu identisch mit Leimholz, nach eigener Erfahrung eher leichter (ich nehme an, dass das bei Holtermann verwendete Holz nicht besonders gut getrocknet war, das erklärt auch, warum die Zargen schon nach wenigen Wochen Risse haben und sich verziehen).
     
    Leimholz ist grundsätzlich deutlich billiger als Dreischichtplatten, vor allem für Schreinereien, die die Hölzer selbst verleimen, was bei den Beutenherstellern überall der Fall sein wird.
    Für den Heimwerker haben Dreischichtplatten aber den entscheidenden Vorteil, dass sie bei professionellem Zuschnitt in der Holzhandlung nahezu ohne besondere Werkzeuge oder größere Anforderungen an das handwerkliche Können zu erstklassigen Beuten zusammengeschraubt werden können.
     
    Durch Dreischichtplatten kann die Feuchtigkeit nicht ganz so gut diffundieren wie durch Leimholz. Immerhin ist das Holz von zwei durchgehenden Leimschichten durchzogen. Allerdings sind die heute verwendeten Kleber recht gut Dampfdurchlässig, zudem bauen die meisten ihre Beuten mit offenem Gitterboden und die Bienen versiegeln mit der Zeit alles noch mit einer Schicht Propolis. Die meisten Imker streichen auch die Beuten an, was eine weitere Versiegelung bedeutet. Insgesamt ist es aus dieser Sicht wohl ziemlich egal welches Holz genommen wird.
     
     
    Eine vielleicht noch interessante Alternative ist eine Beute, die ich im letzten Jahr gebaut habe:
    Hohenheimer Beute, Stirnseiten der Zargen aus Dreischichtplatten wegen der Stabilität. Die Seiten aus je 3 Rauhspundbrettern, die untereinander nicht verleimt sind sondern nur mit Nut-Feder zusammengesteckt und mit den Stirnseiten verleimt und verschraubt wurden.
    Diese Beute hat, obwohl sie nicht behandelt wurde, den letzten Winter deutlich besser überstanden als die Bergwinkel-Beuten am selben Standort.

  • ....geht es nur um die Holzart bzw. darüber, wie verschiedene Holzschichten zusammengefügt werden - ein 'natürliche' Zustand ist da wohl nicht - oder um das Wasser, was die Bienen aus der Beute wedeln und vom Holz 'aufgenommen' wird?


    Vielleicht sollten die Vertreter von Multiplex oder 3- oder Mehr-Schichtplatten sich mal fragen, mit was denn da verleimt wurde. Außerdem , wie kann man so unwissend sein, eine Quer-Verleimung einzelner Bretter mit einer doppelten 2-fachen Flächen-Vollverleihmung zu vergleichen. Da kann ich ja nur den Kopf schütteln.


    Multiplex-Platten haben in einer Beute nichts, aber auch absolut gar nichts zu suchen. Weder als Innendeckel, noch als Außendeckel noch als Varroa- oder Einschiebebrett unten. Auch nicht im Futtertrog. Da braucht man nur mal dran zu riechen, um das Phenolharz einzuatmen. Wer das sensorisch nicht wahrnehmen kann ist entweder Raucher oder hat ein kaputte Nase. Dauerbedampfung durch Phenolharze sind alles andere als gesund. Auch wenn die Platten oberflächig lackiert sind. Einfach mal Nachlesen in der Literatur.


    Schichtplatten sind ein toller, technischer Werkstoff, aber für Bienenkästen. Klares Nein Danke